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Demnächst soll auch in allen Echzeller Ortsteilen der Glasfaserausbau beginnen. SYMBOLFOTO: DPA

20-mal schneller im Netz

  • VonOliver Potengowski
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Echzell (sax). Mit Champagner haben Bürgermeister Wilfrieds Mogk, Erster Beigeordnete Dr. Jochen Degkwitz und Peer Kohlstetter, Geschäftsführer der YplaY Germany GmbH, auf die Unterzeichnung einer gemeinsamen Absichtserklärung angestoßen. Danach soll das Unternehmen ab nächstem Jahr beginnen, alle Haushalte der Gemeinde mit Gigabit-Anschlüssen zu versorgen.

Bisher liegen die Übertragungsraten im Gemeindegebiet nach Auskunft von Mogk im besten Fall bei 30 bis 50 Mbit/s (Megabit pro Sekunde). Angesichts der zunehmend stärkeren gleichzeitigen Internetnutzung durch immer mehr Bürger für immer mehr Anwendungen wie Fernsehen, Musikhören, Smart-Home und klassische Internet-Anwendungen sind schon jetzt Überlastungseffekte zu bemerken.

Das gilt umso mehr, je weiter der Nutzer von den Verteilerkästen der Telekom entfernt wohnt. Denn dieser letzte Abschnitt bis zum Hausanschluss ist als Kupferkabel ausgeführt, das die Übertragungsrate begrenzt. Mogk nennt noch eine weitere Schwachstelle: »Grund-Schwalheim ist gar nicht von der Telekom angeschlossen, die behelfen sich mit einer Funklösung.«

YplaY soll jetzt das Internet in Echzell auf mindestens die 20-fache Geschwindigkeit beschleunigen. Dazu sollen die Glasfaserleitungen zur Datenübertragung, die bisher in den Verteilerkästen enden, bis zu den Hausanschlüssen fortgeführt werden.

Mogk erläutert, dass die Gemeinde mit zwei Unternehmen über den Glasfaserausbau gesprochen habe. »Was uns überzeugt hat, war der lokale Ansatz von YplayY mit dem Firmensitz in Altenstadt«, stellt er fest. »Das ist nicht so ein riesiges anonymes Unternehmen. Wenn ich ein Problem habe, lande ich nicht bei irgendeinem Call-Center.« Mogk rechnet zudem damit, dass das wachsende mittelständische Unternehmen, das auch in benachbarten Kommunen das Glasfasernetz ausbauen will, weitere Arbeitsplätze in der Region schafft.

»Der Beginn der Vermarktung der Glasfaser-Hausanschlüsse und der Nutzungsverträge mit Geschwindigkeiten von 1000 Mbit/s Download ist im Herbst geplant«, kündigt Geschäftsführer Peer Kohlstetter an. Dass auch Bürgermeister Mogk für die Anschlüsse wirbt, hat einen guten Grund. Voraussetzung für den Ausbau des Glasfasernetzes, das am Ende alle Haushalte der Gemeinde versorgen soll, ist, dass mindestens 40 Prozent der Bürger einen Anschluss bestellen. Denn nur wenn diese Quote erreicht wird, sei der Bau des Netzes für das Unternehmen rentabel.

»Wer am Anfang mitmacht, den kostet der Anschluss nichts«, erklärt der Bürgermeister. Einzige Voraussetzung sei, dass man für zwei Jahre einen Vertrag abschließe. »Wenn man erst in einem Jahr unterzeichnet, dann kostet es 1500 Euro.« Die hohen Kosten erklären sich durch die Erdarbeiten, die dann für den Hausanschluss anfallen.

Wohnen und Arbeiten verbinden

Wenn sich eine ausreichende Zahl an Bürgern für einen Anschluss entscheiden, sieht Mogk einen Entwicklungssprung für die Gemeinde. »Bürger wie auch Unternehmen können die Vorteile der Glasfasertechnik nutzen: unbegrenzte Leistungsfähigkeit, Aufwertung der Immobilie, störungsunempfindlicher gegenüber Kupferleitungen, stabilere Übertragung, höhere Bandbreite im Gigabit-Bereich für Homeoffice, Homeschooling und Medien-Streaming sowie höhere Upload-Geschwindigkeit für ruckelfreie Video-Chats und Videokonferenzen«, heißt es vollmundig in der gemeinsamen Pressemitteilung.

Mogk erwartet auch eine Wertsteigerung der Immobilien. Die Corona-Pandemie habe gezeigt, dass es mit einer leistungsfähigen Internet-Verbindung möglich ist, von zu Hause zu arbeiten. Mit dem Gigabit-Netz würden auch die alten Ortskerne durch die Verbindung von Wohnen und Arbeiten attraktiver.

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