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Eine Menge zu tun

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Heinz "Ricky" Feuerbach hat ständig etwas zu tun. Mal gratuliert er Ober-Wöllstädtern zum Geburtstag, mal kümmert er sich um die Organisation der Vereinsfeste. Seit vielen Jahren schon leitet er die Vereins-AG im Ort. Ans Aufhören denkt der Unruheständler nicht.

Einmal hat Heinz "Ricky" Feuerbach für bundesweite Aufmerksamkeit gesorgt. Knapp 20 Jahre ist das her. Und, erinnert sich der Ober-Wöllstädter heute: Sogar die Bild-Zeitung war damals da und stellte die Frage, ob die Wöllstädter denn gaga seien. Anlass war die Kerb, die über viele Jahre eine Zeltkerb gewesen ist - und bei der, wie es der Name nunmal sagt, im Festzelt gefeiert wurde. Doch es gab Probleme: Anwohner hatten die Lärmbelästigung beklagt, Feuerbach bekam Post vom Gericht, wonach er die Kerb hätte abbrechen müssen. Und dann war da noch das schlechte Festwetter. Also ließ er das Zelt in der Römerhalle aufbauen. Eine Zelt-in-der-Halle-Kerb quasi.

Die Geschichte passt zu Feuerbach. Wenn es darum geht, sich für seine Gemeinde einzusetzen, fällt ihm meistens etwas ein. Seit vielen Jahren ist er Vereinsmitglied. Fast in jedem Verein in Ober-Wöllstadt. Er lacht und sagt: "Bei den Landfrauen nicht, da sind keine Männer erlaubt."

14 Vereine gibt es in Ober-Wöllstadt. Damit sie sich untereinander koordinieren können und bspw. nicht am selben Tag ein Fest feiern, gibt es die Vereins-AG. Vorsitzender ist Feuerbach. Dreimal pro Jahr ist Sitzung, wie er erzählt. Dann sprechen sich die Vorsitzenden der einzelnen Vereine ab, planen ihre Feste. "Die Zusammenarbeit klappt sehr gut", sagt der 69-Jährige - sowohl untereinander bei den Ober-Wöllstädter Vereinen als auch mit der Vereins-AG in Nieder-Wöllstadt.

Mit dem Moped zum Fußball

2021 steht zum Beispiel ein großes Jubiläum an: Die TSG feiert 125-Jähriges. Feuerbach ist im Festausschuss-Gremium. Einerseits, weil sich das bewährt hat - er war schon beim 100-jährigen Jubiläum der TSG beim Organisieren dabei. Andererseits, weil die TSG einer der Vereine ist, in dem Feuerbach viele Jahre als Fußballer aktiv war. Mit 15 trainierte er bereits die Jugendmannschaft. Damals, erinnert er sich, ist er immer mit dem Moped zu den Spielen gefahren.

Feuerbach hat nicht nur viele Jahre Fußball gespielt. Er war auch aktives Mitglied im Badmintonclub. Doch Fußball und Badminton sind nur zwei Beispiele von unzähligen Mitgliedschaften; in vielen Vereinen ist er zudem passives Mitglied. Wie viele andere Ober-Wöllstädter auch. Drei Vereine, sagt Feuerbach, haben 400 Mitglieder, die restlichen zwischen 20 und 200.

Das bedeutet: Viele Geburtstage im Jahr, und vor allem Jubiläen werden von der Vereins-AG, also von Feuerbach, mit einem Besuch gewürdigt.

Aber es sind nicht nur die feierlich-fröhlichen Anlässe, bei der die Vereins-AG präsent ist. Bei Beerdigungen von Vereinsmitgliedern übernimmt Feuerbach oft die Grabrede. Oder am Volkstrauertag wird im Namen aller Vereine ein Kranz niedergelegt.

Vereine sind eben Gemeinschaft, sagt der Ober-Wöllstädter. Er selbst war immer ein Teil davon in der Gemeinde. "Es sind immer Leute da, die einen unterstützen." Was das Besondere an der Vereinsarbeit ist? "Man kann das Gefühl gar nicht beschreiben, wenn man auf einem Fest ist, die Vereine sind da, es wird zusammen gesungen. Das ist einfach toll."

Feuerbach verbringt viele Stunden für "seine" Vereine. Und, sagt er: "Ich würde es gerne auch noch ein paar Jahre machen."

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