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Aus der Umweltlotterie "Genau" hat der NABU 5000 Euro erhalten und damit die Erdarbeiten für zwei neue Tümpel für Laubfrösche, Kröten und andere Amphibien finanziert. FOTO: PM

Neues Zuhause für Amphibien

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Echzell-Bingenheim(pm). Die NABU-Gruppe hatte kürzlich zu ihrer traditionellen Winterwanderung eingeladen. Über den guten Zuspruch zeigte sich der Vorstand sehr erfreut, hatten sich doch über 60 Teilnehmer eingefunden. Vorsitzender Sven Schuchmann begrüßte die Wandergruppe, dann übernahm Udo Seum.

An der Saatgut AG vorbei geht es in die Straße "Flutbachgraben" Richtung Stockborn. An einem Obstbaumgrundstück erklärte Seum, dass hier Nistkästen mit Einfluglöchern für den Gartenrotschwanz aufgehängt wurden. Ein alter Turmfalkenkasten mit großem Einflugloch werde gerne von Nilgänsen besetzt.

Weiter führte der Weg in Richtung Stockborn, ein Teil des Landschaftsschutzgebiets "Auenverbund Wetterau". Aus der Umweltlotterie "Genau" hatte die NABU-Gruppe 5000 Euro erhalten und damit die Erdarbeiten für zwei neue Tümpel für Laubfrösche, Kröten und andere Amphibien finanziert. Viele Bäume, Büsche und Brombeerhecken mussten beseitigt werden, die zu einem großen Haufen Totholz aufgetürmt wurden. Hier sollen Igel, Insekten und kleine Vögel einen Unterschlupf finden.

Auch auf Zugvögel kam man zu sprechen. Seum erklärte, dass etwa 1000 Kraniche gar nicht weg waren. Durch die Klimaerwärmung stellen sich die Zugvögel um, die Wetterau sei eine Wärmeinsel zwischen Taunus und Vogelsberg.

Über 100 Kraniche haben in der Nähe zum Kreis Gießen ihren Schlafplatz: Bei uns sieht man sie nachmittags gen Norden ziehen, wenn sie zu ihren Schlafplätzen zurückfliegen. Sollte es noch richtig kalt werden, ziehen die Tiere weiter.

Manche Störche bleiben hier

Dasselbe Phänomen kann man beim Weißstorch beobachten. Durch das Beringen der Tiere wurde festgestellt, dass in Büttelborn an der Mülldeponie etwa 100 Störche geblieben sind, die dort reichlich Nahrung finden.

Der Weg führte zum Internat Lucius. Dort zeigte Seum einen Schleiereulen-Kasten und erzählte, dass ein kalter Winter den Tieren zu schaffen mache: Diese Eulen können sich keine Fettreserven anfressen wie andere Eulenarten.

Im Wald angekommen, konnte man einen Kleiber und einen Buntspecht hören. Ein Stück weiter blieb Seum vor gekennzeichneten Bäumen stehen: Das Fichtensterben hat auch hier begonnen. Der Borkenkäfer bohrt sich durch die Rinde ins Holz, legt Gänge an und Larven ab. So wird der Baum von innen zerstört. Normalerweise kann sich ein gesunder Baum gegen die Parasiten wehren. Erkrankte Fichten müssen schnell entfernt werden, um die Ausbreitung des Käfers zu verhindern.

In der Nähe eines Hochsitzes erklärte Jagdpächter Matthias Pipp, warum dort ein Fässchen liegt. Es ist mit Mais gefüllt und soll Wildschweine anlocken. Mit Erfolg: Am Boden konnte man ihre Spuren sehen. Nach dem Verlassen des Waldes zeigte Seum auf einem Apfelbaumgrundstück eine Steinkauz-Röhre. Im Wetteraukreis gibt es etwa 600 davon.

Wieder im Ort angekommen, legte die Gruppe noch einen Stopp an einem fledermausfreundlichen Haus ein, bevor es in die Schreinerei der Lebensgemeinschaft eine Stärkung für die Wanderer gab.

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