Familienbetrieb seit 210 Jahren

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Immer wichtiger ist es für viele Eltern, ihren Kindern eine gute Ausbildung zu ermöglichen. Deshalb nutzen viele die Tage der offenen Tür an Schulen, um sich zu informieren. So auch am Institut Lucius. Das Internat betont den familiären Charakter, der auch das Schulleben prägt. Schließlich ist das Internat Lucius nach eigenen Angaben das einzige Internat, das seit seiner Gründung vor 210 Jahren bis heute als Familienbetrieb geführt wird.

Immer wichtiger ist es für viele Eltern, ihren Kindern eine gute Ausbildung zu ermöglichen. Deshalb nutzen viele die Tage der offenen Tür an Schulen, um sich zu informieren. So auch am Institut Lucius. Das Internat betont den familiären Charakter, der auch das Schulleben prägt. Schließlich ist das Internat Lucius nach eigenen Angaben das einzige Internat, das seit seiner Gründung vor 210 Jahren bis heute als Familienbetrieb geführt wird.

Laura Lucius und Luise Schüssler, die gemeinsam mit ihrer Cousine Vera Kissner heute das Institut Lucius leiten, sind Urururenkelinnen des Gründers Georg Friedrich Lucius. Dessen Beruf als Pfarrer von Nierstein bildet die zweite wichtige Tradition des Internats, die christliche "geduldreiche Liebe".

Rund 50 bis 60 Familien informierten sich am Samstag über die Lern- und Lebensbedingungen am Institut Lucius. Dabei fällt die gelöste Atmosphäre auf. Über das Schulgelände um das alte Forsthaus lässt es sich stellenweise fast wie durch einen Park spazieren. Gespräche finden in lockerer Atmosphäre statt. Einige Familien haben inzwischen auch schon eine Tradition von mehreren Generationen, die das Internat besucht haben. Entsprechend vertraut ist die Atmosphäre. Schüler begleiten die Besucher auf Wunsch bei dem Rundgang durch das Institut Lucius. Auffällig ist das Selbstbewusstsein und die Offenheit, mit der sie Fragen beantworten. Dabei ist eine enge Verbundenheit zu ihrem Internat spürbar.

Versteckte Talente

Die Neuntklässlerin Kim stammt aus einer Vorstadt von Offenbach. Bereitwillig erzählt sie, wie sie vor zwei Jahren in das ländliche Echzell kam, um dort am Waldrand das Internat zu besuchen. In ihrer früheren Schule habe sie sich wenig im Unterricht engagiert und sehr schlechte Noten gehabt. Deshalb hätten Mutter und Großmutter den Wechsel an das Institut Lucius angeregt. "Da war ich nach einigen Wochen deutlich besser", zeigt sie sich selbst noch heute überrascht. Im Gespräch mit Kim bekommt man nicht den Eindruck, dass sie das große Freizeitangebot mit Spaßbad vor der Haustür an ihrem Heimatort vermisst. Im Gegenzug hat sie festere soziale Kontakte gewonnen. "Man kann mit seinen Freunden immer was machen", freut sie sich.

Neben der Identifikation der Schüler mit dem Internat sind die Lehrer das zweite Aushängeschild. Sie zeigen Ergebnisse aus dem Unterricht, darunter natürlich auch das aktuelle Musical "Deep Blue". Die Deutschlehrerinnen Giuliana Klein und Anna-Lena Machrodt haben an einer Stellwand Beispiele aus dem Zeitungsprojekt und ein Gedicht der Neuntklässlerin Clara Maas angeheftet. Sehr gelungen behandelt sie das Thema Einsamkeit und Suche nach Vertrautheit.

"Manchmal kommen da Talente raus, über die die Eltern staunen", berichtet die Oberstufenleiterin Kissner über die Entwicklungsmöglichkeiten am Institut Lucius.

Damit dies nicht nur von den finanziellen Möglichkeiten der Eltern abhängig ist, vergibt das Internat auch regelmäßig Stipendien. Damit sieht Kissner das Institut Lucius auch in der christlichen Tradition des Gründers. "Wenn man so eine Schule hat, gehört das einfach dazu, dass man Stipendien vergibt."

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