Viel zu tun für die Labore: In der Wetterau steigt die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus konstant. (Symbolbild)
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Viel zu tun für die Labore: In der Wetterau steigt die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus konstant. (Symbolbild)

Pandemie

Corona in der Wetterau: Viele Neuinfektionen besonders in zwei Kommunen

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  • Lukas Rogalla
    Lukas Rogalla
  • Florian Dörr
  • Alexander Gottschalk
    Alexander Gottschalk

Das Gesundheitsamt hat neue Fallzahlen zur Ausbreitung des Coronavirus in der Wetterau herausgegeben. Es gab zahlreiche Neuinfektionen vor allem in Bad Vilbel und Friedberg. Der News-Ticker. 

  • Seit März wurden in der Wetterau über 1500 Infektionen mit dem Coronavirus registriert.
  • Der Wetteraukreis hat die finale Corona-Warnstufe erreicht - die Inzidenz steigt weiter an.
  • Das Gesundheitsamt der Wetterau ist stark ausgelastet.

Update vom Dienstag, 10.11.2020, 17.14 Uhr: Liebe Leserinnen und Leser, unser News-Ticker ist umgezogen. Die Zahlen vom Dienstag (10.11.2020) und alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus in der Wetterau finden Sie ab sofort hier.

+++ 14.53 Uhr: Die Zahl der seit Beginn der Corona-Pandemie nachgewiesenen Fälle von Corona-Infektionen im Wetteraukreis liegt am Montag (9. November) bei 1769, das sind 174 mehr als am vergangen Freitag.

Die Corona-Neuinfektionen wurden nach Angaben des Gesundheitsamts in der Wetterau gemeldet aus Altenstadt (5), Bad Nauheim (11), Bad Vilbel (28), Büdingen (14), Butzbach (19), Echzell (4), Florstadt (5), Friedberg (29), Karben (12), Kefenrod (4), Limeshain (2), Nidda (5), Niddatal (5), Ober Mörlen (2), Ortenberg (1), Reichelsheim (4), Rockenberg (7), Rosbach (10), Wölfersheim (5) und Wöllstadt (2).

Die Zahl der nach der Corona-Infektion genesenen Menschen liegt bei 814, das sind 17 mehr als am Freitag. Die Genesenen kommen aus Altenstadt (1), Bad Vilbel (6), Butzbach (3), Friedberg (2), Karben (1), Limeshain (2), Niddatal (1) und Rosbach (1).

In stationärer Behandlung aufgrund der Corona-Infektion befinden sich in der Wetterau am Montag 60 Menschen (55). 15 Personen (11) werden intensivmedizinisch behandelt. Am Wochenende erlag eine 95-jährige Frau den Folgen der Infektion. Damit sind mit der Corona-Infektion 17 Menschen im Wetteraukreis gestorben (16).

Corona in der Wetterau: RKI meldet 17. Todesfall – Viele Neuinfektionen übers Wochenende 

Update vom Montag, 09.11.2020, 07.30 Uhr: Der Robert Koch-Institut (RKI) hat in der Nacht zum heutigen Montag (09.11.2020) neue Daten zur Ausbreitung des Coronavirus veröffentlicht, an denen sich auch die Lage in der Wetterau ablesen lässt. Der Kreis selbst hat seit Freitag (06.11.2020) seine Angaben nicht mehr aktualisiert, damals stand die Gesamtzahl der registrierten Infektionen noch bei 1595. Inzwischen liegt sie laut RKI deutlich höher. Am Samstag waren es 1.691 bestätigte Corona-Fälle, am Sonntag 1744 und heute morgen stieg die Zahl nochmals auf 1781. Die 7-Tage-Inzidenz berechnet das RKI auf 116,8. Außerdem erfasste das Institut einen weiteren Todesfall. Es ist der 17. Todesfall in der Wetterau. Details zur aktuellen Corona-Lage, wie die Zahl der aktiven Fälle, dürfte das Gesundheitsamt wie gewohnt im Laufe des Tages veröffentlichen.

Corona in der Wetterau: Neue Zahlen aus Ministerium - Außergewöhnlicher Anstieg an Neuinfektionen

Update vom Sonntag, 08.11.2020, 10.50 Uhr: Der Wetteraukreis hat am Wochenende bisher keine neuen Corona-Zahlen veröffentlicht. Anders sieht es beim Sozialministerium aus. Dort wird für die Wetterau ein deutlicher Anstieg an Corona-Infektionen vermeldet.

Demnach meldete das Sozialministerium am Freitag noch 1.579 registrierte Corona-Fälle. Am Samstag waren es bereits 1.691. Der Anstieg von 112 ist - verglichen mit den vergangenen Tagen - außergewöhnlich hoch für die Wetterau. Damit stieg auch die Inzidenz für die Wetterau klar auf 113,6.

Die Zahlen des Sozialministeriums lassen sich nicht direkt mit jenen des Wetteraukreises vergleichen. Eine gewisse Differenz ist stets vorhanden. Ob der Wetteraukreis am Sonntag neue Corona-Zahlen veröffentlicht, das ist aktuell noch unklar. Erst dann jedoch dürfte klar werden, wie sich die Corona-Neuinfektionen auf die Region verteilen, bricht der Wetteraukreis die Daten doch auf die Kommunen herunter.

Corona-Zahlen für die Wetterau: „Ausnahmesituation“ – Bis zu acht Kontakte pro Infiziertem

Update vom Freitag, 06.11.2020, 16:06 Uhr: Der Kreis hat am Nachmittag die aktuellen Corona-Fallzahlen für die Wetterau gemeldet. Demnach wurden mit dem heutigen Freitag (06.11.2020) 52 Neuinfektionen registriert und zwar in Altenstadt (2), Bad Nauheim (4), Bad Vilbel (8), Büdingen (4), Butzbach (3), Florstadt (1), Friedberg (4), Glauburg (1), Karben (6), Münzenberg (1), Nidda (5), Ober Mörlen (3), Ortenberg (1), Reichelsheim (2), Rosbach (5) und Wöllstadt (2).

Seit März hat das Gesundheitsamt der Wetterau insgesamt 1595 Corona-Fälle erfasst. Beinahe die Hälfte dieser Fälle gilt derzeit als aktiv, nämlich 782. Die Zahl derer, die wegen Covid im Krankenhaus liegen, erhöhte sich von 51 auf 55. Dafür gibt es einen Intensivpatienten weniger, es bleiben noch neun. Von 107 Corona-Betten in den Wetterauer Kliniken sind 31 frei, vier davon mit Beatmungsmöglichkeit.

Corona in der Wetterau: Kreis verzichtet vorerst auf Bundeswehr-Hilfe

Seit dem letzten großen Anstieg vergangene Woche pendelt sich die 7-Tage-Inzidenz in der Wetterau knapp über der 100er-Marke ein. Heute lag sie laut Kreis bei 102,6. Bemerkenswert: Noch vor vier Wochen betrug der Inzidenz-Wert in der Wetterau 11. Die rasant gestiegenen Fallzahlen stellen eine enorme Herausforderung für das Gesundheitsamt dar, wie Landrat Jan Weckler am Mittag nochmal verdeutlichte.

„Wir rechnen mit sechs bis acht Kontaktpersonen pro Infiziertem“, erklärte er und rechnete vor: „Bei mehr als 300 Infizierten pro Woche im Wetteraukreis bedeutet das mehr als 2.000 Kontakte, die alle angerufen und teilweise aufwändig und ausführlich informiert werden müssen, zum Teil erschwert durch Sprachschwierigkeiten. Unzählige Datenmengen müssen dabei erfasst und dokumentiert werden.“ Das sei eine „Ausnahmesituation.“ Die Kreis-Verwaltung ordne derzeit alles dem Kampf gegen Corona unter. Auf Hilfe der Bundeswehr verzichte man vorerst aber, stattdessen unterstützen nun fünf Landes- bzw. Bundesbeamte die Behörde. Sie würden in der Region leben und deshalb die Wetterau besser kennen, so die Begründung.

So verteilen sich die Fälle am 6. November auf die Kommunen in der Wetterau.

Corona in der Wetterau: Trick von Maskenverweigerin macht sprachlos - Aktuelle Zahlen

Update vom Donnerstag, 05.11.2020, 15.27 Uhr: Im Falle des mutmaßlichen Corona-Ausbruchs in einem Wetterauer Flüchtlingsheim besteht nun Klarheit. Wie der Kreis am heutigen Donnerstag (05.11.2020) mitteilte, wurden lediglich acht der rund 600 Bewohner der Erstaufnahmeeinrichtung in Büdingen positiv auf das Virus getestet. 100 Kontaktpersonen müssen weiterhin in Quarantäne bleiben. Alle anderen Bewohner und Bewohnerinnen dürfen sich wieder frei bewegen. Das Gesundheitsamt hatte vor einer Woche sicherheitshalber das gesamte Wohnheim unter Quarantäne gestellt und eine Ausgangssperre verhängt.

Büdingen macht heute auch noch ein zweites Mal Schlagzeilen: Wie die Polizei mitteilt, hat dort in einem Geschäft in der Hauptstraße eine Masken-Verweigerin für Unruhe gesorgt. Am Mittwoch vergangener Woche (28.10.2020) weigerte sich die 54 Jahre alte Frau so vehement dagegen, beim Einkaufen eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, dass erst das Ordnungsamt und dann die Polizei hinzugerufen wurde. Den Beamten überreichte die Frau einen angeblichen „Attest“, den sie offenbar aus dem Internet ausgedruckt hatte. Sie erwartet nun eine Anzeige wegen Urkundenfälschung.

Corona in der Wetterau: Gesundheitsamt meldet 81 Neuinfektionen

Bei den Neuinfektionen machte die Wetterau heute erneut einen merklichen Satz nach oben. Das Gesundheitsamt meldete 81 weitere Corona-Fälle, seit Pandemie-Beginn gab es davon 1543 im Landkreis. Die Neuinfektionen verteilen sich auf viele Kommunen: Altenstadt (4), Bad Nauheim (7), Bad Vilbel (11), Büdingen (2), Butzbach (5), Florstadt (3), Friedberg (16), Gedern (3), Karben (6), Kefenrod (1), Münzenberg (1), Nidda (2), Niddatal (5), Ober Mörlen (2), Reichelsheim (1), Rockenberg (1), Rosbach (8), Wölfersheim (2) und Wöllstadt (1). Dank ihnen stieg die 7-Tage-Inzidenz auf 112,7.

Als akut gelten in der Wetterau derzeit 736 Corona-Infektionen, 53 mehr als am Vortag. Einen Rückgang gab es bei den Covid-Patienten im Krankenhaus: Von 62 auf 51. Grund laut Kreis: Symptomatische Patienten würden zunächst zur Abklärung aufgenommen, bei leichtem Verlauf der Erkrankung aber schnell wieder in häusliche Quarantäne entlassen. Zehn Betroffene brauchen aktuell intensivmedizinische Betreuung. Von den heute 108 Covid-Betten in den Kliniken der Wetterau sind 24 frei, neun davon mit Beatmungsmöglichkeit.

So verteilen sich die Corona-Fälle am 5. November auf die Kommunen in der Wetterau.

Corona in der Wetterau: Zahlen deutlich gestiegen - Komplette Schule geschlossen

Update vom Mittwoch, 04.11.2020, 17.09 Uhr: Das Gesundheitsamt der Wetterau hat die Ernst-Reuter-Schule (ERS) in Bad Vilbel vorübergehend geschlossen. Hintergrund ist, wie der Kreis am heutigen Mittwoch (04.11.2020) mitteilte, dass zwei Lehrkräfte positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Sie hatten mehrere Klassen der Grundschule unterrichtet und Kontakt zu sämtlichen Kollegen und Kolleginnen. „Dadurch ergibt sich eine nicht näher differenzierbare Gesamtsituation möglicher Infektionsketten in der Einrichtung“, sagt Amtsarzt Dr. Reinhold Merbs.

Sicherheitshalber hat das Gesundheitsamt alle Lehrkräfte der ERS bis Freitag, 13.11.2020, in Quarantäne geschickt. Faktisch komme dies einer Schulschließung gleich, hieß es in einer Mitteilung. Deshalb wurde die ganze Schule dicht gemacht. Weitere Maßnahmen könnten einzelne Klassen auch über den 13. November hinaus betreffen, je nachdem, wie die aktuell laufenden Testungen ausfallen. Schülerinnen und Schüler müssen nur vereinzelt in Quarantäne, da diese Maßnahme denjenigen vorbehalten ist, die engen Kontakt zu gesichert Infizierten hatten. An der Schule gilt aber ein Betretungsverbot für alle Kinder.

Corona in der Wetterau: 55 Neuinfektionen, Inzidenz über 100

Insgesamt verzeichnet der Wetteraukreis heute 55 Neuinfektionen, seit März sind es damit 1462 bestätigte Fälle. Die Neuinfektionen wurden gemeldet aus Altenstadt (1), Bad Nauheim (12), Bad Vilbel (10), Büdingen (3), Butzbach (4), Florstadt (2), Friedberg (4), Karben (2), Münzenberg (1), Nidda (1), Niddatal (4), Ortenberg (1), Rockenberg (2) Rosbach (5) und Wöllstadt (3). Die 7-Tage-Inzidenz stieg hauchzart auf 104,9.

Das Gesundheitsamt betreut derzeit 683 akute Corona-Fälle und damit 53 mehr als am Vortag. In stationärer Behandlung befinden sich 62 Betroffene (+2). Elf Personen (-1) werden intensivmedizinisch behandelt. Von den 92 Betten in den Wetterauer Kliniken sind am heutigen Dienstag neun frei, zwei davon mit Beatmungsmöglichkeit.

So verteilen sich die Corona-Fälle am 4. November auf die Kommunen in der Wetterau.

Update vom Dienstag, 03.11.2020, 15.50 Uhr: Ein Covid-19-Patient aus Büdingen ist am vergangenen Wochenende an den Folgen der Infektion gestorben. Das teilte der Kreis am heutigen Dienstag (03.11.2020) mit. Es handelte sich demnach um einen Mann „im fortgeschrittenen Alter“ mit Vorerkrankungen. Die Zahl der Verstorbenen, die nachweislich mit dem Coronavirus infiziert waren, stieg in der Wetterau auf 16 an.

Der Mann hatte vor seinem Tod im Krankenhaus gelegen. Insgesamt befinden sich 60 (+1) Menschen aus der Wetterau mit der Lungenerkrankung in einer Klinik – nicht alle liegen aber in Kliniken im Kreis. Zehn der Patienten (-3) sind ein Fall für die Intensivmedizin. Von den 95 Betten in den Wetterauer Kliniken sind heute elf frei, davon vier mit Beatmungsmöglichkeiten. Die Kapazitäten belaufen sich auf 54 Normalbetten, vier Intensivbetten ohne Beatmung und 37 Intensivbetten mit Beatmung.

Seit gestern gab es in der Wetterau nach Kreis-Angaben 44 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Seit März sind damit 1407 Fälle nachgewiesen. Die jüngsten verteilen auf Bad Nauheim (5), Bad Vilbel (6), Büdingen (3), Butzbach (5), Florstadt (1), Friedberg (6), Karben (1), Kefenrod (1), Münzenberg (1), Nidda (1), Niddatal (2), Rockenberg (3) Rosbach (5), Wölfersheim (2) und Wöllstadt (2). Aktuell gelten im Wetteraukreis 628 Personen als infiziert. Die 7-Tage-Inzidenz stieg minimal auf 104,8.

So verteilen sich die Corona-Fälle am 3. November auf die Kommunen in der Wetterau.

Corona in der Wetterau: Ausbruch in Pflegeheim – Nur 12 Betten frei

+++ 16:45 Uhr: Nachdem das Gesundheitsamt des Wetteraukreises zuletzt am Freitag die Zahl der Neuinfektionen veröffentlicht hat, kamen am heutigen Montag, 2.11.2020, die Zahlen für das gesamte Wochenende. Demnach haben sich seit vergangenem Freitag 121 Personen mit dem Coronavirus infiziert.

Das Gesundheitsamt musste an diesem Wochenende mehr als 700 Kontaktpersonen im Wetteraukreis ermitteln, teilweise durch lange Gespräche und Telefonate. Wegen eines lokalen Ausbruchs in einem Pflegeheim in Bad Vilbel testete das Gesundheitsamt am Freitag vor Ort die Bewohner. Bei 160 Personen wurden Abstriche durchgeführt, 26 der Tests waren positiv.

Corona im Wetteraukreis: Betten werden knapp

Auch in den Krankenhäusern spitzt sich die Lage zu. „Wenn wir jetzt nicht die notwendigen Vorgaben einhalten, werden wir die Krankenhäuser über die Kapazitätsgrenzen hinweg belasten“, sagte Landrat Jan Weckler. Um ein Bild wie in den norditalienischen Kliniken im Frühjahr zu verhindern, „sind wir alle aufgefordert, dabei zu helfen, das Virus an der Ausbreitung zu hindern.“ Die Kapazität der für Coronapatienten geeigneten Betten im Wetteraukreis umfasst 94, davon 37 Intensivbetten mit Beatmungsstation. Nur zwölf der 94 Betten sind frei, drei davon haben die Möglichkeit, Coronapatienten zu beatmen.

Aktuell gelten im Wetteraukreis 595 Coronainfektionen als aktiv. Seit Beginn der Pandemie wurden vom Gesundheitsamt 1.363 Fälle gemeldet, die Inzidenz liegt bei 103,5. Als Grundlage für die Zahlen nimmt das Gesundheitsamt die Zahlen des Hessischen Landesprüfungs- und Untersuchungsamt im Gesundheitswesen (HLPUG). Diese Daten beziehen sich auf den Vortag und weichen deswegen von den gemeldeten Zahlen des RKI ab.

Die 121 neuen Coronafälle seit Freitag verteilen sich folgendermaßen auf die Kommunen: Altenstadt (6), Bad Nauheim (15), Bad Vilbel (32), Büdingen (4), Butzbach (6), Florstadt (3), Friedberg (9), Karben (10), Kefenrod (2), Limeshain (1), Nidda (6), Niddatal (3), Ober Mörlen (2), Ortenberg (1), Reichelsheim (5), Rockenberg (3), Rosbach (10), Wölfersheim (2) und Wöllstadt (2).

Im Herbst steigen die Corona-Infektionen rasant an. Doch darf der Vorgesetzte eine COVID-19 Erkrankung öffentlich machen?

Update vom Montag, 2.11.2020, 08.33 Uhr: Seit Freitag wartet die Wetterau auf frische Fallzahlen vom Gesundheitsamt. Das Robert Koch-Institut (RKI) hat derweil in der Nacht zum heutigen Montag (2.11.2020) seine Angaben aktualisiert. Es zählte für die Wetterau 1.383 Corona-Fälle seit Beginn der Pandemie. Das sind 96 mehr als das Hessische Sozialministerium, das sich auf das RKI beruft, gestern meldete. Die 7-Tage-Inzidenz stieg demnach auf 103,5. Im Laufe des Tages dürfte der Kreis mit seinen Daten nachziehen.

Corona in der Wetterau: „Gefährdet das gesamte Gesundheitssystem“ - Neue Zahlen des RKI

Update vom Sonntag, 1.11.2020, 10.58 Uhr: Während der Wetteraukreis am Wochenende bisher keine neuen Corona-Zahlen veröffentlicht hat, sind laut hessischem Sozialministerium (Stand: 31.10.2020) bisher 1.287 Fälle in der Wetterau registriert worden. Das sind 45 mehr als der Kreis am Freitag vermeldet hatte. Wirklich vergleichbar sind die Zahlen jedoch nicht, da die Meldekette immer wieder für Verzögerungen sorgt. Laut Ministerium liegt die Inzidenz im Wetteraukreis aktuell bei 86,1.

Derweil hat sich Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernentin Stephanie Becker-Bösch mit einem Appell an die Bevölkerung zu Wort gemeldet. Dort schreibt sie: „Corona gefährdet das gesamte Gesundheitssystem, und die zweite Welle hat uns voll im Griff. Die entscheidenden Faktoren für die Aufrechterhaltung der Versorgung sind unser Pflegepersonal, die Krankenschwestern und unsere Ärzte. Ihnen wird derzeit enorm viel abverlangt. Sie arbeiten weiterhin hart am Limit und stoßen tagtäglich an ihre Grenzen.“

Dass sich die Corona-Situation in den nächsten Wochen entspannt, hält die Gesundheitsdezernentin des Wetteraukreises für unwahrscheinlich: „Die Grippe-Saison steht an. Wir wissen noch nicht, wie stark sie einschlagen wird und was in Verbindung mit Covid-19-Viren passiert. Entsprechend sei es an jedem einzelnen, Verantwortung zu übernehmen.

Corona Wetterau: Aktuelle Zahlen aus den Kommunen - Kreis warnt vor „Party-Wochenende“

Update vom Freitag, 30.10.2020, 15.35 Uhr: Der Wetteraukreis vermeldet am Freitagnachmittag 52 Neuinfektionen mit dem Coronavirus im Vergleich zum Vortag. Damit wurden in der Wetterau seit Beginn der Pandemie 1.242 Fälle registriert. Die Neuinfektionen verteilen sich auf Altenstadt (1), Bad Nauheim (5), Bad Vilbel (7), Büdingen (4), Butzbach (9), Echzell (1), Friedberg (1), Gedern (1), Hirzenhain (2), Karben (1), Nidda (1), Ranstadt (1), Reichelsheim (2), Rockenberg (2), Rosbach (13) und Wölfersheim (1). Die Inzidenz beträgt 88,1 und ist damit um 8,6 gestiegen.

Insgesamt befinden sich 38 Personen in stationärer Behandlung, zwei mehr als am Donnerstag. Acht von ihnen werden intensivmedizinisch versorgt. Eine Person aus Büdingen gilt als genesen. Damit liegt die Zahl der Genesenen in der Wetterau bei 723. Aktive werden im Wetteraukreis 504 gezählt. Die Zahl der Todesfälle infolge einer Covid-19-Erkrankung liegt weiterhin bei 15.

So verteilen sich die Corona-Fälle am 30. Oktober auf die Kommunen der Wetterau.

Corona in der Wetterau: Kreis warnt vor „Party-Wochenende“

Update vom Donnerstag, 29.10.2020, 16.06 Uhr: Vor Inkrafttreten der neuen Corona-Beschlüsse der Länder am Montag (2.11.2020) warnt Landrat Jan Weckler vor einem „Party-Wochenende“ in der Wetterau. Am Wochenende werde man die Einhaltung der Höchstzahl bei Feiern verschärft kontrollieren, die schon jetzt bei zehn Personen liegt. „Wir sind alle gefordert, in einer gemeinsamen Kraftanstrengung die Verbreitung der Infektion zu stoppen“, so Weckler in einer Mitteilung des Wetteraukreises. „Dafür muss jeder und jede Einzelne Verantwortung übernehmen.“ Ziel sei es, die medizinische Infrastruktur nicht „kollabieren“ zu lassen.

Im Vergleich zum Vortag wurden in der Wetterau 54 weitere Infektionen mit dem Coronavirus bestätigt. Seit Beginn der Pandemie haben sich demnach 1190 Menschen mit dem Erreger infiziert, teilt der Landkreis mit. Die Neuinfektionen verteilen sich auf Altenstadt (3), Bad Nauheim (3), Bad Vilbel (15), Büdingen (3), Echzell (1), Friedberg (6), Gedern (2), Karben (7), Münzenberg (2), Nidda (2), Niddatal (1), Ranstadt (1), Reichelsheim (2), Rockenberg (3) und Rosbach (3). Die 7-Tage-Inzidenz im Wetteraukreis liegt bei 79,5 und ist damit leicht angestiegen. Der Wetteraukreis betreut 453 (+20) „aktive“ Fälle. 38 (+5) Erkrankte befinden sich in stationäre Behandlung. Zehn (+2) von ihnen werden intensivmedizinisch behandelt. Bei den Todeszahlen in der Wetterau hat sich nichts geändert. Weiterhin sind 15 Personen an den Folgen von Covid-19 gestorben.

So verteilen sich die Corona-Fälle am 29. Oktober auf die Kommunen im Wetteraukreis.

Corona in der Wetterau: Zwei Hiobsbotschaften für den Kreis nach Fallzahlen

Update, 28.10.2020, 15.09 Uhr: Gleich zwei Hiobsbotschaften treffen die Wetterau am heutigen Mittwoch (28.10.2020). Die größere zuerst: Der Landkreis hat die finale Corona-Warnstufe erreicht, die 7-Tage-Inzidenz übertraf mit 76,9 jüngst die kritische Marke von 75 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen. Mit Blick auf nun fällige neue Schutzmaßnahmen sagte Landrat Jan Weckler, er rechne damit, dass das hessische Corona-Kabinett in Kürze landesweit gültige Verordnungen erlassen werde. Das bisherige Regel-Stückwerk in den Landkreisen wäre dann obsolet. Sollte die Landesregierung diesen Schritt nicht gehen, werde der Wetteraukreis eine eigene, neue Allgemeinverfügung auf den Weg bringen, so Weckler.

Corona in der Wetterau: 49 weitere Neuinfektionen – Quarantäne in Unterkunft

Seit März wurden in der Wetterau 1136 Menschen positiv auf Sars-Cov-2 getestet, das sind 49 mehr als am Vortag. Die Neuinfektionen sind breit gestreut und entfallen auf Altenstadt (3), Bad Nauheim (6), Bad Vilbel (8), Büdingen (8), Butzbach (3), Florstadt (1), Friedberg (4), Karben (4), Limeshain (3), Münzenberg (3), Nidda (2), Niddatal (2), Rosbach (1) und Wölfersheim (1). Das Gesundheitsamt betreut mit dem heutigen Tag 443 (+40) aktive Fälle., 33 Covid-19-Patienten liegen im Krankenhaus (-1), acht werden intensivmedizinisch betreut (+1).

So verteilen sich die Corona-Fälle am 28. Oktober in den Kommunen der Wetterau.

Nun zu Hiobsbotschaft Nummer zwei: Die Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete in Büdingen steht ab sofort unter Quarantäne. Dort wurden drei Corona-Infektionen nachgewiesen. Bis die Dimension des möglichen Ausbruchs feststeht, dürfen die 600 Bewohner das Gelände der Unterkunft nicht verlassen. Man wisse nicht, welche Kontakte die Familien und die Kinder hatten, teilte der Wetteraukreis mit. Man werde das „in Ruhe“ ermitteln. Um dafür die Zeit zu haben, ohne die Gesundheit anderer in der Umgebung zu gefährden, sei es wichtig gewesen, zunächst einmal die Einrichtung zu sperren.

Die Unterkunft in Büdingen hat laut Kreisverwaltung den Vorteil, dass Raumkapazitäten da sind, um die Bewohner nach Status zu trennen. Die Kategorien lauten:

  • Isolation für die positiv getesteten Personen
  • Quarantäne für die Kontaktpersonen
  • Normales Leben für die, die nur im Umfeld sind.

Das Gesundheitsamt in der Wetterau arbeitet mittlerweile im Schichtbetrieb von 7 Uhr bis 20 Uhr an sieben Tagen in der Woche, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Für die Verwaltung hat laut Mitteilung ab sofort die Zuarbeit für das Gesundheitsamt Vorrang. „Andere Aufgaben sollen und müssen jetzt zurückgestellt werden. Gleichwohl wird die Kreisverwaltung auch in dieser Situation offen und handlungsfähig bleiben“, so Weckler.

Corona in der Wetterau: Bund dringt auf diese drastischen Einschränkungen

Update, 28.10.2020, 8.35 Uhr: Kommen bald neue, drastische Einschränkungen und Regeln in der Corona-Krise auf die Bürger im Wetteraukreis zu? Diese könnten bereits heute bekanntgegeben werden. Denn Angela Merkel und die Länder-Chefs wollen heute über einen Katalog mit weitreichenden Anti-Corona-Maßnahmen beraten. Laut dem Entwurf einer Beschlussvorlage, der der Nachrichtenagentur dpa vorliegt, sollen sich demnach ab 4. November nur noch zwei Haushalte treffen dürfen.

Auch auf die Wirtschaft hätten die Pläne gravierende Auswirkungen: Restaurants, Kneipen und Bars sollen für vier Wochen geschlossen werden. Erneut dürfte demnach nur noch geliefert und abgeholt werden. Schließen sollen ebenfalls Theater, Opern, Konzerthäuser und Kinos. Auch Regelungen für den Sport werden erwartet. Offen bleiben sollen dagegen Schulen und Kitas.

Corona Wetterau: Finale Warnstufe im Blick - „Einzelfälle“ an Schulen

Update, 27.10.2020, 15.17 Uhr: Die Wetterau bewegt sich mit großen Schritten auf die finale Corona-Warnstufe zu. Nach Angaben des Kreises beträgt die 7-Tage-Inzidenz am heutigen Dienstag 67,5 – ein merklicher Anstieg gegenüber dem Vortrag. Der letzte Schwellenwert, der bei 75 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen liegt, rückt in greifbare Nähe. Seit März registrierte das Gesundheitsamt in der Wetterau 1087 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus, das sind 52 mehr als am Montag.

Die jüngsten Corona-Fälle verteilen sich über den gesamten Wetteraukreis: Altenstadt (1), Bad Nauheim (4), Bad Vilbel (4), Büdingen (4), Butzbach (4), Florstadt (1), Friedberg (6), Gedern (1), Glauburg (1), Karben (4), Kefenrod (2), Limeshain (3), Nidda (4), Niddatal (3), Ober Mörlen (3), Ortenberg (1), Reichelsheim (2), Rockenberg (1) und Rosbach (3). Akut infiziert sind aktuell 403 Menschen (+15), von denen 34 im Krankenhaus liegen (+1) und sieben intensivmedizinisch behandelt werden. Der Kreis spricht in einer Mitteilung von einem „dynamischen Infektionsgeschehen“.

Corona in der Wetterau: Infektionen an mehreren Schulen im Kreis

Der Kreis meldet außerdem mehrere „Einzelfälle“ an Schulen in der Wetterau. In der Grundschule in Limeshain-Himbach und an der Beruflichen Schule in Bad Nauheim wurde demnach bei zwei Schülern das Coronavirus nachgewiesen. In zwei weiteren, nicht benannten Schulen soll es Verdachtsfälle geben, die das Gesundheitsamt derzeit abklärt. In allen Fällen hätten sich die Betroffenen im häuslichen Umfeld angesteckt, heißt es.

Die Verwaltung erklärt, es müsse inzwischen nicht mehr der gesamte Klassenverband in Quarantäne. „Unsere Erfahrungen zeigen, dass Schulklassen nicht die Umgebung sind, in denen sich das Virus verbreitet“, sagt Amtsarzt Dr. Reinhold Merbs. Bei der Vielzahl von Testungen ganzer Klassen sei keine Ansteckung innerhalb des Klassenverbandes registriert worden. In Quarantäne müssen deshalb nur die direkten Sitznachbarn der Infizierten.

So verteilen sich die Corona-Fälle am 27. Oktober auf die Kommunen in der Wetterau.

Corona in der Wetterau: Aktuelle Zahlen aus den Kommunen - Proteste gegen Maßnahmen

Update vom Montag, 26.10.2020, 16.21 Uhr: Der Kreis hat aktuelle Zahlen, Einschätzungen und Schutzmaßnahmen zur Infektionslage in der Wetterau veröffentlicht. So bestätigte die Verwaltung am heutigen Montag (26.10.2020) eine 7-Tage-Inzidenz von 59,7 und meldete 75 Neuinfektionen mehr als noch am Freitag (23.10.2020).

Damit hat das Gesundheitsamt seit März 1035 Corona-Fälle erfasst, das Robert Koch-Institut (RKI) verzeichnet 1039. Die neuen Fälle verteilen sich, wie folgt: Altenstadt (4), Bad Nauheim (7), Bad Vilbel (14), Büdingen (8), Butzbach (3), Echzell (1), Friedberg (9), Karben (11), Münzenberg (1), Nidda (5), Ortenberg (2), Ranstadt (2), Rockenberg (1), Rosbach (4), Wölfersheim (2) und Wöllstadt (1). Aktuell gelten 388 Menschen aus der Wetterau als akut mit dem Coronavirus infiziert.

Corona in der Wetterau: Viele Covid-19-Patienten in stationärer Behandlung

Sorgen bereitet vor allem die Zahl der Covid-19 Patienten, die sich in stationärer Behandlung befinden. 33 Infizierte aus der Wetterau liegen laut Kreis derzeit im Krankenhaus, 15 waren es zuletzt noch gewesen. Sieben Betroffene brauchen intensivmedizinische Betreuung, vier mehr als vor dem Wochenende. Wie es aus dem Gesundheitsamt heißt, sind nur wieder vermehrt die sogenannten vulnerablen Gruppen von Corona betroffen. „Deshalb haben wir auch eine Verdopplung der Überweisungen in die Krankenhäuser zu verzeichnen. Weil ältere oder vorerkrankte Menschen mit der Infektion oft einen schwereren Verlauf haben, müssen diese Personen besonders geschützt werden“, so Landrat Jan Weckler..

So verteilen sich die Corona-Fälle am Montag, 26.10.2020, in der Wetterau.

Corona in der Wetterau: Neue Regeln, Proteste gegen Maßnahmen

Am morgigen Dienstag (27.10.2020) tritt in der Wetterau eine weitere Allgemeinverfügung in Kraft, die eine Reaktion auf den Eintritt in die vierte von fünf Warnstufen darstellt. Wesentliche Neuerungen:

  • Bei Feiern in angemieteten oder öffentlichen Räumen sind nur noch maximal 10 Personen erlaubt. Für Feiern in privaten Räumen empfiehlt der Kreis, dieses Limit einzuhalten. Zusammenkünfte sind nur noch mit einer Teilnehmerzahl von maximal 100 möglich.
  • Maskenpflicht besteht nunmehr auch bei allen öffentlichen Veranstaltungen, in öffentlichen Einrichtungen, bei Trauerfeierlichkeiten, in Kirchen und vergleichbaren Räumlichkeiten von Glaubensgemeinschaften jeweils auch am eigenen Sitzplatz sowie in Gemeinschaftseinrichtungen (zum Beispiel Flüchtlingsunterkünfte, Obdachlosenunterkünfte). Es wird empfohlen auf besonders belebten Straßen und Plätzen, wie zum Beispiel Einkaufsstraßen, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.
  • Auf eine generelle Sperrstunde verzichtet der Kreis, zuletzt war diese von mehreren Gerichten gekippt worden. Die Kommunen können aber Sperrstunden für besondere Partymeilen anregen, von denen es im Wetteraukreis allerdings nur sehr wenige gibt.

Aus der Kreisverwaltung heißt es, mittlerweile würden sich vermehrt Menschen mit Beschwerden über Einschränkungen und Maskenpflicht an die Behörden wenden. „Dabei werden auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitsamtes beleidigt. Das ist völlig inakzeptabel“, führt Weckler aus. „Wir erleben täglich unzählige Forderung von ganz unterschiedlichen Seiten. Die einen wollen die sofortige Schließung von Schulen und öffentlichen Einrichtungen, um die Ausbreitung des Virus zu vermindern. Andere sehen die Gesundheit ihrer Kinder und ihrer eigenen gefährdet, weil die Pflicht zum Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung ausgeweitet wird.“ Der Landrat betonte, die Wetterau halte sich an Vorgaben von Bund und Land.

Corona in der Wetterau: Warnstufe rot - Zahlen übers Wochenende deutlich gestiegen

Update, 26.10.2020, 11.59 Uhr: Während der Wetteraukreis übers Wochenende keine neuen Corona-Zahlen für die Region veröffentlicht hat, zeigen die Zahlen beim Robert-Koch-Institut (RKI) erneut einen deutlichen Anstieg der nachgewiesenen Infektionen. Demnach stieg die Zahl der nachgewiesenen Fälle in der Wetterau übers Wochenende auf 1039. Das sind fast 80 mehr als zuletzt vom Wetteraukreis vermeldet.

Damit steigt auch die 7-Tage-Inzidenz im Wetteraukreis deutlich an. Mit einem Wert von nun 59,7 - so zumindest errechnet beim RKI - hat die Wetterau die vorletzte Warnstufe im Eskalationskonzept des Landes Hessens erreicht. Es gilt demnach Warnstufe rot. 15 Todesfälle nach Corona-Infektionen wurden registriert.

Aktuelle Corona-Zahlen auch aus den einzelnen Gemeinden im Wetteraukreis werden im Laufe des Tages erwartet.

Corona in der Wetterau: Trendwende nicht absehbar – 45 neue Fälle, Inzidenz steigt

Erstmeldung, 23.10.2020, 14.46 Uhr: In der Wetterau wachsen die Sorgen, weil die Ausbreitung des Coronavirus immer rapider vorangeht. Am Freitag (23.10.2020) nahm der Kreis Kurs auf die vierte von fünf Corona-Warnstufen zu. Die 7-Tage-Inzidenz, die angibt, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohnern innerhalb der vergangenen sieben Tage positiv auf Sars-Cov-2 getestet wurden, liegt laut Gesundheitsamt bei 47,4. Das Land Hessen hat festgelegt, dass ab einer Inzidenz von 50 die Warnstufe rot aktiv wird. Die Wetterau würde Risikogebiet, der Kreis müsste schärfere Schutzmaßnahmen erlassen.

Corona in der Wetterau: Wann reißt der Kreis den nächsten Grenzwert?

Dass die Region den Schwellenwert in den kommenden Tagen übertrifft, ist wahrscheinlich. Seit Anfang Oktober klettern die Fallzahlen in der Wetterau kontinuierlich in die Höhe, eine Trendwende zeichnet sich nicht ab. So meldete der Wetteraukreis nach den 45 Neuinfektionen am gestrigen Donnerstag (22.10.2020) heute gleich nochmal 45 weitere Neuinfektionen. Betroffen sind fast alle Kommunen im Landkreis: Altenstadt (4), Bad Nauheim (2), Bad Vilbel (9), Büdingen (2), Butzbach (3), Echzell (1), Friedberg (8), Glauburg (1), Karben (4), Limeshain (1), Nidda (3), Niddatal (2), Ranstadt (1), Rockenberg (1) und Rosbach (3).

So verteilen sich die Corona-Fälle a 23.10.2020 auf die Kommunen in der Wetterau.

Corona in der Wetterau: Gesundheitsamt betreut mehr als 3000 aktive Fälle

Aktuell betreut das Gesundheitsamt der Wetterau 319 aktiv Infizierte. Hunderte Kontaktpersonen befinden sich in vorsorglicher Quarantäne. Zuletzt betonte die Verwaltung, wie aufwendig es sei, die verzweigten Infektionsketten nachzuvollziehen. Landrat Jan Weckler sprach von „Herausforderungen in bisher unbekanntem Ausmaß“. Die hohe Auslastung der örtlichen Behörden ist natürlich längst keine exklusives Wetterauer Phänomen, sondern deutschlandweit zu beobachten. Genauso wie die explodierenden Corona-Zahlen: Rund um den Kreis hat sich die Karte des Robert Koch-Institutes (RKI) tief rot eingefärbt: Gießen, Taunus und Main-Kinzig gelten längst als Riskogebiete, Frankfurt hat die finale Warnstufe (ab Inzidenz 75) weit übertroffen.

Der Wetteraukreis beruft sich bei seiner Ausweisung der 7-Tage-Inzidenz (zur Erinnerung, heute 47,4) auf das Hessische Landesprüfungs- und Untersuchungsamt HLPUG. Bemerkenswert ist das, weil die Werte des HLPUG auf den Daten des Vortrages basieren, während der Kreis die Daten für seinen täglichen Bericht tagesaktuell aus den Laboren bezieht. Da aber auch das RKI die Zahlen des Landes wiedergibt, hat sich die Kreisverwaltung entschlossen, bei der Veröffentlichung zur Inzidenz ebenfalls auf das HLPUG zurückzugreifen, um Verwirrung zu vermeiden. So ist für die Wetterau immer nur ein aktueller Inzidenz-Wert im Umlauf.

Corona in der Wetterau: Neue Allgemeinverfügung beschlossen

In stationärer Behandlung befinden sich aktuell 15 Covid-19-Patienten aus der Wetterau. Vier von ihnen und damit zwei mehr als gestern müssen auf der Intensivstation medizinisch versorgt werden. 15 Todesfälle, die im Zusammenhang mit einer Corona-Erkrankung stehen, registrierte der Wetteraukreis seit März. Insgesamt wurden seit Pandemie-Beginn genau 960 Personen vom Gesundheitsamt als infiziert bestätigt. Noch liegt der Kreis auf Warnstufe drei. Um der rasanten Ausbreitung, die sich seit Anfang Oktober abzeichnet*, entgegenzuwirken, hat er eine neue Allgemeinverfügung beschlossen.

Diese beinhaltet eine verschärfte Maskenpflicht: Eine Mund-Nasen-Bedeckung muss demnach nun nicht mehr nur in geschlossenen Räumen getragen werden, sondern auch überall außerhalb des eigenen Sitzplatzes bei öffentlichen Veranstaltungen sowie in Freizeitparks oder auf Jahrmärkten. Für Feiern in privaten Räumen wird eine maximale Teilnehmerzahl von 15 Personen dringend empfohlen. In angemieteten Räumen dürfen maximal 25 Personen teilnehmen. *wetterauer-zeitung.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks. (ag)

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