Echzell wächst - das zahlt sich aus

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Echzell(sax). Mit viel Lob für Bürgermeister Wilfried Mogk, vor allem aber auch für seine Mitarbeiter in der Gemeindeverwaltung, ist der Haushaltsplan für 2020 von allen Gemeindevertretern am Montag angenommen worden.

Dr. Jochen Degkwitz (CDU) hob hervor, dass der Plan zum sechsten Mal in Folge einen Überschuss ausweise. Die Finanzsituation Echzells sei ausgesprochen gut. Sowohl 2017 als auch 2018 sei das Ergebnis am Jahresende mit jeweils mehr als 800 000 Euro sogar deutlich besser als der Haushaltsplan gewesen. Nach Abschreibungen seien jeweils rund 680 000 Euro Überschuss verblieben, rechnete Degkwitz vor. Da jedoch für Zins und Tilgung von Krediten nur rund 300 000 Euro nötig gewesen seien, stehe mehr als die Hälfte des Geldes für Investitionen zur Verfügung. Damit könnten im kommenden Jahr über eine Million und 2021 sogar 2,8 Millionen Euro investiert werden, ohne dass Kredite aufgenommen werden müssten - außer einem zinslosen Darlehen des Landes über 128 000 Euro.

Degkwitz erläuterte, dass die gute Finanzlage der Gemeinde auch eine Folge der anhaltend positiven Bevölkerungsentwicklung sei. Inzwischen habe Echzell 5800 Einwohner. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze habe sich in den vergangenen sieben Jahren um fast ein Drittel auf 1073 erhöht. Auch die Zahl der Kinder im Vorschulalter sei von 71 im Jahr 2014 auf jetzt 302 gewachsen.

Echzell habe als Wohnort für Familien an Attraktivität gewonnen. Diese müsse weiter gefördert werden, forderte Degkwitz auch mit Blick auf die Entwicklung von Baugebieten.

Mehr Personal vorgesehen

Ralf Winter betonte für die SPD, welche Anstrengungen es bedeute, einen ausgeglichenen Haushaltsplan aufzustellen, der die Versäumnisse und den Investitionsstau der Vergangenheit abbaue und neue Herausforderungen angehe. Er beschrieb den Plan auch als Weichenstellung für eine erfolgreiche Entwicklung der Gemeinde. Zeichen dafür seien - nach dem Neubau der Kita "Buntes Haus" - im kommenden Jahr die Sanierung der Römerstraße und die Fertigstellung der Hügelstraße, die Erweiterung der Kita "Rappelkiste" sowie der Kauf einer gebrauchten Forstmaschine als Ersatz für die verschlissene alte. Winter bedauerte, dass sich der geplante Neubau des Feuerwehrhauses Bingenheim weiter wegen einer Person verzögere.

Unter "Investitionen in die Zukunft" zählte er auch, dass im Bauhof eine weitere Vollzeitstelle geschaffen wird, in der Kita "Buntes Haus" eine zusätzliche Reinigungs- und eine Küchenkraft eingestellt werden sollen und eine zusätzliche Stelle in der Bauverwaltung besetzt werden soll.

Winter kritisierte, dass die Gemeinde auf mehr als ein Drittel der Haushaltausgaben keinen Einfluss habe: Kreis- und Schulumlage sowie Gewerbesteuerumlage und Umlagen für Kreisverbände. 4,5 Millionen Euro des Gesamtvolumens von rund 13 Millionen würden dem Haushalt so entnommen. Immerhin könne Echzell hoffen, durch eine Senkung der Kreisumlage um 0,9 und der Schulumlage um 2 Prozent, wie sie von der Kreistagskoalition aus CDU und SPD geplant sei, entlastet zu werden.

Barbara Henrich erinnerte für die Grünen daran, dass die Weichen für den Neubau des Kindergartens Gettenau gestellt worden seien, bevor die SPD die absolute Mehrheit in der Gemeindevertretung hatte. Dies sei "zum Teil gegen den Widerstand der SPD" geschehen. Sie wies darauf hin, dass Echzell auch deshalb ein liebenswerter Wohnort sei, weil es keine großen Industriebetriebe gebe und stattdessen Handwerker und kleine Betriebe das örtliche Gewerbe prägten. Henrich regte an, gemeinsam mit einem Investor zu überlegen, wie durch eine weitere Verdichtung der innerörtlichen Bebauung Baugrundstücke geschaffen werden könnten.

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