Auf diesem Grundstück am Blofelder Weg soll das Feuerwehrhaus gebaut werden. Doch noch weigert sich der Pächter, das Gelände zu überlassen. Eine Räumung ist für 2021 vorgesehen.
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Auf diesem Grundstück am Blofelder Weg soll das Feuerwehrhaus gebaut werden. Doch noch weigert sich der Pächter, das Gelände zu überlassen. Eine Räumung ist für 2021 vorgesehen.

Pächter muss gehen

Räumungstermin steht: Feuerwehr-Neubau in Bingenheim rückt näher

  • vonOliver Potengowski
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In der Diskussion um den Neubau des Feuerwehrhauses in Bingenheim zeichnet sich eine zeitliche Perspektive ab. Pächter und Gemeinde stehen kurz vor einem Vergleich.

In einem öffentlichen Gerichtstermin am Landwirtschaftsgericht Büdingen wurde die Räumung des Pachtgrundstücks am Blofelder Weg, auf dem die Gemeinde den Neubau errichten möchte, zum Ende des nächsten Jahres vereinbart.

Anscheinend gibt es gute Chancen, dass bereits im Frühjahr 2021 entsprechend einem Vergleichsvorschlag des Gerichts Artenschutzuntersuchungen auf dem Grundstück stattfinden können.

Lange waren die Fronten bezüglich des verpachteten Grundstücks verhärtet, das Echzell von der evangelischen Kirche übernommen hatte, um darauf ein neues Feuerwehrhaus zu bauen. Der Pächter weigerte sich, vor Ablauf des Pachtvertrags, der zum 10. November 2021 gekündigt ist, Voruntersuchungen zuzulassen. Angebote der Gemeinde, bei einer früheren Räumung ein Ersatzgrundstück als Weide für die Pferde, die er auf dem Stück Land hält, zur Verfügung gestellt zu bekommen, habe der Pächter abgelehnt, berichtet Bürgermeister Wilfried Mogk.

Dabei läuft Echzell die Zeit davon. Denn seit weit über zehn Jahren bemängelt der technische Prüfdienst den Zustand des derzeitigen Feuerwehrhauses, das auch zu klein ist, um die Vorschriften umsetzen zu können. "2001 oder 2002 wurde das schon auf rot gesetzt", erinnert sich Mogk. Sein Vorgänger habe nichts unternommen, und auch er sei inzwischen in der zweiten Amtszeit, ohne dass es ihm gelungen sei, einen Neubau des Feuerwehrhauses umzusetzen. "Irgendwann macht uns der RP das Ding zu", sorgt er sich.

Doch nach einem Gerichtstermin am 30. Juni, in dem das Landwirtschaftsgericht einen Vergleich vorgeschlagen hat, scheint ein Neubau auf dem Grundstück am Blofelder Weg zeitnah realisierbar zu sein. Nach diesem Vorschlag des Gerichts gestattet der Pächter Vertretern der Gemeinde schon vor Ablauf des Pachtvertrags das Grundstück für die Voruntersuchungen, die Voraussetzung für eine Baugenehmigung sind, zu betreten.

Option Steinbruch wohl vom Tisch

Auch für die Artenschutzuntersuchungen - auf dem Grundstück scheinen Zauneidechsen und Fledermäuse zu leben - lässt der Pächter im Gespräch mit der Wetterauer Zeitung erkennen, dass er diese zulassen wird.

"Natürlich brauchen wir das Feuerwehrhaus, aber nicht so", ärgert er sich, dass Vertreter der Kommunalpolitik das von ihm genutzte Grundstück als Standort ausgegeben hätten, ohne zuvor mit ihm gesprochen zu haben. "Es geht da um politische Schicksale", erklärt er sich, warum der Standort am Blofelder Weg so hartnäckig verfolgt werde. Auch er habe Gespräche angeboten.

Zum Verfahren selbst will er zwar nichts sagen, bestätigt aber, dass der Richter jetzt den Räumungstermin für 2021 festgelegt habe. "Geträumt haben sie vielleicht von 2019", glaubt der Pächter. "Am liebsten hätten sie es über Nacht hingestellt."

Mit dieser Entwicklung scheint auch der mögliche Alternativstandort auf dem Steinbruchgelände vom Tisch zu sein. Zwar wäre diese Fläche unter Naturschutzgesichtspunkten voraussichtlich weniger sensibel. Allerdings spricht die unklare zeitliche Perspektive gegen einen Neubau im Steinbruch. "Wie lange das Verfahren dauert, dass man eine Planungssicherheit hat - da rechne ich mit drei bis fünf Jahren, wenn das Bergamt mitspielt", schätzt Mogk. Und: "Bergrecht ist kompliziert."

Feuerwehr hat klare Präferenz

Die Feuerwehr Bingenheim spricht sich deutlich für einen Neubau am Blofelder Weg aus - und gegen ein Gerätehaus auf dem Steinbruch. "Weil es nicht so ist, dass da zügig angefangen werden kann", stellt Wehrführer Florian Hinkel klar. "Das große Problem ist, dass es noch keinen Zeitpunkt gibt, wann da gebaut werden kann." Außerdem sei auch der Anfahrtsweg der Feuerwehrleute zu einem eventuellen Standort im Steinbruch länger. "Man muss sehen, dass es hier um die öffentliche Sicherheit geht und nicht nur um irgendein Hobby", gibt Hinkel in der Diskussion zu bedenken. sax

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