Einstimmigkeit bei Klima und Hospiz

  • vonOliver Potengowski
    schließen

Echzell (sax). Gleich zwei Anträge der Grünen wurden in der letzten Sitzung der Gemeindevertreter einstimmig beschlossen. Nach den Beschlüssen wird Echzell dem Hospizverein beitreten und Förderanträge zum Klimaschutz an die Landesregierung stellen. Das Land hat Fördergelder bis zu 100 Prozent der Kosten in Aussicht gestellt.

Christa Degkwitz erläuterte, dass das Land Hessen ein Sonderbudget für die 270 Städte, Gemeinden und Landkreise, die wie Echzell als Klima-Kommunen anerkannt sind, aufgelegt hat. Bis Ende 2022 stünden insgesamt vier Millionen Euro für Investitionen in Klimaschutz und Klimaanpassung zur Verfügung. Pro Projekt gebe es bis zu 400 000 Euro, die aber auch mit anderen Förderprogrammen kombiniert werden könnten.

Degkwitz betonte, dass Hessen bis 2050 klimaneutral werden solle. »Die Emissionen der Treibhausgase sollen mindestens um 90 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 reduziert werden«, erklärte sie. Schon in vier Jahren sollen die Treibhausgasemissionen um 40 Prozent geringer sein. »Das bedeutet, dass wir auf kommunaler Ebene noch stärker und freiwillig mit Maßnahmenumsetzungen beginnen müssen, bevor wir irgendwann vielleicht dazu gezwungen werden.«

Die Fördermittel könnten zum Beispiel für die energetische Sanierung gemeindeeigener Gebäude wie der Alten Apotheke oder der Alten Molkerei verwendet werden. Degkwitz wies darauf hin, dass etwa auch der Aufbau kommunaler Verleihsysteme für CO2-arme Mobilität, zum Beispiel Lastenfahrräder gefördert würden. Die Verwendung der Gelder sei bis November 2023 nachzuweisen.

Derweil war Barbara Henrich sichtlich bewegt für den Beitritt Echzells zum Hospizverein, »weil das ein Antrag ist, der mir persönlich am Herzen liegt. Ich komme aus der Pflege und das ist mein Alltag.« Der Wetteraukreis sei nach Angaben der Ersten Kreisbeigeordneten Stephanie Becker-Bösch der einzige Landkreis in der Region, der kein stationäres Hospiz anbiete. Solche Einrichtungen seien jedoch notwendig, um Schwerstkranken ein Sterben in Würde zu ermöglichen. Bisher müssten Betroffene in weiter entfernte Hospize, zum Beispiel nach Wetzlar, gehen. Dadurch sei es für die Angehörigen sehr schwer,, den persönlichen Kontakt zu halten und sie regelmäßig zu besuchen.

Im März sei ein Förderverein gegründet worden, der jährlich 5 Prozent der Betriebskosten aufbringen solle. Der Wetteraukreis, einige Kommunen und auch Privatpersonen sind bereits Mitglied dieses Fördervereins. Für Institutionen sei ein Mindestbeitrag für eine Fördermitgliedschaft von 150 Euro vorgesehen. »Ich habe so ein klein bisschen den Traum, dass jede Gemeinde im Wetteraukreis dem Förderverein beitritt«, sagte Henrich. Sie stelle sich einen Beitrag von 500 Euro im Jahr vor.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare