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Eine Herzensangelegenheit

  • Frauke Ahlers
    vonFrauke Ahlers
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Hoffentlich nicht mehr lange verschlossen: Die Türen zur Galerie in der Trinkkuranlage, birgt die Schaufläche des Bad Nauheimer Kunstvereins doch seit November eine faszinierende Ausstellung. Trotz Lockdown tagt der Vorstand, die Ideen fließen, Pläne für die Zeit danach werden vorbereitet und ungebrochen ist die Hoffnung auf die (baldige) Wiederöffnung des imposanten Kuppelbaus.

Groß ist vor allem der Wunsch, die Ausstellung »Phänomen - Leise Träume« von Oh Soon-Hwa und Yu-Su-Kyoung endlich öffentlich zeigen zu können. Die Werkschau ist seit November 2020 aufgebaut und wartet auf Betrachter. Die Vorstandsmitglieder Johannes Lenz und Tillmann Weber hatten Ende Oktober vergangenen Jahres die Werke von Nizza nach Bad Nauheim in einem kleinen Parforceritt binnen 40 Stunden gebracht.

Oh Soon-Hwa thematisiert mit ihren Fotoarbeiten Hochzeit und Abwanderung junger Frauen im Mekongdelta im südlichen Vietnam. Sie verlassen ihr bekanntes Lebensumfeld und begegnen dem unbekannten Neuen - dieser Moment wird in einer sinnlich-schönen Szenerie festgehalten. Yu Su-Kyong versetzt uns in märchenhaft anmutende Welten. Abstraktion und surrealistisch wirkende Landschaftswelten verschmelzen miteinander. Kinderfiguren vermitteln ein Gefühl der Unschuld. Wir begeben uns auf die Suche nach der Ursprünglichkeit, nach uns selbst.

Wer einen kleinen Eindruck von den faszinierenden Arbeiten der beiden Künstlerinnen erhaschen möchte, blickt durch die Scheiben der Galerie. Schon beim Aufbau stand der Lockdown im Raum; so haben die Verantwortlichen von vornherein die Bilder so gehängt, dass das ein oder andere von außen bewundert werden kann.

»Dem Vorstand ist es eine Herzensangelegenheit, diese Ausstellung zu zeigen, die komplett unter den Tücken des Virus gelitten hat«, sagt die stellvertretende Vorsitzende des Kunstvereins, Karin Merchel. »Diese beiden Künstlerinnen haben viele Besucher verdient. Oh Soon-Hwa vermittelt einen spannenden Blick in andere Lebenswelten. Yu Su-Kyong korrespondiert mit ihren fremdartigen Szenerien perfekt dazu.«

Ständig werden die Jahresprogramme 2021 und 2022 den aktuellen Entwicklungen angepasst. Um »Phänomen - Leise Träume« doch noch Öffentlichkeit zu schaffen, wurde der Ausstellungskalender des Kunstvereins überarbeitet. Nach Ende des Lockdowns soll diese noch bis zum 2. Mai zu sehen sein.

Bewährtes Hygienekonzept

»Lapidarium« mit Werken von Hama Lohrmann ist auf das Jahr 2022 verschoben. An diese Stelle rückt »Seelenspielgel« mit Werken von Sieglinde Gros und Constantin Schroeder, Vernissage 16. Juli, 19 Uhr, Ausstellung bis 29. August. Nach »Phänomen - Leise Träume« ist ab 15. Mai »digital melt« von Mathias Hornung aufgebaut, Vernissage ist am 14. Mai, 19 Uhr.

»Nach dem ersten Lockdown haben wir mit einem ausgeklügelten Hygienekonzept sehr schnell wieder aufgemacht«, sagt Schatzmeister Tillmann Weber. »Daran werden wir, sobald erlaubt, anknüpfen und die Galerie öffnen.«

Mitglieder des Vorstands waren zudem rund um die Ausstattung der Galerie fleißig beschäftigt. Helga Eiffler-Tillmann, Ingrid Jackwerth, Helga Kirstein und Tillmann Weber haben Sockel gestrichen, die künftig der noch besseren Präsentation von Kunstwerken dienen. Ebenfalls ins Auge gefasst hat man inzwischen einen Termin für die Mitgliederversammlung. Diese soll voraussichtlich Ende Juni stattfinden.

Mehr über den Kunstverein im Internet auf www. kunstverein-bad-nauheim.de oder bei Facebook.

Der Jahresflyer des Kunstvereins Bad Nauheim wird fortlaufend der aktuellen Situation angepasst. Zurzeit sind bis zum Sommer folgende Ausstellungen geplant:

nach Ende des Lockdowns bis 2. Mai: »Phänomen - Leise Träume«, Oh Soon-Hwa und Yu Su-Kyong

15. Mai: digital melt, Mathias Hornung, Grenzgänge zwischen Grafik und Skulptur

17. Juli bis 29. August: seelenspielgel, Sieglinde Gros, Holzplastiken, und Constantin Schroeder, unwirkliche Bildwelten. fa

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Rubriklistenbild: © Frauke Ahlers

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