Direkt hinter dem Trafo-Häuschen will die Bingenheimer Saatgut AG bauen. FOTO: SAX
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Direkt hinter dem Trafo-Häuschen will die Bingenheimer Saatgut AG bauen. FOTO: SAX

Betriebsgelände auf Brachfläche

  • vonOliver Potengowski
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Echzell(sax). Einstimmig haben sich die Gemeindevertreter für die Aufstellung eines Bebauungsplans für einen Teil des Steinbruchgeländes in Bingenheim sowie eine entsprechende Änderung des Flächennutzungsplans ausgesprochen. Damit soll der Saatgut AG ermöglicht werden, auf der Brachfläche neue Betriebsgebäude zu bauen. Gebhardt Rossmanith, Vorstandsvorsitzender der Saatgut AG, hofft, dass die Erweiterung 2024 in Betrieb gehen kann. Dafür sind jedoch noch weitere Genehmigungen notwendig.

Platz für Forschung, Einkauf und Lager

Die Fläche im vorderen Bereich des Steinbruchgeländes wird künftig als sonstiges Sondergebiet ausgewiesen. Cathrin Ferber vom Planungsbüro Fischer aus Wettenberg, das die Änderung des Bebauungsplans vorbereitet, erläuterte den Gemeindevertretern die vorläufige Planung. Demnach will das Bingenheimer Unternehmen dort bis zu 17 Meter hohe Gebäude für Einkauf, Saatgut-Aufbereitung, -Diagnostik, -Forschung und Entwicklung, Lager, Abfüllung sowie Büros und Konferenzräume bauen. Außerdem solle ein Wall zum eigentlichen Steinbruch errichtet werden. um den Betrieb der Saatgut AG vor Staub aus dem Steinbruchbereich abzuschirmen. Ferber wies darauf hin, dass die Gebäudehöhen im Verlauf der Planung auch von der aktuell vorgesehenen Höhe von 17 Metern abweichen könnten. "Dadurch, dass das Gelände umspielt wird von höheren Strukturen, halte ich das für absolut vertretbar."

Christa Degkwitz (Grüne) erkundigte sich, ob für die Saatgutwaschanlage Regenwasser genutzt werden könne und Wasser wiederverwendet werde. Außerdem wollte sie wissen, wie weit es möglich sei, Fotovoltaik- oder Solaranlagen auf den Dächern innerhalb des Bebauungsplans vorzuschreiben. Ferber erläuterte, dass man die Nutzung von Solarenergie innerhalb des Bebauungsplans nicht vorschreiben könne. Das müsse gegebenenfalls separat vertraglich geregelt werden. "Da die Saatgut AG sich CO2-neutral und umweltfreundlich aufstellen möchte, gehe ich davon aus, dass das vorgesehen ist", ergänzte sie. Dies gelte auch für die nachhaltige Nutzung des Wassers. Dieses werde für die Waschanlage aufbereitet und mehrfach verwendet.

Auch Vorstandsvorsitzender Rossmanith betonte in seiner Antwort auf eine Anfrage der WZ, dass das Unternehmen Wert auf eine "ökologische gut vertretbare Bauweise" lege und im Betriebsablauf CO2-neutral werden wolle.

Bisher stünden die Planungen für die Betriebserweiterungen erst am Anfang, sagte er. Der Saatgut AG sei bewusst, dass die Änderung des Flächennutzungsplans Zeit benötige. "Da aber bereits im Vorfeld von vielen Seiten Zustimmung und Unterstützung signalisiert wurde, sind wir guter Dinge, zügig zum Ziel zu gelangen."

Eine weitere Voraussetzung dafür ist, den Bereich des Steinbruchgeländes, auf dem die Saatgut AG bauen will, aus dem Bergrecht zu entlassen. Derzeit werde der eigentliche Steinbruch noch renaturiert. Der Beschluss der Gemeindevertreter, einen Bebauungsplan aufzustellen, sei Voraussetzung, dass die Eigentümerin des Geländes für den vorderen Bereich einen Teil-Abschlussbetriebsplan beantragen könne. Dieser wiederum sei notwendig, um diesen Bereich getrennt aus dem Bergrecht entlassen zu können. Dazu habe die Bergbaubehörde bereits ihre Zustimmung signalisiert.

Zu lang für die Feuerwehr

Bürgermeister Wilfried Mogk erläuterte auf WZ-Nachfrage, dass wegen des langen Zeitrahmens, bis auf dem Steinbruchgelände gebaut werden dürfe, dieses nicht als Standort für das neue Feuerwehrhaus in Bingenheim infrage komme. Außerdem hätten die Feuerwehrleute darauf hingewiesen, dass die Anfahrt bis zum Steinbruch weiter als zum aktuell geplanten Standort in der Nähe des Friedhofs sei. Dieser sei für die Mitglieder der Einsatzabteilung, die zum Teil zu Fuß oder mit dem Fahrrad kämen, schneller zu erreichen.

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