Digitale Vernissage, reale Ausstellung

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Friedberg (pm). Am heutigen Freitag eröffnet der Friedberger Kunstverein eine Ausstellung, die zwar in den nächsten Wochen in der realen Welt zu sehen sein wird, die aber mit einer Vernissage in der digitalen Welt - genauer: auf Youtube - beginnt.

Petra Weifenbach zeigt unter dem Titel »Mangel« von morgen bis zum 5. Juli immer dienstags bis sonntags Werke beim Kunstverein in der Haagstraße 16. Die Vernissage findet heute um 19 Uhr auf dem Youtube-Kanal des Kunstvereins Friedberg statt.

Weifenbach lässt sich vor allem über die Vielfalt ihrer Gestaltungsmöglichkeiten definieren. So verwundert es nicht, dass sie in ihrer aktuellen Schaffensphase die Merkmale des von Corona beeinflussten Kulturbetriebs nicht nur aufgreift, sondern auch kreativ verarbeitet.

Dies geschieht materiell mit großformatigen Fotoarbeiten und substanziell mit den Spezifika ihrer künstlerischen Produktion, wie Spurensicherung, politische Positionierung und vor allem Humor.

Für die Künstlerin waren die Hinweiszettel, die in Supermärkten zu Corona-Zeiten plötzlich auftauchten, ungewohnt und erschreckend. Zugleich waren sie Anlass für Fragen wie »Welche Dinge glauben wir wirklich und überlebenswichtig zu benötigen?« oder »In welchen Produkten finden unsere Ängste und Befürchtungen ihren Ausdruck?«.

So befremdlich die extreme Nachfrage nach Toilettenpapier gewesen ist, so erstaunlich wäre es doch, wenn der Run sich auf Kunst bezogen hätte. Diese Fiktion ist Inhalt der Arbeit, die sich textlich auf die realen Hinweise in Läden bezieht. Was wäre denn, wenn die Menschen in diesen Zeiten Kunst hamstern würden? Was würde es bedeuten, wenn man sich einen Mangel an Kunstwerken vorstellt? Diesen und anderen Fragen geht die nun bevorstehende Ausstellung des Kunstvereins Friedberg nach.

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