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Erfreut über den Erfolg des Präventionskurses: (von links) Alexander König (Lebensgemeinschaft Bingenheim), Christa Mansky (Frauen-Notruf), Sabine Geppert (Johannes-Vatter-Schule) und Birgit Ahrens (Selbshilfegruppe).

Selbstbewusstsein und Handlungssicherheit stärken

  • Vonred Redaktion
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Echzell (pm).»Das war cool!«, ruft eine junge Frau in die Runde. Das sehen auch die anderen Teilnehmerinnen des Präventionskurses gegen Gewalt am Ende des Kurses so. Eine Mitarbeiterin vom Frauen-Notruf Wetterau und eine Lehrerin der Johannes-Vatter-Schule leiteten den Kurs und freuen sich über die Begeisterung.

An fünf Freitagen für jeweils eine Stunde fand der Präventionskurs in der Lebensgemeinschaft Bingenheim statt. Endlich wieder einen Kurs in Präsenz für Frauen mit Behinderung anzubieten, war ein positiver Moment für die Kursleiterinnen, nachdem alle Präventionskurse coronabedingt ausfallen mussten. Der Kurs ist freiwillig, stößt aber auf so großes Interesse, dass die Teilnehmerzahl von zehn auf zwölf Personen erhöht wurde.

In dem Kurs beschäftigen sich die Jugendlichen mit verschiedenen Fragen zu den Themen geschlechtsspezifische Gewalt und Gewaltschutz: Wo fängt Gewalt an? Was kann ich bei Gewalt tun? Wie kann ich selbstbewusster werden? Wie und wo bekomme ich Hilfe? Praxisnah und in vereinfachter Sprache vermittelten Christa Mansky vom Frauen-Notruf und Sabine Geppert von der Johannes-Vatter-Schule theoretische Grundlagen und boten kurze Übungen an, die das Selbstbewusstsein stärken und Handlungssicherheit vermitteln.

Der Kurs findet im Rahmen des Projekts »Starke Suse - Workshops für Mädchen und Frauen mit Behinderung« statt, das vom Wetteraukreis finanziert wird. Die Präventionskurse finden in Förderschulen, Werkstätten für Menschen mit Behinderung und in Tagesgruppen für seelisch Kranke statt. Ziel ist es, den Frauen und Mädchen Möglichkeiten aufzuzeigen, sich vor sexuellen Übergriffen zu schützen und wo sie bei Bedarf Hilfe erhalten.

Häufiger Gewalt ausgesetzt

Studien zeigen, dass Frauen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen deutlich häufiger Gewalt ausgesetzt sind als Frauen im Bevölkerungsdurchschnitt. »Die Studienergebnisse treffen auf alle Formen von Gewalt zu - psychisch, sexualisiert und körperlich. Im Fall von sexuellem Missbrauch in Kindheit und Jugend sind die Zahlen zwei- bis dreimal so hoch als bei Frauen im Bevölkerungsdurchschnitt«, erklärt Christa Mansky und weist damit auf die hohe Bedeutung der Präventionsarbeit hin. Sabine Geppert ergänzt: »Wir möchten die Mädchen und Frauen dafür sensibilisieren, dass sie sich in Gewaltsituationen wehren und sich Hilfe holen dürfen.«

Birgit Ahrens von der Selbsthilfegruppe Familiengruppe Regenbogen bei der Lebenshilfe Wetterau hospitierte in diesem Kurs. Sie kann sich vorstellen in die Kursleitung mit einzusteigen und schaut sich das Ganze schon mal in der Praxis an. »Die Begeisterung der Teilnehmerinnen war ansteckend. Es war eine große Freude. Solche Kurse sollten noch viel mehr angeboten und genutzt werden.«

Es werden noch weitere Kursleiterinnen gesucht, damit man auf alle Anfragen reagieren und regelmäßig Kurse anbieten kann. Bei Interesse kann man sich hier melden: Frauen-Notruf Wetterau, Telefon 0 60 43/44 71, E-Mail: info@ frauennotruf-wetterau.de.

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