Der Apfelwein-Botschafter

  • Sabine Bornemann
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Mit einem Job auf dem Amt hat Kommissar Rauscher nicht gerechnet. Im Frankfurter Römer gibt es ein Amt - was dort Dezernat heißt - für Apfelwein. Ausgedacht hat sich das der Altenstädter Autor Gerd Fischer. In seinem neuen Krimi »Der Apfelwein-Botschafter« ermittelt Andreas Rauscher wieder, obwohl er das eigentlich gar nicht darf.

Ämter in der Stadtverwaltung heißen in Frankfurt Dezernate. Und davon gibt es reichlich. Ein Dezernat für Apfelwein aber bisher nicht. Autor Gerd Fischer aus Altenstadt meint: Das sollte sich ändern. Er hat ein solches Apfelwein-Dezernat »erfunden« und in seinen neuen Krimi eingebaut. Das Amt und die Mitarbeiter sollen für das hessische Kulturgut Werbung machen und es weit über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus berühmt machen.

Das Dezernat benötigt dazu einen Botschafter. Wer könnte da besser geeignet sein, als Kommissar Andreas Rauscher? Er ist die Hauptfigur in allen »Ebbelwoi-Krimis«, die Fischer bisher geschrieben hat. Das sind einige Bücher: Der aktuelle Krimi ist bereits Fischers elfter Krimi, der sich um Frankfurt und den Apfelwein dreht.

Kommissar Rauscher wird nicht zufällig Botschafter für das Stöffche. Diese Entwicklung hängt eng mit den Ereignissen aus dem vorherigen Krimi »Frau Rauschers Erbe« zusammen. Rauscher ist immer noch vom Dienst suspendiert. Als Apfelwein-Botschafter kann und soll er jetzt verdeckt ermitteln. Das ist nötig, denn mitten im Dezernat wird gemordet.

Die Realität im Blick

Das Dezernat ist fiktional, wie natürlich das meiste im Krimi. Vieles ist aber auch real - das macht Fischer immer wieder: Reale Namen von Personen, Orten, Straßen. »Da muss ich genau sein, denn der Leser merkt sofort, wenn ich mich bei Straßen oder Ortsbeschreibungen in Frankfurt vertan habe«, sagt der Autor.

Der gebürtige Altenstädter kennt die Mainmetropole sehr gut. Er hat dort studiert und später seinen Mainbook Verlag gegründet. Bis zum Studium lebte er allerdings in Altenstadt. Regelmäßig ist er zu Besuch in der Wetterau, denn in Altenstadt leben nach wie vor Familie und viele Freunde. Traditionell hält er seit Jahren im Restaurant »Zum Goldenen Löwen« in Höchst die Premierenlesungen zu seinen Büchern. In diesem Jahr ist das coronabedingt nicht möglich. Seit Monaten konnte er schon nicht mehr live vor Publikum lesen, seinen neuen Krimi bisher nicht öffentlich vorstellen. »Das ist ein herber Schlag«, sagt er. Im Sommer 2020 hat er bereits am Krimi gearbeitet. Etwa ein halbes Jahr vor einem geplanten Erscheinungstermin muss man sich als Autor festlegen, wann genau das Werk erscheinen soll. Fischer entschied sich für März 2021, in der Hoffnung, dass dann kulturell wieder mehr erlaubt sein werde. »Das ist nun nicht so, aber nicht zu ändern« meint er. Immerhin hätten viele jetzt noch mehr Zeit zum Lesen.

Mehr E-Books und Hörbücher

Das hat der Verleger während der Pandemie gemerkt., E-Books und auch Hörbücher boomen. Im Mainbook Verlag stünden im vergangenen Jahr besonders die Fantasy-Bücher bei den Lesern hoch im Kurs. Einige der Fantasy-Bestseller hat Fischer schon als Audiobücher herausgegeben. Ob das auch eine Option für seine Rauscher-Krimis ist, er sie selber einlesen möchte oder einlesen lassen wird, weiß er aktuell noch nicht. Da seinen viele Faktoren zu berücksichtigen.

Derzeit hofft er, dass er zumindest im Sommer eine Lesung an der frischen Luft in Altenstadt-Hoechst anbieten kann.

Bis dahin müssen alle, die wissen möchten, wie es mit Kommissar Andreas Rauscher weitergeht und ob das Apfelwein-Dezernat im Frankfurter Römer Bestand hat, zum gedruckten Buch greifen.

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Rubriklistenbild: © Sabine Bornemann

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