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Dohlen brüten gern weit oben, deshalb kommt ein Hubsteiger zum Einsatz, um die Nistkästen anzubringen.

Hoffen auf Nachwuchs

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Echzell (pm). Die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) hat vor einigen Tagen Nistkästen für Dohlen aufgehängt. An der HGON-Geschäftsstelle in Echzell und an zwei großen Bäumen direkt neben der gegenüberliegenden Kirche haben die Rabenvögel nun mögliche Orte, an denen sie geschützt nisten können.

»Ohne die Unterstützung der Ovag wäre dies allerdings nicht möglich gewesen«, schreibt die HGON in einer Pressemitteilung. Denn um die Kästen in ausreichender Höhe anzubringen, benötige man einen Hubsteiger und jemanden, der diesen bedienen könne. »Zum Glück griff uns die Ovag bei beidem unter die Arme«, sagt Timon Löber, der bei der HGON sein Freiwilliges Ökologisches Jahr absolviert.

Dohlen sind extrem intelligente Tiere. Für diese Eigenschaft sind Rabenvögel im Allgemeinen bekannt. Sie können Nüsse öffnen, indem sie diese von weit oben auf den Boden werfen, oder sie weichen harte Mahlzeiten in Wasser auf. Auch leben sie in komplexen sozialen Strukturen.

Bis zum Tod vereint

Trotz all dieser Strategien haben die Dohlen einige Probleme. Um eine Population in einem Bereich anzusiedeln, braucht es spezielle Bedingungen. Zum einen brüten Dohlen gerne an hohen Gebäuden wie Kirchen. Andererseits brauchen die Vögel in einem Umkreis von ungefähr 500 Metern um den Neststandort geeignete Futterquellen, etwa insektenreiche Grünflächen.

Ursprünglich auf der Vorwarnliste der Roten Liste Hessens geführt, gilt die Dohle mittlerweile dank starker Bestandszunahmen wieder als ungefährdet. Mittlerweile leben rund 3000 Paare in Hessen, wie die HGON weiter mitteilt.

Man kann die Dohle in zwei Gruppen einteilen: die Gebäudebrüter und die Waldbrüter. Im Unterschied zu den Gebäudebrütern suchen sich die Waldbrüter verlassene Spechthöhlen in Bäumen. Gebäudebrüter sind in Hessen deutlich seltener als Waldbrüter. So gibt es nach HGON-Angaben im Wetteraukreis weniger als 100 Paare, die in und an Gebäuden nisten.

Löber berichtet, dass die neuen Nistkästen schon direkt, nachdem die Arbeiten abgeschlossen waren, von den Dohlen erkundet wurden. »Wir hoffen, dass sich im nächsten Jahr in jedem der Kästen ein glückliches Dohlenpaar befindet. Denn wenn sich zwei Dohlen gefunden haben, bleiben diese meist bis zum Tod vereint und kümmern sich, entgegen dem Vorurteil Rabeneltern, liebevoll um ihren Nachwuchs. Wir freuen uns auf jeden Fall täglich, die kecken Laute der Dohlen bei unserer Arbeit zu hören.«

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