Ein Spielplatz? Nur auf dem Bebauungsplan der Bingenheimer Fläche. Die Geräte im Bereich der Hügelstraße sind schon vor Jahren abgebaut worden. FOTO: SAX
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Ein Spielplatz? Nur auf dem Bebauungsplan der Bingenheimer Fläche. Die Geräte im Bereich der Hügelstraße sind schon vor Jahren abgebaut worden. FOTO: SAX

"Spielplatz muss fußläufig erreichbar sein"

  • vonOliver Potengowski
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Echzell(sax). Zwei Anträge der Grünen sind in der Gemeindevertretersitzung am Montag einstimmig beschlossen worden. Sowohl dem Auftrag an den Gemeindevorstand, einen Verbindungsweg an der Echzeller Sporthalle instandzusetzen, als auch der Wiederherstellung eines Spielplatzes in Bingenheim stimmten alle Gemeindevertreter zu.

"Nach den trockenen Sommermonaten mag das Problem nicht augenfällig sein", räumten die Grünen ein, dass der Zustand des Verbindungswegs zwischen Sporthalle und Bäckergasse kein Dauerproblem ist. Doch nach jedem Regen werde der Weg zu einer "unpassierbaren Matschstrecke". Weil die Nutzer des Weges dann auf die angrenzenden Grünflächen auswichen, würden auch diese geschädigt. Die Grünen fordern deshalb, dass der Magistrat ein Konzept erstellt, wie der Weg mit einer sogenannten wassergebundenen Kiesdecke instandgesetzt wird.

Ein Dauerproblem sei dagegen ein Grundstück im Bereich der Hügelstraße, das als Spielplatz ausgewiesen ist. Dieser ist jedoch inzwischen nur noch im Bebauungsplan als solcher zu erkennen. Vor Ort erweist sich das Grundstück im Wendehammer der Straße "An der Freihub" als Brachfläche mit nackter Erde und Unkraut. Die Spielgeräte wurden schon 2014 abgebaut, weil sie schadhaft waren. "Der Spielplatz war Thema in den 80er, 90er Jahren, als da noch kleine Kinder waren", stellte Bürgermeister Wilfried Mogk, der an der Gemeindevertretersitzung nicht teilnahm, im Gespräch mit der WZ fest. "Da wird nicht mehr gespielt." Zumindest letzteres ist bei dem derzeitigen Zustand offensichtlich.

Er verweist darauf, dass Eltern ihre Kinder zum Teil auf attraktivere Spielplätze in Nachbarkommunen fahren, weil sie die Echzeller Spielplätze nicht attraktiv genug fänden. Deshalb wurde ein Spielplatzkonzept erarbeitet, nachdem in jedem Ortsteil nur noch ein Spielplatz, der aber gut ausgestattet, erhalten werden sollte.

Dabei sei jedoch der gelungene Generationenwechsel in dem Viertel sowohl in der Verwaltung als auch bei den politischen Vertretern und Erziehern anscheinend unbemerkt geblieben. Denn inzwischen lebten in dem Wohngebiet an der Hügelstraße wieder rund drei Dutzend Kinder. Folgt man dem Spielplatzkonzept, müssten sie die stark befahrene Hauptstraße überqueren, um dann in etwa 1,5 Kilometern Entfernung den Spielplatz am Sportplatz zu erreichen.

Deshalb hatten die Grünen beantragt, den Spielplatz "An der Freihub" wieder herzustellen und mit Spielgeräten auszustatten. Die Kinder hätten "ein Recht, auf diesem Platz entsprechende Geräte vorzufinden", betonte Barbara Henrich. "Ein Spielplatz muss fußläufig für Kinder und Eltern erreichbar sein. Nicht alle Eltern besitzen ein Zweitauto, um die Kinder zu anderen Spielplätzen zu fahren."

Die CDU-Fraktion lobte den Antrag und wies darauf hin, dass der Spielplatz "An der Freihub" nicht der einzige sei, an dem gearbeitet werden müsse. Der Bürgermeister setze die Beschlüsse der Gemeindevertretung nicht um. So hätte der Spielplatz am Sportplatz Bingenheim bereits 2006 mit neuen Spielgeräten und als Wasserspielplatz ausgestattet werden sollen.

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