»Schwerer Schlag gegen Naturschutz«

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Echzell-Grund-Schwalheim (pm). Mit einer Pressemitteilung reagiert der hessische Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) auf den Beschluss des Verwaltungsgerichts Gießen, mit dem es die Fortsetzung der Bauarbeiten für das Amazon-Verteilzentrum erlaubt. Dr. Werner Neumann, Vorsitzender des Kreisverbandes Wetterau und Vorstandsmitglied des BUND Hessen, sagt:

»Die Entscheidung ist de facto ein schwerer Schlag gegen den europäischen Naturschutz. Wir werden genau prüfen, welche Rechtsmittel den Baustopp wiederherstellen können.« Der BUND bezieht sich mit seiner Kritik an dem Vorhaben auf Schutzgebiete neben der Gewerbefläche.

BUND kritisiert Wetteraukreis

Der BUND, der zusammen mit der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) den Bau juristisch verhindern will, befürchte, dass die vom Wetter-aukreis genehmigte rund 8500 Quadratmeter umfassende Halle weite Teile des benachbarten EU-Vogelschutzgebiets als Lebensraum für bedrohte Vögel entwerte.

Der BUND hatte, unterstützt durch die HGON, im Juli Widerspruch gegen die Baugenehmigung des Wetteraukreises eingelegt und im November mit einem Antrag auf aufschiebende Wirkung einen vorläufigen Baustopp bewirkt. Diesen hat das Gericht am 8. Februar aufgehoben. In der Pressemitteilung des BUND dazu heißt es: Die rechtlichen Details seien nicht nachzuvollziehen.

Neumann sagt: »Wer der Natur zu ihrem Recht verhelfen will, spürt sehr schnell, wie schwach das Naturschutzrecht gegenüber Bauvorhaben aller Art ist.«

Der BUND und die HGON hatten kritisiert, dass für das Bauvorhaben die FFH-Verträglichkeitsprüfung hinsichtlich der Auswirkungen des Vorhabens auf die Vögel im angrenzenden Vogelschutzgebiet Wetterau und dem FFH-Gebiet Horloffaue nicht stattgefunden habe. Im Januar 2020, heißt es in der Pressemitteilung, habe der Kreis eine sogenannte FFH-Vorprüfung vorgelegt. Diese habe die Notwendigkeit der FFH-Verträglichkeitsprüfung verneint. Laut BUND und HGON reiche diese Vorprüfung aber nicht aus.

Das Verwaltungsgericht sei jedoch nicht auf die naturfachlichen Argumente eingegangen, wird kritisiert. Seltsam sei, sagt Neumann, »dass nun ausgerechnet die Untere Naturschutzbehörde des Wetter-aukreises die Arbeit für den Investor übernommen hat.« Dies werfe auch die politische Frage auf, welche Rolle der Kreis hier eingenommen habe.

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