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Tobias Erik Reiners HGON-Vorsitzender

Naturschützer durch und durch

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Echzell(pm). Die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) vollzieht mit Tobias Erik Reiners einen Generationenwechsel. Der ehemalige Vorsitzende Oliver Conz wechselt als Staatssekretär ins hessische Umweltministerium. Das berichtet die HGON.

An seinem "perfekten Tag" geht Tobias Erik Reiners mehrfach raus in die Natur, um Beobachtungen zu machen, und wertet abends noch aktuelle Naturschutzdaten aus. Der 36-jährige Biologe aus Gießen ist Naturschützer durch und durch - einer der Gründe, warum ihn die Mitgliederversammlung der HGON zum neuen Vorsitzenden gewählt hat. Mit Freude und Zuversicht hat Reiners das Amt angenommen: "Ich freue mich auf jeden Termin. Das ist wie eine ›Challenge‹, und ich bin absolut motiviert, immer auch Einfluss nehmen zu können." Genau diese Einflussnahme trauen ihm die Vereinsmitglieder zu, wie der stellvertretende Vorsitzende Rudolf Fippl erklärt: "Tobias wird fachlich auch über Hessens Grenzen hinaus sehr geschätzt. Seine Kompetenz, sein sicheres Auftreten und vor allem sein offenes Wesen werden der HGON gut zu Gesicht stehen."

Hauptberuflich ist Reiners bei der Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung tätig, privat ist er Familienvater von drei Kindern. Seine eigene Kindheit hat er naturnah im Vogelsberg verbracht. Auch sein Vorgänger im Amt des HGON-Vorsitzenden steht hinter Reiners: "Tobias ist der ideale Mann für diese Position. Mit ihm an der Spitze und vielen weiteren jungen Frauen und Männern im Vorstand gelingt der HGON ein Generationenwechsel, mit dem sich vergleichbare Verbände deutlich schwerer tun", sagt der ehemalige Vorsitzende Conz.

In der Naturschutzarbeit hat sich Reiners mit seinem Engagement für den Feldhamster einen Namen gemacht. Neben den selbst gesetzten Schwerpunkten nachhaltige Landwirtschaft, naturverträgliche Energiewende und bessere Umsetzung von Schutzgebieten will er die Monitoring-Programme der HGON weiter vorantreiben. "Die HGON braucht weiterhin eine starke, gewichtige Stimme bei politischen und behördlichen Entscheidungen. Fachlich gute, überzeugende Argumente können wir nur dann entwickeln, wenn wir über umfangreiche und verifizierbare Daten verfügen", sagt Reiners. Aus diesem Grund arbeitet der neue HGON-Vorsitzende stetig an der Weiterentwicklung des Online-Portals www.ornitho.de mit, auf dem Vogelbeobachtungen gemeldet und zur Auswertung verarbeitet werden.

"Inzwischen haben wir mehr als 3 Millionen ›ornitho‹-Meldungen aus Hessen", freut sich Stefan Stübing, Avifauna-Referent der HGON. "Um die von Tobias programmierten Auswertungsroutinen werden wir bundesweit beneidet." Die registrierten Nutzer melden möglichst alle Beobachtungen, die sie machen. Mitmachen kann jeder, der einige Vogelarten sicher erkennt. "In den letzten zwei Jahren haben wir sogar vier Erstnachweise für Hessen verzeichnen können", sagt Stübing. Die Arten Mönchsgeier, Felsenschwalbe, Grünlaubsänger und vor wenigen Wochen ein aus Asien stammender Dunkellaubsänger in Kassel seien zuvor niemals in Hessen gesichtet worden.

Schutz benötigten aber weniger die Seltenheiten, sondern vielmehr jene Vogelarten, die in Hessen schon lange heimisch sind. Reiners: "Wir erleben dramatische Bestandsrückgänge ehemaliger sogenannter Allerweltsarten. Betroffen sind vor allem Vögel der Agrarlandschaft." Die Lebensräume der Vögel zu erhalten und ihre Futterquellen zu sichern, dafür will sich Reiners einsetzen. FOTO: PM

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