Die Verkehrssituation in der Hauptstraße in Echzell. Parken die Autos vorschriftsmäßig komplett auf der Fahrbahn, ergeben sich Engpässe, verstärkt aufgrund des Lkw-Verkehrs.
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Die Verkehrssituation in der Hauptstraße in Echzell. Parken die Autos vorschriftsmäßig komplett auf der Fahrbahn, ergeben sich Engpässe, verstärkt aufgrund des Lkw-Verkehrs.

Verkehr

Verkehrsprobleme in Echzell: Entlastung geplant – »Leider bleibt oft nur das im Gedächtnis, was Geld kostet«

  • VonInge Schneider
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Die Situation ist im wahrsten Sinne des Wortes verfahren: In vielen Abschnitten der Echzeller Hauptstraße (Wetterau) parken die Autos vorschriftsmäßig komplett auf der Fahrbahn, verengen aber die Durchfahrt derart, dass es schnell zu Durchfahrtsproblemen kommt.

Echzell – Schon beim gleichzeitigen Passieren zweier Pkw gibt es ein Problem auf Echzells Durchfahrtsstraße. Verschärft stellt sich die Lage dar, wenn ein SUV und ein Entsorgungsfahrzeug oder ein Schwerlaster aneinander vorbei möchten. »Dann fliegen möglicherweise die Außenspiegel - und die bösen Worte dazu«, sagen die Brüder Sebastian und Patrick Kapeller, Söhne des Hauses Schreinerei Arno Kapeller mit Sitz in der Hauptstraße 116. »Dabei könnte alles ganz friedlich und geregelt ablaufen, wenn jeder sich etwas Zeit nehmen würde, den Weg freizugeben. Doch leider denkt jeder nur an sein eigenes Durchkommen - und das vielfach mit überhöhter Geschwindigkeit«, sagen sie.

Verkehr in der Wetterau: Anwohner beschweren sich über parkende Autos auf dem Gehweg in Echzell

Ganz ähnlich sieht die Lage auch Echzells Bürgermeister Wilfried Mogk. Aufgrund vieler Beschwerden aus den Reihen der schwächsten Verkehrsteilnehmer, die durch parkende Autos blockierte Gehwege vorfinden, hat er ein Verfahren zur Bereinigung und Veränderung der angespannten Situation eingeleitet, das sowohl in den amtlichen Bekanntmachungen als auch auf der Gemeinde-Homepage transparent dargelegt wurde und wird. »Das Parken auf dem Gehweg ist nach der Straßenverkehrsordnung generell unzulässig. Es kann mittels Markierung oder Beschilderung jedoch erlaubt werden«, stellt der Bürgermeister in einem Schreiben an die Bürger auf der Homepage der Gemeinde klar. »Gerne möchten wir unseren geplanten Handlungsablauf vorstellen: Im ersten Schritt werden unzulässig auf dem Gehweg parkende Fahrzeuge, welche nicht den gesamten Gehweg blockieren, durch Hinweiszettel ohne Verwarngeld darauf aufmerksam gemacht; gleichzeitig wird gegen die Fahrzeughalter, welche die Gehwegnutzung gänzlich verhindern, ein Ordnungswidrigkeitsverfahren mit Verwarngeld eingeleitet.«

Diese Phase, durchgeführt von einem eigens seitens der Gemeinde eingestellten Ordnungspolizisten, läuft bereits seit einigen Wochen. Mit Erfolg, wie Anwohner berichten. Die Ermahnungen hätten viele Falschparker vom Gehweg auf die Fahrbahn gebracht. Dauerhaften Erfolg werde aber wohl nur das Einfordern eines Verwarngeldes bringen. »Leider bleibt oft nur das im Gedächtnis, was Geld kostet«, bedauert Bürgermeister Mogk im Gespräch. »Das gilt auch für die Geschwindigkeitsmessungen, die wir seit Wochen durchführen. Sie erbrachten bis zu 750 Fälle überhöhten Tempos auf unserer Hauptstraße - sie verführt zum Schnellfahren und wird im Berufsverkehr von Pendlern auf dem Weg nach Frankfurt genutzt, statt den vorgesehenen Umweg über Wölfersheim zu nutzen. Ebenso leiden wir unter dem Schwerlasterverkehr, der zum Beispiel den Steinbruch Unter-Widdersheim ansteuert.« Es sei daher durchaus gewollt, die Durchfahrt entschleunigt, ruhiger und damit unattraktiver für ungeduldige Raser zu gestalten, sagt Mogk.

Verkehr auf der Hauptstraße in Echzell (Wetterau): Markierungen sollen Fußgänger und Autofahrer entlasten

»In einem zweiten Schritt wird die Gemeinde Echzell in Zusammenarbeit mit dem Wetteraukreis, der Straßenmeisterei/Hessen Mobil und der Polizei Friedberg auf der Hauptstraße überall dort Stellflächen auf Gehwegen markieren und beschildern, wo die Breite des Gehweges, die mindestens 1,50 Meter betragen muss, dies erlaubt«, schreibt Echzells Bürgermeister in seinem Brief an die Betroffenen. »Ein Termin mit den beteiligten Behörden wurde für Mitte November 2021 vereinbart.«

Für die Übergangszeit bittet Mogk alle Verkehrsteilnehmer um Verständnis und Rücksichtnahme. Eine wertvolle Hilfe zur Verkehrsberuhigung leisteten auch die Anwohner, die ihre Autos im eigenen Hof parken. Mogk zeigt sich überzeugt: »Sobald die Markierungen an den möglichen Stellen angebracht wurden, wird sich die Situation entspannen und sich in einem für uns wertvollen Gleichgewicht zwischen Verkehrssicherheit und Verkehrsfluss einpendeln.«

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