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Während im Inneren schon die Spiel- und Lernmaterialien bereit stehen, wird an der Außenanlage noch gearbeitet.

Der Name ist Programm

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Echzell-Gettenau(sax). Mit zahlreichen Gästen aus Politik und Gemeindeleben ist die neue Kindertagesstätte (Kita) in Gettenau eingeweiht worden. Dabei beeindruckte vor allem die großzügige, helle Gestaltung der Räume. Der Name "Buntes Haus" stehe nicht nur für die Farbigkeit der Räume, sondern vor allem auch für die Vielfalt der Kinder, die darin betreut und gefördert würden, sagte Kita-Leiterin Kerstin Bülow.

Seit 30 Jahren arbeitet Bülow als Pädagogin. In den letzten zwei Jahren sei in ihr der Wunsch gewachsen, eine Kita zu leiten. "Für mich gehen gleich mehrere Träume in Erfüllung", sagte Bülow sichtlich gerührt. In dem Konzept der neuen Gettenauer Kita habe sie ihre Vorstellungen verwirklichen können.

"Kinder lieben Farben", sagte die Leiterin. Sie fänden sehr schnell Lieblingsfarben. Mit den bunt gestalteten Räumen hätten die Architekten einen Aspekt für die Benennung der Kita gesetzt. Entscheidender sei aber der Gedanke der Vielfalt, wie er auch in dem Programm "BuntErLeben", an dem Echzell zusammen mit Wölfersheim, Reichelsheim und Florstadt teilnimmt, zum Ausdruck komme. "Wo kann man besser bunter leben, als in einem bunten Haus?", fragte Bülow. In der Kita hätten große und kleine, jüngere und ältere Kinder, Kinder mit besonderem Förderbedarf und Kinder von Eltern mit Migrationshintergrund gleichermaßen ihren Platz. "Die Haltung muss stimmen", betonte Bülow.

Erste Kita vor 175 Jahren

"Es ist eine große Verantwortung, die wir in dem Beruf tragen", sagte sie weiter. Es gelte, den Kindern Selbstvertrauen, Wärme, Liebe und Respekt zu geben. "Ich danke allen, die daran mitgearbeitet haben, dass wir jetzt so einen schönen Arbeitsplatz haben."

Bürgermeister Wilfried Mogk griff in seiner Begrüßung ebenfalls die Idee des Namens auf. "Bei uns ist jeder willkommen, egal woher er kommt, welche Konfession oder welche Hautfarbe er hat. Echzell ist bunt und das beginnt bei uns schon im Kindergarten." Er dankte den Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung, die mit ihm den Neubau verwirklichten. Besonders dankte er den politischen Gremien, "dass Sie mit mir den Mut aufgebracht haben, dieses Projekt zum Wohle Echzells zu beschließen."

Die Landtagsabgeordnete der Grünen, Kathrin Anders, - die selbst 20 Jahre als Erzieherin und zehn Jahre als Sozialpädagogin gearbeitet hat - erklärte, dass der Ausbau der Kitas "für die Kinder von Eltern, die immer mehr arbeiten gehen müssen", dringend notwendig sei. Sie wies darauf hin, dass das Land in den letzten Jahren sehr viel Geld für diesen Ausbau zur Verfügung gestellt habe. Wichtig sei aber auch, die Anerkennung der Arbeit der Erzieher zu vergrößern. "Die Qualität hängt ganz maßgeblich von den Erziehern ab", betonte Anders. "Es ist schön zu sehen, wie eine ganze Gemeinde sich engagiert, um Kindern einen Raum zu geben", lobte sie den Zusammenhalt in Echzell.

Die Erste Kreisbeigeordnete Stephanie Becker-Bösch wies darauf hin, dass neben den Fördergeldern vor allem auch die Gelder der Gemeinde Echzell notwendig waren, um die 3,6 Millionen Euro teure Kita zu bauen. Der gelungene Neubau zeige, dass es trotz der knappen Kapazitäten im Handwerk und der gestiegenen Preise möglich sei, solche Projekte umzusetzen, wenn man zielstrebig daran arbeite. "Wir brauchen jeden einzelnen Kindergartenplatz", stellte sie fest. Zwar bilde der Wetteraukreis auch Tageseltern aus, um ein erweitertes Angebot zu schaffen. Doch auch hier seien die Möglichkeiten begrenzt.

Barbara Henrich erinnerte für die Grünen in der Gemeindevertretung daran, dass die Einweihung in einem Jubiläumsjahr stattfinde. Vor genau 175 Jahren habe Friedrich Fröbel den ersten Kindergarten gestiftet."Was würde wohl ein Friedrich Fröbel sagen, wenn er sähe, was aus seiner Idee erwachsen ist?", fragte sie.

Verena Reuter wies für den Elternbeirat auf die Fortschritte hin, die in der Kinderbetreuung erreicht wurden. "So sehr wir uns über den Neubau freuen, so sehr wünschen wir uns, dass alle Echzeller Kindergärten modernisiert und fit für die Zukunft gemacht werden", forderte sie weitere Investitionen.

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