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Maschinengewehr beim »Schlitzer« entdeckt

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Echzell (WZ). Dem Schlitzer Patrick Wolf droht wieder Ärger: Die Staatsanwaltschaft hat eine neue Anklage gegen den derzeit in Haft sitzenden 26-Jährigen eingereicht.

Im Mai 2011 hatten Beamte die Hofreite des Gettenauers durchsucht. Was die Ermittler fanden, wurde nicht bekanntgegeben. Bis Freitagabend: Auf WZ-Anfrage bestätigte Beate Bremer, Sprecherin des Gießener Landgerichts, dass neben einer Pistole, einem Revolver und einem Schießkugelschreiber auch ein Maschinengewehr gefunden worden war.

Die Liste der Vorwürfe wird damit immer länger. Neben der neuen Anklage wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz muss sich Wolf wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz, Körperverletzung, Volksverhetzung, Verbreitung von Propagandamaterial verbotener Organisationen, Widerstand gegen die Staatsgewalt, gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und des Verstoßes gegen das Urheberrecht verantworten.

Damit droht dem 26-Jährigen eine mehrjährige Haftstrafe. Laut Bremer ist geplant, die einzelnen Anklagen zu einem Verfahren zusammenzulegen. Ein Termin für den Prozessbeginn stehe noch nicht fest.

Der Antifa-Bi-Vorsitzende sieht in den »Old Brothers« um Patrick Wolf eine »kriminelle, wenn nicht sogar eine terroristische Vereinigung«. Die gefundenen Waffen passen für ihn ins Bild. Seiner Meinung nach könnten die »Old Brothers« eine Untergruppe von »Combat 18« (C18) sein, eine neonazistisch-terroristische Organisation, die auch vor Bombenanschlägen und Mord nicht zurückschrecke. Was für die Vermutung spreche: »Patrick Wolf hat C 18 im Nacken tätowiert«, sagt der Antifa-Bi-Vorsitzende. Zudem habe der erste Old-Brothers-Laden in Wölfersheim »Combat 18 Supporters Shop« geheißen. Der Vorsitzende geht davon aus, dass auch weitere Old-Brothers-Mitglieder illegale Waffen besitzen.

Im März hatte es bei Facebook eine Bombendrohung gegen den Vorsitzenden gegeben. Er solle sich nicht »wundern wenn sein Auto mit ihm in die Luft fliegt weil ein wenig zu viel Sprengstoff unterm Auto deponiert wurde«. Die Nachricht kam von einem Profil, das unter dem Namen »Patrick Paul Wolf« angemeldet war. Der »Schlitzer« bestritt jedoch, die Nachricht verfasst zu haben.

Der Antifa-Bi-Vorsitzende nimmt die Drohung ernst: »Weil es so viele Mitläufer gibt. Dass jemand auf dumme Gedanken kommen könnte, ist kein gutes Gefühl«, hatte er damals der WZ gesagt. Der Waffenfund beim »Schlitzer« lasse die Drohung nun »in einem ganz anderen Licht erscheinen«.

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