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Ein Streicherensemble bereichert die Aufführung des Weihnachtsoratoriums.

Engelsstimmen erklingen in der Kirche

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Echzell(im). Mit stehendem Applaus hat das Publikum die Aufführung des Weihnachtsoratoriums von Camille Saint-Saëns durch den gemischten Chor der Eintracht Bingenheim gefeiert. Die Gesamtleitung des Konzerts am Freitagabend in der katholischen Kirche zu Echzell hatte Klaus Rühl inne, der auch durch den Abend führte. Die Begrüßung übernahmen Pfarrer Wolfgang Kaiser und "Eintracht"-Vorsitzender Roman Belter.

Den Auftakt bildeten Weihnachts-, Winter- und Abendlieder frühbarocker und romantischer, aber auch zeitgenössischer Komponisten im A-cappella-Modus. Darunter waren "Brich an, du schönes Morgenlicht" aus dem Weihnachtoratorium von Johann Sebastian Bach, eine komplexe polyphone Variation auf "Vom Himmel hoch" von Johann Eccard, "Es ist ein Ros entsprungen" im berühmten Satz von Michael Praetorius und die sechsstimmige Motette "Abendlied" von Josef Rheinberger.

Orgel aus Friedberg geliehen

Die zeitgenössischen Meister waren mit dem Chorsatz "O du stille Zeit" von Simon Wawer, dem Wiegenlied "Golden Slumbers" von Miroslav Raichl und einem eindrucksvollen "O du fröhliche" von Gunther Martin Göttsche vertreten. Letztgenannte Weihnachtshymne wurde gleichsam wie von Engelsstimmen durch die choreigenen Sopran-Solistinnen Bettina Belter und Sandra Osadnik umspielt.

Den Übergang zum Orchesterteil stellte die achtstimmige Motette "Weihnachten/Frohlocket, ihr Völker auf Erden" von Felix Mendelssohn Bartholdy dar, die, wie alle bis dahin aufgeführten Musikstücke, die hohen, meisterhaft umgesetzten Ansprüche von Chor und Chorleiter unterstrich.

Wie ein Vorspiel zum Weihnachtsoratorium mutete der bereits orchestral begleitete Choral "Verleih uns Frieden gnädiglich" an, ebenfalls eine Mendelssohn-Bartholdy-Komposition, in Anlehnung an ein Friedensgebet von Luther.

Die Darbietung des von Camille Saint-Saëns (1835 bis 1921) bereits im Alter von 23 Jahren verfassten "Oratorio de Noël" wurde durch ein Kammerorchester sowie namhafte Solisten bereichert. Mit Karola Pavone (Sopran), Sofia Pavone (Mezzosopran), Christina Klöppel (Alt), Sören Richter (Tenor) und Joachim Höchbauer (Bariton) sowie dem Streicherensemble (Andrea Seeger, Anja Eisholz, Violine; Oliver Kröker, Viola; Ruth Sarrazin, Cello; Gernot Schäfer, Kontrabass) entfaltete das Werk seinen ganzen Zauber. Die eigens aus der Friedberger Stadtkirche entliehene kleine Orgel verstärkte unter den Händen von Rüdiger Klein die vielen festlichen Akzente, Leonie Minor unterstrich an der Harfe die emotionalen Impulse.

In zehn Sätzen, beginnend mit einem Prélude als Hommage an Bach, unternimmt Saint-Saëns einen Gang vom Weihnachtsevangelium nach Lukas zurück zu den Psalmen und Prophezeiungen des Alten Testamentes bis zu den strahlenden Halleluja-Gesängen der Schlussteile, die, stetig sich steigernd, in ein triumphales Chor-Finale münden. Ausdrucksvoll, streckenweise dramatisch, durchmaßen die exzellenten Solisten ebenso wie Chor und Orchester das Gesamtgeschehen, das Publikum lauschte fasziniert. Bei der Zugabe wurden die Zuhörer singend in den festlichen Abschlusschor "Tollite hostias - Bringet Geschenke" einbezogen.

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