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Kritik an Ausschreibungen

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Von: red Redaktion

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Tauschen sich über wirtschaftspolitische Herausforderungen aus (v. l.): Jochen Ruths, Alexander Repp, Thomas Zebunke, Pascal Roos, Christa Degkwitz und Frei Messow. © pv

Echzell (pm). Kreistagsabgeordnete der Oppositionsparteien Grüne, FDP und Freie Wähler haben bei einer weiteren Etappe ihrer Sommertour die Firma Repp Metallbau in Echzell besucht. Dabei tauschten sie sich über wirtschaftspolitische Herausforderungen aus. »Wir wollen mehr als Fototermine«, betonen die Kreistagsabgeordneten Jochen Ruths (FDP), Thomas Zebunke und Christa Degkwitz (Grüne) in ihrer gemeinsamen Pressemitteilung.

Eine Eigenschaft von Geschäftsführer Alexander Repp, der auch Vize-Kreishandwerksmeister und Landesinnungsmeister seines Gewerbes ist, ist es, immer einen Schritt vorauszudenken. Sein Sohn Florian hat seinen Meisterbrief seit Kurzem in der Tasche und steht für die Zukunft des Familienunternehmens mit über 30 Mitarbeitenden parat.

Kontakte zu jungen Menschen pflegen

Der Fachkräftemangel stellt auch in dieser Branche ein Problem dar. Zur Frage, wie das mittelständische Unternehmen es mit dem Nachwuchs hält, erklären Alexander und Florian Repp, dass sie dies offensiv angehen. »Wir sind ständig aktiv darum bemüht, gute Kontakte zu jungen Menschen zu pflegen, beispielsweise bis hin zum Mitwirken bei den Ferienspielen, und finden so eigentlich immer beruflich Interessierte.«

Die Abgeordneten sagten, sie wollten dem Kreistag eine Initiative vorschlagen, um gezielt Fachkräfte auch aus Nicht-EU-Staaten wie zum Beispiel Serbien, aber auch Nordafrika und dem Mittleren Osten anwerben zu können. Die bürokratischen Hürden lägen hier zum Teil sehr hoch. Darüber hinaus würden sie einen Fachkräftetag (Recruiting Day) anregen, der den der IHK für Auszubildende ergänze.

Probleme bereiten dem Handwerk häufig die Bürokratie und auch praktische Dinge wie der Handwerkerparkausweis. Der sei, so Handwerksmeister Repp, viel zu teuer.

Die öffentlichen Aufträge, z. B. von Kreis und Gemeinden könnten ein Rückgrat für die Auslastung der heimischen Betriebe sein, sagte Repp. Leider werde fast nie so ausgeschrieben, dass lokale Betriebe angesprochen würden und auch Aussichten hätten, den Zuschlag zu bekommen. »Das Vergaberecht muss bei größeren Projekten eingehalten werden«, sagte Zebunke. »Aber nicht das ›billigste‹ Angebot zählt, sondern das wirtschaftlichste. Wenn man die Wartung und Folgekosten berücksichtigt sind das aber meist Betriebe aus der Region.« Die Abgeordneten versprachen, Repps Anregungen mitzunehmen und im Kreistag und in den Kommunalparlamenten darauf hinzuwirken, die Ausschreibungsstandards rechtssicher im Sinne der lokalen Unternehmen anzupassen.

Abschließend sagte Ruths: »All das gehört auch ins Kreisentwicklungskonzept, das der Wetteraukreis nach dem Vorbild von ›Leader‹ im Ostkreis in Kürze auch für den westlichen und südlichen, also weniger ländlichen Kreisteil, erstellen wird.«

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