+
In der östlichen Wetterau könnte 2027 eine Landesgartenschau veranstaltet werden - nicht als Blumenschau in neuen Anlagen, sondern als Wertschätzung des Vorhandenen. Auch Echzell hat Interesse bekundet und unter anderem das Bingenheimer Ried zu bieten. FOTO: SAX

Mehr als nur "Blümchenbeete" pflanzen

  • schließen

Echzell(sax). Echzell würde sich gerne an einer regionalen Landesgartenschau 2027 beteiligen. Einstimmig, bei einer Enthaltung, hat die Gemeindevertretung in ihrer Sitzung am Montagabend ihr Interesse daran bekundet. Dafür soll als erster Schritt eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben werden. Klaus Karger, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Wetterau hatte zuvor auf die positiven Effekte hingewiesen, die mit einer Landesgartenschau in der Region erreicht werden könnten.

Sieben Kommunen haben nach Angaben der Fördergesellschaft Landesgartenschauen in Hessen und Thüringen bisher Interesse angemeldet, die Veranstaltung im Jahr 2027 auszurichten. Während alle diese Kommunen - offiziell genannt wurden bisher Dillenburg und Frankenberg - als Einzelbewerber antreten, hat die Region unter Führung des Vereins Oberhessen mit der Interessenbekundung gegenüber dem Land Hessen den ersten Schritt zu einer interkommunalen Bewerbung gemacht.

Wie Echzell haben die meisten Kommunen einstimmig ihr Interesse erklärt, sich an der Machbarkeitsstudie zu beteiligen. In Kefenrod ist als letzte Kommune die Abstimmung für den morgigen Donnerstag geplant.

Karger betonte in seiner kurzen Präsentation, dass es bei einem zeitgemäßen Konzept für eine Landesgartenschau weniger darum gehe, "Blümchenbeete" zu pflanzen. Ziel sei es nicht, in viele neue Anlagen mit zusätzlichen Unterhaltskosten zu investieren, sondern "dass man vorhandene Orte noch stärker in Wert setzt", erläuterte der Wirtschaftsförderer. Dabei müsse der Blick immer auch auf die Zeit nach der Landesgartenschau gerichtet sein. Der Maßstab müsse sein: "Was haben die Bürger davon?"

Die Landesgartenschau solle helfen, die Infrastruktur in der Region zu verbessern. Karger erklärte, dass über diese gemeinsame Veranstaltung der oberhessischen Kommunen die Mobilität gestärkt und neue Verkehrskonzepte etabliert werden könnten. Weitere wichtige Themen könnten Täler und Wasser sein.

Zuerst kommt eine Machbarkeitsstudie

"Da haben Sie auch in Bingenheim eine Menge zu bieten." Dazu könne dem Ballungsraum Rhein-Main vermittelt werden, wo das Wasser herkommt und welchen Wert es hat. "Wir haben die Chance, uns mit einer Landesgartenschau viel stärker als ›grünes Zimmer von Frankfurt‹ ins Bild zu setzen."

Karger wies darauf hin, dass der erste Schritt - die Interessenbekundung und die Beteiligung an der Machbarkeitsstudie - für die Kommunen noch nahezu kein Risiko bedeute. 70 000 Euro würden jeweils zur Hälfte von der Sparkassenstiftung und dem Verein Oberhessen gezahlt. Was die Machbarkeitsstudie am Ende kosten werde, hänge jedoch von den Angeboten der privaten Dienstleister ab. Karger räumte ein, dass die 70 000 Euro auch überstiegen werden könnten. Dafür erhielten die beteiligten Kommunen, auch wenn die Region nicht den Zuschlag für die Landesgartenschau bekomme, wichtige Erkenntnisse für zukünftige Planungen. "So eine wichtige Grundlage muss einer Kommune auch einen kleinen Obolus wert sein", warb Karger.

Auch Gepa Siegel (Grüne) sprach sich entschieden dafür aus, dass Echzell den ersten Schritt zu einer Bewerbung geht. Sie berichtete von der Informationsveranstaltung in Ortenberg zur interkommunalen Landesgartenschau, an der leider außer ihr für die Grünen keine Vertreter anderer Echzeller Fraktionen teilgenommen hätten.

Die gemeinsame Präsentation der Region könne den Tourismus als langfristige positive wirtschaftliche Wirkung stärken. "Es ist auch eine Möglichkeit, Echzell als attraktive Alternative zum Ballungsraum zu präsentieren und Neubürger zu gewinnen."

Siegel erläuterte, dass Kommunen, die eine Landesgartenschau ausrichten, bei der Fördermittelvergabe bevorzugt würden. Damit könnten auch bereits vorgesehene Projekte finanziert werden. "Ich kann mir sehr gut vorstellen, den angedachten Bürgerpark, die Erneuerung von Spielplätzen, das Bingenheimer Ried, den Ausbau von Rad- und Wanderwegen gemeinsam mit den Nachbarkommunen und den Echzeller Gemeindewald in das Konzept einer Landesgartenschau Oberhessen einzubinden."

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare