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Im November hat das Verwaltungsgericht einen Baustopp für die Arbeiten an dem geplanten Amazon-Verteilzentrum verhängt. Grund dafür ist ein Eilantrag des BUND gewesen. Nun hat das Gericht einen Beschluss gefasst - und damit einhergehend dürfen die Bauarbeiten wieder aufgenommen werden.

Verteilzentrum

Echzell: Gericht trifft Entscheidung zu Amazon-Bauarbeiten in der Wetterau

  • Sabrina Dämon
    vonSabrina Dämon
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Im November verhängte das Verwaltungsgericht Gießen einen Baustopp. Seither ruhen die Arbeiten an dem geplanten Amazon-Verteilzentrum bei Echzell. Doch nun gibt es einen Gerichtsbeschluss.

Die Bauarbeiten an der geplanten Amazon-Halle bei Grund-Schwalheim dürfen wieder weitergehen. Wie das Verwaltungsgericht Gießen gestern in einer Pressemitteilung erklärte, ist der Baustopp aufgehoben, das Gericht hat einen Eilantrag des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) abgelehnt.

Infolge des Eilantrags hatte das Gericht im November den vorläufigen Baustopp verhängt. Der BUND hatte die Rechtmäßigkeit der vom Wetteraukreis erteilten Baugenehmigung für das Verteilzentrum des Online-Händlers angezweifelt und einen Antrag auf aufschiebende Wirkung gegen die Baugenehmigung gestellt. Daraufhin hatte das Gericht den Eilantrag geprüft - damit währenddessen keine »vollendeten Tatsachen geschaffen« werden konnten, wie Richter Dr. Rainer Lambeck seinerzeit sagte, war der Baustopp verhängt worden.

Bis jetzt. In einer Mitteilung heißt es, »nach der nunmehr getroffenen Entscheidung geht das Gericht davon aus, dass die erteilte Baugenehmigung nicht gegen umweltbezogene Rechtsvorschriften verstößt und im Klageverfahren deshalb voraussichtlich nicht aufzuheben sein wird.« Laut Gericht »unterliege die Durchführung und das Ergebnis der naturschutzrechtlichen Prüfung des Bauvorhabens durch die Untere Naturschutzbehörde im Rahmen des Baugenehmigungsverfahrens keinen rechtlichen Bedenken.« Aus juristischer Sicht sei die vom Kreis erteilte Baugenehmigung daher in Ordnung.

Echzell: Beschluss zu Amazon-Bauarbeiten noch nicht rechtskräftig

Damit darf der Bauherr die Arbeiten wieder aufnehmen. Auf der Gewerbefläche in dem Echzeller Ortsteil will der Online-Versandhändler Amazon ein Verteilzentrum betreiben. Bauherr ist die Firma 77. Logimac Logistic Grundbesitz GmbH - eine für das Projekt gegründete Gesellschaft der Garbe Real Estate. Die Halle soll dann an Amazon vermietet werden, hieß es im November vonseiten des Bauherren.

Von Amazon selbst hieß es bei der Bekanntgabe des Projekts vor einem Jahr: »Im Verteilzentrum werden Pakete von Amazons Logistik- und Sortierzentren ankommen, dann von den Lieferpartnern abgeholt und an die Kunden zugestellt.«

Der BUND will das Vorhaben verhindern und stellte mit Verweis auf den Naturschutz den Antrag bei Gericht. Die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) mit Sitz in Echzell unterstützt die rechtlichen Schritte finanziell und fachlich.

Echzell: BUND könnte nächste Runde im Amazon-Streit einläuten

Besonders kritisch an dem Vorhaben sei laut BUND und HGON, dass ein Vogelschutzgebiet sowie ein Landschaftsschutzgebiet an die Gewerbefläche grenzten. Mit der Halle sei daher eine erhebliche Störung für die Vogelwelt in der Horloffaue zu befürchten.

Der nun verhängte Beschluss des Verwaltungsgerichts Gießen ist noch nicht rechtskräftig. Innerhalb von zwei Wochen kann dagegen Beschwerde beim Verwaltungsgerichtshof in Kassel eingelegt werden. Wie Dr. Werner Neumann vom Landesverband des BUND sagt, wollen sich BUND und HGON über das weitere Vorgehen abstimmen.

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