»Integraler Bestandteil des Dorfes«

  • vonRedaktion
    schließen

Echzell-Bingenheim (prw). Für das jahrelange Engagement der Lebensgemeinschaft Bingenheim überreichte Erste Kreisbeigeordnete und Sozialdezernentin Stephanie Becker-Bösch nun das Label »Vielfalt Wetterau!... Region für ALLE!«, berichtet der Kreis nun in einer Pressemitteilung.

Läuft man durch Bingenheim ist die Lebensgemeinschaft allgegenwärtig. Mit ihren Wohnhäusern, Läden und Werkstätten prägt sie den Charakter des Dorfes. Das gleiche gilt für die Menschen mit Behinderung, die in der Lebensgemeinschaft leben, arbeiten, lernen oder Therapien in Anspruch nehmen: »Die Menschen, die zur Lebensgemeinschaft gehören, gehören auch zu Bingenheim. Sie kaufen hier ein, haben hier Freundschaften und verbringen hier ihre Freizeit - sie sind integraler Bestandteil des Dorfes«, sagt Manuel de Roos, Leiter der Einrichtung.

Dass diese Inklusion funktioniert, hat auch etwas mit der Geschichte der Lebensgemeinschaft zu tun. 1950 von einigen Engagierten gegründet, ist sie immer weiter in das Dorf hineingewachsen. Es gibt Pferde- und bald auch Eseltherapien, einen erlebnispädagogischen Hochseilgarten, unzählige Kunstangebote und vieles mehr. Für die Menschen, die in der Lebensgemeinschaft arbeiten möchten, reicht das Feld von einer Töpferei, einer Bäckerei bis hin zu einer Verarbeitungsküche. Ziel sei es, so Manuel de Roos, dass man Menschen mit Behinderungen nicht nur irgendwie beschäftige, sondern ihnen die Möglichkeit gebe sich entsprechend ihrer Neigungen entwickeln und einbringen zu können.

Doch für so ein Angebot wird hochqualifiziertes Personal benötigt. »Bei uns arbeiten Menschen aus 30 Nationen zusammen.« Viele seien für freiwilligen sozialen Jahres gekommen, dann für eine Ausbildung zur Heilerziehungspfleger/in geblieben.

Neue Möglichkeiten der Vernetzung biete nun auch das Label. In der Lebensgemeinschaft, sagt Sozialdezernentin Becker-Bösch, »wird jeder Mensch entsprechend seiner Fähigkeiten gefördert, um den eigenen Platz in der Gesellschaft zu finden«. Es gehe aber nicht nur um Inklusion, »sondern auch um Engagement für die Dorfgemeinschaft, für den Umwelt- und Naturschutz und für das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkünfte«.

Der Wetteraukreis würdigt mit der Auszeichnung Praxisbeispiele für eine vielfältige Region. Die Ausgezeichneten erhalten das Label in Form einer Plakette.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare