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Für die Gemeinschaft

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Von: Oliver Potengowski

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»iCu« ist der Titel eines englischsprachigen Musicals, das die Schüler des Internats Lucius gemeinsam mit ihren Lehrern entwickelt und an zwei Abenden im Bürgerhaus Bingenheim aufgeführt haben. Die märchenhafte Geschichte soll auch als ein Symbol für die Schulgemeinschaft verstanden werden.

»iCu« ist der Titel eines englischsprachigen Musicals, das die Schüler des Internats Lucius gemeinsam mit ihren Lehrern entwickelt und an zwei Abenden im Bürgerhaus Bingenheim aufgeführt haben. Die märchenhafte Geschichte soll auch als ein Symbol für die Schulgemeinschaft verstanden werden.

»iCu« – der scheinbar rätselhafte, dafür grafisch ansprechende Titel des Musicals erklärt sich, wenn die Buchstaben in der Sprache des Stücks einzeln ausgesprochen werden. »I see you« (»Ich sehe dich«), soll aber nicht als »Big brother is watching you«, oder wie es in der deutschen Übersetzung von Orwells »1984« heißt, »der große Bruder sieht dich«, verstanden werden. Schnell wird im Verlauf von »iCu« klar, dass es darum geht, den anderen als Mensch mit Achtung und voller Fürsorge zu sehen. Auch wenn es nicht immer gelingt, diesem hohen Anspruch gerecht zu werden.

Diese Botschaft von Freundschaft, Kameradschaft und Verlässlichkeit, die sich auch auf die Lehrer (zumindest fast alle) erstreckt, ist eingebettet in eine Handlung, die ein wenig an den Harry-Potter-Stoff erinnert. Das Internat Lucius, das immer wieder auch als Bühnenkulisse auf Leinwand projiziert wird, verwandelt sich in dem Stück in eine Schule für angehende Magier.

Es wird geprägt durch zwei Schülerverbindungen: Aurum, die Musterschüler, und Argentum, die es mit den strengen Regeln der Schule nicht so genau nehmen. Im Gegenteil: »Brich die Schulregeln so oft wie möglich« lautet die zweite der eigenen Regeln von Argentum. Die Wichtigste: »Habe niemals Angst, in Schwierigkeiten zu geraten.«

Um diesen Grundkonflikt haben die Schüler eine gelungene Geschichte mit Verwechslungen, verwandtschaftlichen Traditionen mit durchaus überraschenden Wendungen gewoben, die auch den Zuschauer, der keinen Bezug zur Schule hat, unterhalten kann.

Beeindruckend ist, wie einige Schüler in ihren Rollen gewachsen und vielleicht sogar über sich hinaus gewachsen sind. Valentin Klose spielt den Elok, König der Groedelwomms genannten Waldgeister, mit derartig viel Hingabe und Humor, dass es eine Freude ist, zuzusehen.

Auch Max Schicktanz als ewig schläfriger Whisp, der Wächter des verzauberten Waldes, setzt in dem Stück Glanzpunkte. Nach seinem ersten Auftritt brandet der erste große Applaus auf, den das Stück in den folgenden Szenen immer öfter erlebt. Über dem großen Finale von »iCu« steht die Botschaft: Große Herausforderungen und Probleme lassen sich nur gemeinsam bewältigen. Freundschaft und Zusammenhalt machen stark.

Und es kommt dabei trotzdem auf den einzelnen an. Oder wie es der Whisp in seiner Moral des Stückes am Schluss formuliert: »Egal was dir in der Vergangenheit passiert ist, es liegt an dir, was du in der Zukunft tust. Und was du auch tust, es kann das Leben von Generationen beeinflussen.«

Ein halbes Jahr haben die Schüler für das Stück geprobt, berichtet die Trainerin Bettina Skottke. Dabei seien vor allem die letzten Tage vor den beiden Aufführungen noch einmal besonders arbeitsreich gewesen, erklärt Schulleiterin Laura Lucius. »Wenn ich euch vor den Sommerferien gesagt hätte, was euch bevor steht, wenn ihr euch für das Musical anmeldet, hätte mancher vielleicht gesagt: ›Lieber nicht‹«, vermutete sie.

Dennoch ist sie überzeugt, dass sich das Mitmachen bei dem Projekt gelohnt habe. »Ihr seid als Gruppe zusammengewachsen«, betont Laura Lucius, dass die Schüler die Botschaft des Stücks auch untereinander umgesetzt hätten. Und es sei eine Erfahrung für das Leben. »Das an die Grenzen gehen und dann erfolgreich sein, ist etwas, was euch niemand nehmen kann.«

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