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Im Kalender 2022 geht es um die Bingenheimer Schule.

Wo einst die Schule stand

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Echzell (pm). »Die Bingenheimer Schule und ihre Kinder« - so lautet das Motto eines Kalenders für 2022, den der Arbeitskreis (AK) Bingenheimer Geschichte anbietet. »Das wird sicher nicht der letzte Kalender zum Thema sein«, sagt AK-Vorsitzender Josef Tiefenbach. Druckfrisch liegt der inzwischen vierte Kalender des Arbeitskreises nun vor und kann bei Günter Loth (Tel.

0 60 35/36 27) oder Tiefenbach (Tel. 0 60 35/36 79) gekauft werden.

Im Kalender wird auch auf die Geschichte der Schule eingegangen. Da die Reformation die Bibel als alleinige Quelle des Glaubens ansah und von jedem Christen eine persönliche Entscheidung für das Evangelium erwartete, musste jedes Gemeindemitglied in der Lage sein, das Buch der Bücher zu lesen. Daraus folgte zwangsläufig die Einrichtung des Schulunterrichts fürs Volk.

Mindestens bis zur Aufklärung, etwa 1750, haben auch die Bingenheimer Kinder Bibel und Katechismus lesen, schreiben und rechnen gelernt. Die Pflege des Choralgesangs war damit verbunden. Es wird mit der Uneinigkeit der Regierenden im Amt Bingenheim zusammenhängen, dass das Schulwesen im Dorf erst 1602 bzw. 1610 geordnet wurde, als Johann Peter Rosenkranz das Schulamt übernahm.

Die ersten sechs Schulmeister (1602-1648) waren studierte Theologen, die später in Pfarrstellen aufrückten. Sie waren im Gottesdienst die Vorsänger und, sobald eine Orgel da war, von Amtes wegen auch Organisten. Der Glöcknerdienst war bis in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts ein besonderes Amt. Danach wurden Glöckner- und Schuldienst vereinigt, bis das Schulgesetz 1874 die Ämter wieder trennte. Nach den ältesten Kirchenrechnungen scheint der Bingenheimer Pfarrer bis 1602 selbst den ganzen Unterricht zu halten. Jedenfalls waren Kirche und Elternhaus sich darin einig, dass die Unterweisung der Kinder religiöse Pflicht sei. So dachten auch die Fürsten, die das Schulwesen förderten. Erst 1832 wurde die allgemeine Schulpflicht in Hessen Staatsgesetz. Das Schulgesetz von 1874 machte die Lehrer zu Staatsbeamten.

Das älteste Bingenheimer Schulhaus stand am Kreuzplatz und war zugleich Rathaus. Es wurde 1824 unter Bürgermeister Johannes Winter V. auf Abbruch verkauft und dafür die Schulhofreite erworben. Das Bauernhaus wurde unter Bürgermeister Johann Georg Lahm ausgebaut und schließlich mit zwei Schulsälen und zwei Lehrerwohnungen zum Schulhaus eingerichtet (1862). 1951 erhielt Bingenheim durch die Tatkraft des Bürgermeisters Adolf Sargk ein modernes Schulhaus.

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