Die Betonpfeiler für das geplante Verteilzentrum bei Grund-Schwalheim stehen bereits. Laut dem Bauherren ist geplant, dass die Halle im Februar steht. Ab kommendem Sommer könnte der Mieter, Amazon, einziehen. Der BUND hat einen Antrag auf aufschiebende Wirkung gegen die Baugenehmigung des Wetteraukreises eingereicht.
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Die Betonpfeiler für das geplante Verteilzentrum bei Grund-Schwalheim stehen bereits. Laut dem Bauherren ist geplant, dass die Halle im Februar steht. Ab kommendem Sommer könnte der Mieter, Amazon, einziehen. Der BUND hat einen Antrag auf aufschiebende Wirkung gegen die Baugenehmigung des Wetteraukreises eingereicht.

Antrag bei Gericht

Amazon-Verteilzentrum: BUND fordert Baustopp in Echzell

  • Sabrina Dämon
    vonSabrina Dämon
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Der Online-Versandhändler Amazon will auf der Echzeller Gewerbefläche bei Grund-Schwalheim ein Verteilzentrum betreiben. Doch der BUND möchte das Vorhaben juristisch verhindern.

Die Pfeiler für die Halle, die der Online-Versandhändler Amazon mieten möchte, stehen bereits. Dennoch hofft der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), das Bauprojekt auf der Gewerbefläche in Grund-Schwalheim noch stoppen zu können. Wie es in einer Pressemitteilung des Landesvorstands heißt, habe der Umweltverband vergangenen Donnerstag beim Verwaltungsgericht Gießen einen Antrag auf Baustopp gestellt.

Die Arbeiten laufen schon eine Weile, die eigentliche Halle soll im Februar fertig sein - so die Information vonseiten des Bauherrn, die »77. Logimac Logistic Grundbesitz GmbH« in Hamburg. Diese Firma ist eine »eigenständige Schwesterngesellschaft« des Unternehmens »Garbe Industrial Real Estate«. Die Gesellschaft sei eigens für die Umsetzung des Projekts in Grund-Schwalheim gegründet worden und hafte entsprechend dafür. Das Bauprojekt solle im Juli 2021 abgeschlossen sein und könne dann an den künftigen Mieter, Amazon, übergeben werden. Der Online-Versandhändler will dort ein Verteilzentrum betreiben.

Geht es nach dem BUND, soll es dazu nicht kommen. Wie der Landesvorstand berichtet, sei ein Antrag auf aufschiebende Wirkung gegen die Baugenehmigung des Wetteraukreises für Halle gestellt worden. »Die Halle steht schlicht an der aus Naturschutzsicht schlechtesten Stelle, die man sich vorstellen kann«, sagte Vorstandsmitglied Dr. Werner Neumann. »Direkt angrenzend liegen ein Vogelschutzgebiet, das FFH-Gebiet Horloffaue, und ein Landschaftsschutzgebiet. Auf der für den Bau der Halle vorgesehenen Fläche haben früher Kraniche gerastet. Direkt neben dem Baugebiet wird auf den Schutz der Kraniche hingewiesen.«

Die rechtlichen Schritte des BUND würden von der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) mit Sitz in Echzell fachlich und finanziell unterstützt. Die HGON habe im Frühjahr die Fachbehörden darauf hingewiesen, dass erhebliche Störungen für die Vogelwelt in der Horloffaue zu befürchten seien. Diese Hinweise seien vom Kreis ignoriert und zurückgewiesen worden.

Neumann: »Planungsrechtlich steht das Vorhaben mit den massiven Betonpfeilern auf schwachen Beinen. Denn beim Bebauungsplan aus dem Jahr 1997 wurde die erforderliche FFH-Verträglichkeitsprüfung für den Naturschutz nicht durchgeführt.«

Der Bauherr sieht das anders: Das Bauvorhaben sei im Plan, alle Arbeiten und Planungen seien gemäß Auflagen umgesetzt worden - »und wir haben sogar ein bisschen mehr gemacht«. So seien bspw. mehr Eidechsen umgesiedelt worden als gefordert. Zudem sei die Wegführung wegen archäologischer Funde umgeplant worden. »Wir arbeiten dort sehr umsichtig.«

Zurzeit baue man zudem an der geforderten Linksabbiegerspur.

Zu dem Kritikpunkt des BUND, nebenan seien Schutzgebiete, heißt es: »Stimmt, nebenan, aber unser Grundstück liegt nicht darin.« Grenzen zwischen solchen Gebieten seien klar abgesteckt. »Juristisch gibt es kein Dazwischen.«

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