Trotz Mundschutz: In die Tierarztpraxis darf nur eine gesunde erwachsene Person das Haustier begleiten. 	FOTO: PV
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Trotz Mundschutz: In die Tierarztpraxis darf nur eine gesunde erwachsene Person das Haustier begleiten. FOTO: PV

Nur in dringenden Fällen

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Zurzeit stehen die Zeichen auf Entspannung: Friseure haben seit Montag wieder geöffnet, auch Massagen dürfen wieder verabreicht werden. Für einen Besuch beim Tierarzt gilt in Zeiten von Corona aber immer noch: Bitte nur in dringenden Fällen in die Praxis gehen. Was dringend ist und was eher nicht, verrät die Wetterauer Tierärztin Cornelia Renczes.

Wie für uns Menschen auch, gilt es in der jetzigen Zeit bei einem Tierarztbesuch neue, ungewohnte und sich mitunter noch verändernde Regeln zu beachten. Die erste Frage, die sich aufdrängt, ist die nach dem Grund weswegen das Tier vorgestellt oder behandelt werden soll. Die hessische Tierärztekammer rät nur in dringenden Fällen zum Tierarztbesuch.

Das klingt ja erst mal nach einer einfachen Regel, die aber bei der konkreten Entscheidung gar nicht so simpel ist. Zunächst einmal sind unsere Vierbeiner generell eher weniger begeistert, sich einer Untersuchung unterziehen zu lassen, da ihnen im Gegensatz zum Menschen die Einsicht in die Notwendigkeit fehlt. Deshalb sind »unnötige« Tierarztbesuche ohnehin eher selten. Routineuntersuchungen sollten zurzeit besser verschoben werden, Notfälle müssen tierärztlich versorgt werden. Dazu zählen alle für das Tier lebensbedrohlichen Zustände, die leider wie bei uns Menschen unterschiedliche Ursachen haben können.

Aber auch Wunden der verschiedensten Art oder eine mögliche Vergiftung gilt es schnell zu versorgen. Völlig unverständlich in diesem Zusammenhang ist die Entscheidung der Landesregierung Hessen, den tierärztlichen Beruf auch in der 2. Verordnung zur Bekämpfung des Corona-virus als nicht systemrelevant aufzunehmen, dargelegt auf der Seite der Landestierärztekammer Hessen.

Keine freien Sprechstunden

Die Tierarztpraxen sind geöffnet, bieten momentan in der Regel aber keine freien Sprechstunden an. So findet vor dem Praxisbesuch ohnehin eine telefonische Beratung statt. Hier findet der Tierbesitzer Hilfe, nicht nur wann, sondern auch ob er mit seinem Haustier vorstellig werden soll. Bei vielen Problemen ist eine Einzelfallentscheidung notwendig, beispielsweise ob bei einem älteren Tier eine Impfung etwas verschoben werden kann, wohingegen ein Jungtier auch während der Corona-Pandemie eine Grundimmunisierung erhalten sollte. Um die Aufenthaltsdauer in den Praxisräumen so kurz wie möglich zu halten, können auch die Daten zum Tier und Halter und der Vorbericht schon vorab telefonisch geklärt werden. Beim Tierarztbesuch selbst wird das Tier von einer gesunden, erwachsenen Person begleitet oder mitunter auch am Eingang abgeholt. Eventuelle Wartezeiten kann der Tierbesitzer in seinem Auto oder auch im Freien ungefährdet überstehen. Wenn dann auch noch wie in anderen öffentlichen Bereichen ein Mundschutz getragen wird und die gängigen Hygieneregeln wie Mindestabstand eingehalten, sorgsames Händewaschen und Desinfektion befolgt werden, steht dem Tierarztbesuch nichts im Wege. Viel gefährlicher für das Tier wäre eine eventuell schwerwiegende Erkrankung zu verschleppen oder gar schmerzhafte Zustände nicht zu lindern.

Ein Bewährtes Hausmittel

Zum guten Schluss noch ein Tipp für ein bewährtes Hausmittel für Hunde, für den Fall, dass unser treuer Begleiter sich eine Durchfallerkrankung eingefangen hat, gerade in der warmen Jahreszeit keine Seltenheit. Bevor es allzu schlimm wird, kann der besorgte Besitzer erst mal selbst den Kochlöffel schwingen und dem Vierbeiner eine sogenannte Moro’sche Karottensuppe zubereiten.

Hier das Rezept: 1 kg Karotten mit Wasser 90 Minuten köcheln lassen, Gemüsesaft abfangen, Karotten fein pürieren und mit der wieder zugefügten Gemüsebrühe und einer Prise Salz versehen mehrmals täglich füttern. Wirkt übrigens auch beim Menschen….

In diesem Sinne: Gute Besserung und Wohl bekomm’s.

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