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Ein neuer Ort der Begegnung

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Von: Marc Stephan

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Ein nicht mehr zeitgemäßer Skate-Platz, die in die Jahre gekommene Horlofftalhalle sowie der zu erweiternde Wohnmobilstellplatz sollen sich für die Landesgartenschau verändern. © Marc Stephan

Echzell (arc). So engagiert hat man Bürgermeister Wilfried Mogk selten erlebt, wenn er eine Beschlussvorlage in die Gemeindevertretung einbrachte. Wie er später selbst sagte, sei er sonst nur der Ausführende der Beschlüsse, diesmal aber wolle er das Gremium bei der Ehre packen und ein ihm und für die Gemeinde wichtiges Projekt auf den Weg bringen. Dabei ging es um die Umgestaltung des Bereichs »Am Sauerborn« und am »Am Preulen«, grob gesagt rund um die Horlofftalhalle, im Wege der Landesgartenschau (LGS) 2027.

Hier sollten Fördermittel genutzt werden, um den Platz neu zu gestalten, um Echzell durch die Teilnahme an der LGS bekannt zu machen und um später von sanftem Tourismus profitieren zu können. Hierzu soll demnächst ein Ideenwettbewerb starten, zu dem die Kommunen ihre Vorgaben und den Kostenrahmen einbringen. Um eben diese Vorgaben und vor allem den Kostenrahmen ging es nun bei der Gemeindevertretersitzung.

Kosten deckeln

Betroffen wären von dieser Planung zirka 2,5 Hektar Fläche für den Ideenbereich, von insgesamt 4 Hektar, die in die LGS-Planung fallen. Derzeit befinden sich dort der Skate-Platz, der Wohnmobilstellplatz, ein Spielplatz, ein Ausweich-Fußballfeld und Obstgrundstücke. Entstehen solle ein Begegnungsort der Generationen mit viel Grün- und Erholungsfläche, hochwertigem Spielplatz sowie ein Themenfeld bezüglich der für Echzell wichtigen römischen Geschichte. Der Radweg solle eingebunden werden ebenso wie die Obstwiesen. Vorgehalten werden sollen aber dennoch der Ausweich-Fußballplatz, der Skate- und Boccia-Platz, außerdem solle ein »Haus der Vereine« nicht fehlen. Der Kostenrahmen hierfür solle fünf Millionen Euro betragen abzüglich zu erwartender Zuschüsse von bis zu 30 Prozent.

Bürgermeister Mogk gab zu, es sei nicht risikolos, in diesen Zeiten den Etat mit einer solchen Summe zu belasten. Doch dürfe man die Chance nicht verstreichen lassen, in die Zukunft zu investieren.

Grundsätzlich waren sich die Fraktionen auch einig, dass diese Chance zu nutzen sei. Jedoch forderte Sebastian Möller (SPD) den Verzicht auf das »Haus der Vereine«, die Horlofftalhalle werde derzeit saniert und könne künftig diese Aufgabe erfüllen. Der Sportplatz solle aus der Planung herausgenommen und die Kosten auf drei Millionen gedeckelt werden. fünf Millionen seien ein zu großes Risiko.

Sebastian Tinz (CDU) unterstützte den Vorschlag des Bürgermeisters und erinnerte daran, dass man vor zwei Jahren einstimmig in der Gemeindevertretung dafür votiert habe. Man dürfe die Chance, Echzell aus dem Dornröschenschlaf zu holen, nicht verpassen und mit einer Investitionssumme von nur drei Millionen sei hier nichts Brauchbares zu erwarten, mahnte Tinz. »Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!«

Lars Friedrich (Grüne) gestand, dass auch seine Fraktion sich mit der Entscheidung sehr schwertue. Insgesamt würden die Zweifel an dem Projekt überwiegen, denn eine »Erholungsfläche im Grünen« für Menschen in Echzell, die nur vor die Tür gehen müssten, um im Grünen zu sein, halte er für wenig sinnvoll. Auch er hatte die steigende Zinslast vor Augen und mahnte, man könne die Summe von fünf Millionen Euro sinnvoller in die Zukunft investieren, etwa in steigende Löhne für Erzieherinnen in den Kitas. Außerdem würde die Gemeinde auch ohne den Ideenwettbewerb an der LGS teilnehmen.

Nach mehreren Unterbrechungen für Beratungen der Fraktionen kam es zu einer namentlichen Abstimmung ohne Fraktionszwang, die mit 15 Ja- zu fünf Neinstimmen für den Änderungsvorschlag der SPD endete; die CDU hatte sich größtenteils enthalten. So wird der Kostenrahmen auf drei Millionen geschrumpft, und das »Haus der Vereine« sowie der Sportplatz fallen nicht mehr in den Wettbewerb.

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