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Am Lohrberg spricht Gerhard Weinrich vom Verein "MainÄppelHaus" über den Riesling, der mit den Frankfurter Trauben hergestellt wird.

Grüne Lunge und ein Weinberg

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Echzell-Bingenheim(pm). Der Tagesausflug der NABU-Ortsgruppe führte kürzlich in den Frankfurter Grüngürtel. Dieser ist gut 8000 Hektar groß und schmiegt sich um den bebauten Kern der Mainmetropole. Er wirkt als grüne Lunge. Mit dem Bus fuhren 35 an der Natur interessierte Personen zum Alten Flugplatz in Bonames. Dort zeigte der Landschaftslotse Torsten Jens einen einzigartigen Naturerlebnisort.

Das Gelände war von 1945 bis 1992 ein Hubschrauberlandeplatz der US-Armee. Im Jahr 2004 wurde es von der Stadt gekauft. Asphalt und Beton wurden aufgebrochen. Jetzt darf hier die Natur machen, was sie will, eine Wildnis ist entstanden. Vor ca. drei Jahren war hier die höchste Vielfalt an Pflanzen und Tierarten zu finden. Es wurden 140 Vogelarten gezählt; es gibt die größte Amphibiendichte im Rhein-Main-Gebiet. Der "Königsfelsen", die höchste Erhebung in dem Gebiet, war ein besonderer Ort zum Krafttanken. Über die ehemalige, nunmehr nur noch 500 Meter lange Landebahn ging es weiter zu einem Weidenlabyrinth, einem Ort der Besinnung und Entschleunigung.

Nach einem Mittagssnack in der freien Natur ging es mit dem Bus weiter auf den Lohrberg in Seckbach. Von hier aus kann man den Panoramablick über die Skyline genießen. Der Vorsitzende des Vereins "MainÄppelHaus", Gerhard Weinrich, erklärte den Gästen, dass es bis vor 1000 Jahren hier nur Weinberge gab, dann aber aus Amerika die Reblaus kam. Der Lohrberg ist das Tor zum Rheingau und der einzig verbliebene Weinberg Frankfurts. Auf 1,3 Hektar wächst Riesling, das reicht für 10 000 Flaschen. Auf Streuobstwiesen wachsen 80 Sorten Äpfel. Alles wird verwertet, es werden Apfelwein, Secco und Marmelade gemacht. Für 100 Euro kann man einen Patenbaum übernehmen. Es werden viele Kurse angeboten, damit altes Wissen nicht verloren geht.

Weinrich berichtete auch von Problemen: Der Boden sei zu hart und zu trocken. Bei einer Bohrung sei man nicht tiefer als 50 Zentimeter gekommen. "Wer den Klimawandel leugnet, ist ein Blödmann." Auch Themenbeete sind zu finden, etwa Fledermaus-, Bauerngarten-, Bienen- oder Kräuterbeete.

Im Anschluss an die Führung blieb noch Zeit zur freien Verfügung. Danach ging es zum Abendessen in die "Friedberger Warte". Ein großes Lob und herzlichen Dank an das Organisationsteam.

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