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Der Container steht schon, bald beginnt die Sanierung der "Rappelkiste". Dafür gibt’s Geld vom Land (v. l.): Bauamtsleiter Alexander Perkowski, Erste Beigeordnete Kornelia Schumacher, Lucia Puttrich, Wilfried Mogk, Jonas Fahrenbruch (Bauamt). (Hessische Staatskanzlei)

Investieren in Echzell

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Echzell(dab). Es gibt Geld vom Land: Eine Förderzusage über 875 000 Euro hat Europaministerin Lucia Puttrich am Freitag Bürgermeister Wilfried Mogk überbracht. Die Mittel stammen aus dem Investitionsprogramm der "Hessenkasse" und werden in drei Projekte in der Kerngemeinde fließen.

Der Kindergarten "Rappelkiste" soll saniert werden. "In der kommenden Woche ziehen die Kinder in einen Container um, damit die Arbeiten beginnen können", sagte Bürgermeister Mogk. Der Umbau soll Platz für eine Krippengruppe schaffen: Dann können auch bis zu zehn Kinder von einem bis drei Jahren betreut werden. Das Land beteiligt sich mit 412 000 Euro an der Investition.

80 000 Euro sind für die Erneuerung der Bühnentechnik in der Horlofftalhalle bestimmt. Das Bürgerhaus bekommt eine neue Mikrofonanlage, eine moderne Beleuchtung, die Bühnenvorhänge werden ausgetauscht.

Deutlich mehr Geld fließt in die Sanierung der Räume der Gemeindeverwaltung; hier schießt das Land 383 334 Euro zu. Das in die Jahre gekommene Rathaus, das unter Denkmalschutz steht, soll modernisiert werden. Um dem Brandschutz gerecht zu werden, wird der Umbau erheblich aufwendiger als gedacht: Das Dachgeschoss sei baurechtlich nie genehmigt worden, sagte Mogk. Das Gebäude erhält nun einen zweiten Rettungsweg. Die Sitzungs- und Sozialräume werden im Dachgeschoss untergebracht. Die bislang dort angesiedelten Büros ziehen in den ersten Stock. Den Umbau will Mogk auch nutzen, um die Verwaltung räumlich anders zu organisieren: Die Fachbereiche Finanzen und Bau sowie die Hauptverwaltung sollen näher zusammenrücken.

Zur Teilnahme am Investitionsprogramm der "Hessenkasse" sind struktur- oder finanzschwache Kommunen berechtigt, die zu einem Stichtag im vergangenen Jahr keine Kassenkredite hatten. "Ich freue mich, dass Echzell die Möglichkeit zu Investitionen in die Infrastruktur erhält, die jetzt sonst nicht möglich wären", sagte Puttrich.

"Ich freue mich natürlich über die Zuschüsse", betonte Mogk. "Dennoch: Das Land müsste die Kommunen für die Pflichtaufgaben, die es uns übertragen hat, mit mehr Mitteln ausstatten." Als Beispiel nennt er die Kinderbetreuung: Vor dem Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz für Einjährige habe die Betreuung bei einem Minus von 680 000 Euro in der Gemeindekasse gelegen. Seither sei das Defizit gewachsen - auf 1,35 Millionen Euro in diesem Jahr. Statt eines Zuschusses zu den Baukosten wäre ihm eine Beteiligung an den laufenden Kosten lieber.

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