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Echzeller Landfrauen sagen Faschingskampagne ab

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Von: Dagmar Bertram

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Die Sanierung der Horlofftalhalle würde nur »mit viel Glück« so weit gediehen sein, dass die Landfrauen dort Fasching feiern könnten. Daher haben sie ihre SItzungen nun abgesagt. © Kim Luisa Engel

»Vorstand und Faschingsausschuss der Echzeller Landfrauen sagen Kampagne ab« - so lautete 2020 und 2021 die Nachricht, und so ist es auch 2022. Nur ist diesmal nicht die Pandemie schuld, sondern die sich hinziehende Sanierung der Horlofftalhalle.

Die Landfrauen-Vorsitzende Gudrun Hergenröther ist enttäuscht. Man merkt es beim Lesen ihrer E-Mail, und man hört es auch am Telefon. Nach zwei Pandemie-Jahren hatten sich die Echzeller Landfrauen seit Sommer auf die Faschingssaison 2023 vorbereitet. Ihre drei Abendveranstaltungen - Party-, Weiber- und Faschingssitzung - sind über die Ortsgrenzen hinaus bekannt. »Mit großer Vorfreude und Motivation wollten wir an die überaus erfolgreiche Kampagne 2020 anknüpfen, in der die Landfrauen und viele Showtanzgruppen aus der ganzen Wetterau ihr Können gezeigt haben«, schreibt Hergenröther im Namen des Vorstands und des Faschingsausschusses.

Doch nun gebe es lange Gesichter: Die Fertigstellung der Horlofftalhalle bis Februar 2023 könne nicht garantiert werden. »Diese Aussage konnte dem Bürgermeister nach unzähligen Anrufen und Gesprächsersuchen nun schließlich abgerungen werden«, sagt Hergenröther. Weil keine geeigneten Ausweichlokalitäten zur Verfügung stünden, hätten sich die Landfrauen entschlossen, die Faschingsveranstaltungen abzusagen: »In Echzell bleiben die Lichter aus« - nicht nur in der Horlofftalhalle, kritisieren die Landfrauen.

Die Gemeindeverwaltung verweile im Corona-Modus: Seit zwei Jahren werde die Bürgersprechstunde abgesagt, aktuell die Kranzniederlegung zum Volkstrauertag, obwohl diese im Freien hätte stattfinden sollen. Und schon seit über einem Jahr werde die Horlofftalhalle saniert, »aber irgendwie geht es nicht voran«, immer wieder seien neue Probleme aufgetaucht. Die Landfrauen bedauern, dass es keinen Austausch mit den Vereinen gegeben habe, sodass sich Unmut über die Verwaltung breitgemacht habe. Bürgermeister Wilfried Mogk (parteilos) sagt zwar: »Ich kann verstehen, dass die Vereine sauer sind.« Doch er sagt auch, er habe Vertretern der Landfrauen und des SV Echzell Ende Oktober ausführlich erläutert, warum sich welche Arbeiten verzögerten. »Es traten immer wieder neue Probleme bei der Sanierung auf, das war extrem ärgerlich.«

Keine geeignete Alternative

Das derzeitige Hauptproblem: Für die neue Pächterin der Horlofftalhalle, die FAB und ihre Großküche, ist eine neue Elektrik nötig. Der Verteilerschrank sei über acht Monate nicht lieferbar gewesen, sagt Mogk. Damit die FAB wenigstens das Catering aufnehmen konnte, wenn schon nicht die Bewirtschaftung der Gaststätte, sei als Zwischenlösung ein Kühlzelt aufgestellt worden. Wegen der Hygienevorschriften sei dies nur in der großen Halle, angrenzend an die Küche, möglich gewesen.

Der Schrank sei nun da, und wenn weitere nötige Maßnahmen - etwa die Reparatur der »mangelhaft« ausgeführten Fliesenarbeiten in der Küche - zeitgleich erledigt werden könnten, wäre es »mit viel Glück« möglich, dass der große Saal bis Anfang Februar wieder frei sei, sagt Mogk, das Einverständnis der FAB vorausgesetzt. »Aber solange die Elektrik nicht gemacht ist und die Rettungsbeleuchtung nicht funktioniert, dürfen wir keinen Dritten ins Haus lassen.«

Darunter leiden übrigens auch die Fußballer des SV Echzell: Sie können die Duschen nicht nutzen. »Damit sie sich zumindest in einem trockenen Raum umziehen können, haben wir den Mehrzweckraum freigegeben«, sagt Mogk.

Die »sicherste und beste Lösung« für die 2023er Kampagne der Landfrauen wäre für den Bürgermeister die Sampohalle in Bingenheim gewesen. Doch Hergenröthers Nachfrage ergab, dass die Halle schon belegt ist. »Wir haben viele Alternativen durchgespielt«, betont die Vorsitzende: Feuerwehrhäuser, Turnhallen, ein Zelt oder in einer anderen Gemeinde, doch überall gab es ein großes Aber, das gegen diesen Veranstaltungsort sprach.

So versprechen die Landfrauen: »2024 sind wir auf jeden Fall wieder am Start, und dann wird gefeiert und getanzt bis in den frühen Morgen.«

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