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Wölfersheims Erste Beigeordnete Carmen Körschner (l.) und Bürgermeister Eike See (r.) informieren Unternehmer Alexander Repp und seine Frau Andrea über die Arbeiten im Industrie- und Gewerbegebiet Berstadt, bald der neue Sitz der Firma.

Lokale Wirtschaft

Repp verlagert Firmensitz von Echzell nach Berstadt

  • Dagmar Bertram
    VonDagmar Bertram
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Die Metallbaufirma Repp zieht um: Weil eine Erweiterung in Echzell nicht möglich ist, wird das Familienunternehmen nun in Berstadt ansässig.

Erst Weckesheim, dann Reichelsheim, schließlich Echzell und nun Berstadt: An den Umzügen lässt sich die Entwicklung der 1972 gegründeten Firma Repp gut nachvollziehen. Schlossermeister Klaus Repp führte den Betrieb zuerst alleine, mit Unterstützung eines Azubis und der Familie. Nach und nach wuchs das Unternehmen und benötigte entsprechend größere Räume. Heute gehören 30 Mitarbeiter zum Unternehmen - und in der 2007 erweiterten Werkstatt in Echzell ist es schon seit geraumer Zeit zu eng.

»Ich habe lange versucht, mit der Gemeinde Echzell ein passendes Stück Land zu finden, wo ich bauen kann, was ich brauche - ohne Erfolg«, sagt Alexander Repp, der das Geschäft mit seinem Vater zusammen weiterführt.

Zehnmal so groß

Die Suche endete in Wölfersheim, der Kaufvertrag für ein Grundstück im Industrie- und Gewerbegebiet Berstadt ist vor wenigen Tagen unterzeichnet worden : Auf 15 000 Quadratmetern kann sich die Metallbaufirma dort nun weiterentwickeln. »Das ist zehnmal so groß wie das jetzige Gelände«, sagt Repp. »Das sollte einen Augenblick ausreichen.«

Die Produktionsfläche soll am neuen Firmensitz deutlich erweitert werden. »Die neue Halle wird größer werden als das gesamte Grundstück in Echzell.« Hinzukommen eine Lagerhalle und ein Verwaltungsgebäude. Auf den Zeitplan angesprochen, winkt Repp ab. »Die Materialbeschaffung ist zurzeit eine Katastrophe. Wir kriegen Tagespreise bei Stahl, das ist wie bei Gold, es ist kaum noch planbar.«

Das betrifft nicht nur sein eigenes Projekt, sondern vor allem auch die tägliche Arbeit. Die Auftragsbücher sind trotzdem prall gefüllt: »In der Corona-Krise haben alle etwas an Haus und Garten gemacht, und davon profitieren meist Schlosser und Metallbauer.«

Repp, der auch Innungsmeister auf Landes- und auf Kreisebene ist, geht davon aus, dass dieser Trend die kommenden Jahre anhalten wird. »Wer sich für eine handwerkliche Ausbildung entscheidet, der wird auch in Zukunft kein Problem haben, einen Arbeitsplatz zu finden.« Sein Unternehmen bildet sieben junge Menschen aus. Gefallen an dem Beruf haben auch seine beiden Kinder gefunden: Florian und Leonie.

»Die Firma Repp bietet jungen Menschen eine zukunftssichere Perspektive. Sie passt sehr gut in die engagierte Wölfersheimer Unternehmerlandschaft«, betont der Wölfersheimer Bürgermeister Eike See.

Echzells Handicap

Die Begeisterung in Echzell hält sich derweil in Grenzen. »Es ist schade für uns, gleichwohl ich es den Nachbarn gönne«, sagt Bürgermeister Wilfried Mogk zu dem geplanten Umzug. »Wir können Gewerbetreibenden keine Flächen anbieten.« Das Regierungspräsidium fordere, zunächst das in Grund-Schwalheim ausgewiesene Gewerbegebiet zu bebauen - auch wenn dies in Privatbesitz sei und über 20 Jahre brachgelegen habe, ohne dass die Gemeinde darauf Einfluss hätte nehmen können. Erst danach habe Echzell einen Anspruch auf ein kleines, neues Gewerbegebiet. »Das ist ein großes Handicap«, bedauert der Bürgermeister. »Wir können nichts ausweisen, um kleine und mittelständische Unternehmen am Ort zu halten.«

Deshalb wird die Firma Repp vermutlich kein Einzelfall bleiben. Ihm sei bekannt, dass es ein bis zwei weitere Echzeller Unternehmen gebe, die sich wegen mangelnder Perspektive Richtung Wölfersheim orientieren würden, sagt Mogk. Unterm Strich zieht der Verlust von Unternehmen auch einen Verlust von Gewerbesteuern, Arbeitsplätzen und Schlüsselzuweisungen nach sich - »das ist ärgerlich«.

Vor diesem Hintergrund sei er froh, dass das Areal in Grund-Schwalheim mit Amazon endlich einer Vermarktung zugeführt sei. »Dadurch können wir über den Flächennutzungsplan ein neues Gewerbegebiet bekommen.«

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