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Ein Fest im Zeichen der Kunst

  • Frauke Ahlers
    VonFrauke Ahlers
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Als das Frauenbüro des Wetteraukreises einen Frauensommer anstelle der sonst üblichen Aktionen zum Frauentag im März propagierte, stand für die Frauen im Vorstand des Kunstvereins Bad Nauheim sofort fest: Da machen wir mit. Schnell war die Idee zum einem »Art Flash« geboren, Titel: Women Art Now.

Ein Wochenende im Zeichen von Malerei, Fotografie, Skulpturen, Musik und Worten wird es sein: Am Samstag und Sonntag, dem 3. und 4. Juli, jeweils von 11 bis 18 Uhr, ist die Galerie in der Trinkkuranlage Schauplatz eines regen künstlerischen Treibens.

Karin Merchel, stellvertretende Vorsitzende des Kunstvereins, erhielt zum Auftakt der Vorbereitungen auf eine Rund-E-Mail umgehend etliche Antworten, die eine Teilnahme signalisierten.

Insgesamt 17 Frauen gestalten nun das Wochenende. »Das wird ein Fest«, so die Ankündigung. Die Besucher kommen mit den Künstlerinnen ins Gespräch, nehmen an Workshops teil und lassen sich von spontanen Aktionen überraschen. Karin Merchel: »Kunst und Kommunikation als Kraftquell für die heutige Zeit.«

Im Forum, dem Vorplatz derGalerie, beschwört Elvira Heimann unter dem Stichwort »Frau malt« mit Farbe und Spiel eine besondere Stimmung herauf. Die Künstlerin nimmt den Betrachter zu einem intuitiven Schaffensprozess mit. Dazu wird vor der Galerie eine Leinwand aufgebaut, damit der Besucher an dem Spiel mit Farbe und Material teilhaben kann.

Tai-Chi-Lehrerin Gisa Anders gibt am Samstag und Sonntag, jeweils von 12.30 bis 13.30 Uhr und ebenfalls im Freien, eine Einführung in diese Bewegungskunst.

Vera Stein freut sich im Forum auf Teilnehmer an einem Workshop »Plein-Air-Malerei«. Es macht sehr viel Spaß, bei schönem Wetter draußen zu malen, sagt sie. Dabei gebe es aber leider einiges, was die Freude des Malenden verringere: Die vielen Leute, die einem zuschauen und Bemerkungen machen. Wäre es nicht schöner, in Gesellschaft von Gleichgesinnten zu sein? Und dabei die Möglichkeit zu haben, dem Künstler über die Schulter zu schauen und Fragen zu stellen? Wer Lust dazu hat, nimmt an ihrem Workshop teil. »Bitte, traut euch!«, so die Aufforderung: »Es bringt Freude und Gleichgewicht in unsere Seele.«

Umtriebiges Geschehen prägt die Rotunde, die erste Räumlichkeit, die Besucher nach dem Empfang im Vorraum betreten. Dort bietet Vera Stein einen Workshop »Goldene Grafik« an. Dabei handelt es sich um Mischtechnik auf dunklem dickem Papier oder Leinwand. Auf diesem Hintergrund werden leuchtende Effekte mit Gel-Stiften, Blattmetall und anderen Mitteln erzeugen. Als Farbe benutzt Vera Stein Acryl mit metallischem Schimmer. Dieser Kontrast zwischen dunklem Hintergrund und leuchtenden Effekten sehe sehr edel aus. Mit dieser Technik kann man unterschiedliche Motive malen: Stillleben, Landschaften, Porträts, Sternzeichen und auch frei erfundene Bilder. Vera Stein: »Dieser Prozess hat etwas mit Meditation zu tun - beruhigt und bringt viel Freude.«

Ingrid Schmidt-Schwabe präsentiert selbst gemalte Bilder, die gegen Spende zugunsten des Freiwilligenzentrums erworben werden können.

Frauke Ahlers zeigt Kunstwerke, stellt an einem Büchertisch die Bücher ihres Lotte Verlags vor und wartet als »Frauke pur« mit »Frechen Versen« auf (s. Info-Kasten).

Tai-Chi-Tafeln mit Erklärungen, Fotografie und kosmische Steine tragen zur Vielfalt in der Rotunde bei.

Im großen Saal sind Gemälde und Skulpturen ausgestellt. Die Künstlerin Franziska Kuo ist seit 2013 freischaffende Künstlerin. Beim Betrachten ihrer Bilder eröffnen sich einzigartige Szenerien, alles ist möglich. Bei Women Art Now sind drei Werke von ihr zu sehen.

Ingrid Jackwerth ist mit Stoffbildern vertreten (Making off Colour Stuff), Petra Zewe mit Frauenporträts und Fotografie. Silke Trunk thematisiert mit ihren Zeichnungen Gewalt gegen Frauen und Magersucht. Die Keramikskulptur von Juliane Kasprzik zeigt »Frau in Balance«.

Gudrun Anlauft widmet sich dem Thema Frauen und ihre Katzen. Sie greift in ihrer Malerei dieses beliebte Motiv auf - Katzendarstellungen in der Kunst reichen zurück bis ins alte Ägypten.

Stoffe und Video

Ria Gerth beschäftigt sich in einer Videoinstallation mit »Lottes Brot« - Goethe und Lotte in Wetzlar.

Marion Eller lädt zu Gesprächen über aktuelle Themen, Katharina Rambeaud titelt im Rahmen einer Buchvorstellung »Es ist super, Mutter zu sein«.

Alle Künstlerinnen freuen sich über regen Austausch mit den Besucherinnen und Besuchern. »Wir wollen zeigen, wie hochwertig und breit gefächert das Kunstschaffen der Frauen im Kunstverein ist«, sagt Karin Merchel, »und natürlich sind Männer zu diesem Event herzlich willkommen. Nicht zuletzt unterstützen die Männer im Vorstand und im Verein die Frauen bei diesem Event.« Die zu dem Zeitpunkt geltenden Corona-Vorgaben werden eingehalten.

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Gisa Anders: Tai-Chi.

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