Das Impfen gegen das Coronavirus soll bald in Hausarztpraxen beginnen. In der Wetterau ist es schon soweit. (Symbolfoto)
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Das Impfen gegen das Coronavirus soll bald in Hausarztpraxen beginnen. In der Wetterau ist es schon soweit. (Symbolfoto)

Corona-Pandemie in Hessen

Besonderheit in der Wetterau: Bereits jetzt Corona-Impfungen in Hausarztpraxen möglich

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Was der Bund noch plant, ist in der Wetterau schon Praxis: Seit dieser Woche können Hausärzte dort Corona-Impfungen durchführen. Zudem gibt es für die kostenlosen Tests eine neue Allgemeinverfügung.

  • Spätestens im April sollen in Deutschland auch Hausärzte Corona-Impfungen durchführen.
  • Das Land Hessen will sich auf das Impfen in den Arztpraxen mit einem Modellprojekt vorbereiten.
  • Nun geht die Wetterau voran: Seit dieser Woche wird hier schon durch niedergelassene Ärzte geimpft.

Update, Donnerstag, 11.03.2021, 12.35 Uhr: In Deutschland sollen Corona-Impfungen bald durch Hausärzte durchgeführt werden können. Dazu plant Hessen zunächst ein Pilotprojekt. „Das Land Hessen und die Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH) bereiten sich darauf vor, niedergelassene Ärztinnen und Ärzte gezielt in die Impfstrategie einzubinden“, heißt es in einer Pressemitteilung, die die hessische Landesregierung am gestrigen Mittwoch veröffentlicht hat.  In einem Modellvorhaben sollen zunächst bis Ende März circa 10.000 Impfdosen an 50 niedergelassene Arztpraxen ausgegeben werden, bevor dann ab April 2021 deutlich mehr Impfdosen zur Verfügung stehen sollen als bisher.

Doch was das Land Hessen noch plant, ist in der Wetterau schon Praxis: Seit dieser Woche können Hausärzte dort Corona-Impfungen durchführen – sowohl in der Arztpraxis als auch im Rahmen von Hausbesuchen. „Unser Ziel ist, dass der Impfstoff möglichst schnell in die Arme der Menschen kommt. Deshalb haben wir in dieser Woche begonnen, Arztpraxen als mobile Impfteams einzusetzen“, erklärte Landrat Jan Weckler. „Diese Impfdosen sollen gemäß den Vorgaben der Ständigen Impfkommission an besonders vulnerable Menschen verimpft werden. Das sind vor allem Menschen, die aufgrund ihres Gesundheitszustandes nicht in der Lage sind, das Impfzentrum aufzusuchen.“

Corona-Impfungen: In der Wetterau dürfen niedergelassene Ärzte bereits impfen

Um Corona-Impfungen durchführen zu können, müssen sich die Wetterauer Arztpraxen zunächst als Impf-Team registrieren lassen. Nach einem ersten Aufruf hatten sich bis Montag (08.03.2021) bereits 30 Arztpraxen registriert und wurden mit zusammengerechnet 3500 Impfstoff-Dosen beliefert, die sie nun an ihre Patienten verimpfen. Damit geht der Wetteraukreis in Sachen Corona-Impfungen durch Hausärzte hessenweit voran.

Verimpft wird der Impfstoff von AstraZeneca, der mittlerweile auch für Personen über 65 Jahren zugelassen ist, jedoch unter einem angeschlagenen Image leidet. Vielerorts blieb er deswegen zuletzt liegen. Nicht so in der Wetterau: Dort sollen sie 3500 Impfstoff-Dosen, die an die Arztpraxen ausgeliefert wurden, noch im Laufe dieser Woche verimpft werden.

Impfungen durch Wetterauer Arztpraxen: Es mangelt an Impfstoff

Eigentlich wäre noch viel mehr möglich, denn es gibt zahlreiche Wetterauer Arztpraxen, die ebenfalls Impfungen durchführen wollen: Laut Angaben des Wetteraukreises haben sich mittlerweile 75 Hausarztpraxen bereit erklärt, als mobile Impfteams zu arbeiten. „Das ist eine gute Nachricht und wird uns helfen die Zahl der Impfungen deutlich zu erhöhen. Allerdings ist nach wie vor die Versorgung mit ausreichend Impfstoff der limitierende Faktor. Nur wenn das Impfzentrum mit ausreichend Impfstoff versorgt ist, kann zusätzlicher Impfstoff an die Hausarztpraxen abgegeben werden“, so Landrat Jan Weckler.

Hessen liegt laut Robert-Koch-Institut bei der Erstimpfungsquote mit 6,9 Prozent genau im Bundesdurchschnitt, bei der Zweitimfungsquote mit 3 Prozent leicht unter der bundesdeutschen Quote von 3,2 Prozent. Laut Landesregierung ist jedoch damit zu rechnen, dass Hessen bei den Impfungen nun deutlich zulegen wird. „Mit der Öffnung der Priorisierungsgruppe 2 und zuverlässigeren Impfstofflieferungen in den kommenden Wochen werden nun deutlich mehr Menschen Impftermine bekommen können als zuvor“, heißt es auf in der gestrigen Pressemitteilung. So seien in dieser Woche in den 28 Impfzentren mehr als 88.000 Termine für Erstimpfungen vereinbart, während es in der vergangenen Woche rund 47.000 Termine gewesen seien.

Neue Allgemeinverfügung in der Wetterau: Ein kostenloser Schnelltest pro Woche

Erstmeldung, Mittwoch, 10.03.2021, 17.37 Uhr: Wetteraukreis (prw). Das Testen soll neben den Impfungen ein weiterer Baustein werden, um das Pandemie-Geschehen positiv zu beeinflussen. In der jüngsten Bund-Länder-Konferenz wurde entsprechend beschlossen, dass ab dieser Woche bundesweit allen Bürgern einmal in der Woche ein kostenfreies Testangebot gemacht werden soll. Im Wetteraukreis tritt am heutigen Donnerstag, eine Allgemeinverfügung in Kraft, nach der nun auch formal Testungen von asymptomatischen Personen durch Zahnärzte, ärztlich oder zahnärztlich geführte Einrichtungen, medizinische Labore, Apotheken sowie Rettungs- und Hilfsorganisationen im Wetteraukreis durchgeführt werden können. »Am gestrigen Dienstag hat das Bundesgesundheitsministerium eine neue Testverordnung veröffentlicht und in Kraft gesetzt. Damit ist die rechtliche Grundlage für die kostenlosen wöchentlichen Schnelltests durch professionelle Anwender geschaffen, die Bund und Länder beschlossen hatten«, erläutert Landrat Jan Weckler. Die Allgemeinverfügung sei notwendig, damit die beauftragten Anbieter auch die Möglichkeit hätten, die Tests mit dem Bund abrechnen zu können, heißt es in einer Pressemitteilung des Landkreises.

»Zur Vermeidung der Verbreitung möglicher Infektionen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 werden Zahnärzte, ärztlich oder zahnärztlich geführte Einrichtungen, medizinische Labore, Apotheken sowie Rettungs- und Hilfsorganisationen im Wetteraukreis allgemein beauftragt, Testungen von asymptomatischen Personen durchzuführen«, lautet der Text der Allgemeinverfügung. Das Personal nicht ärztlich geführter Einrichtungen muss zuvor durch einen Arzt oder eine Ärztin oder eine Stelle des öffentlichen Gesundheitsdienstes geschult werden.

Die Allgemeinverfügung ist gemeinsam mit weiteren Informationen auf der Homepage des Wetteraukreises unter https://www.wetteraukreis.de/aktuelles/corona/ abrufbar.

Corona-Pandemie: Wetterau will Test-Angebot ausweiten

Nach der neuen Testverordnung des Bundes können auch weitere Anbieter kostenlose Tests machen und dieses Angebot mit dem Bund abrechnen. Sofern gewisse Qualitätskriterien erfüllt werden, kann das Gesundheitsamt entsprechende Einzelbeauftragungen erteilen. »Perspektivisch wird es auch im Wetteraukreis neben Testangeboten in Apotheken oder bei Ärzten entsprechende Angebote von privaten Anbietern oder Einzelhandelsketten geben können«, erläutert Weckler.

Daneben hatte der Wetteraukreis bereits ab vergangenem Montag das Testangebot im Testcenter in Reichelsheim, das gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung betrieben wird, ausgeweitet. Die »Bürgertests« werden dort durch Ausweitung der Öffnungszeiten möglich und finden ausschließlich wochentags zwischen 13 und 15 Uhr statt. Dort kann man sich ohne Anmeldung direkt im Testzentrum in Reichelsheim, Florstädter Straße 18, testen lassen. Auch die Mitarbeiter des Wetteraukreises, die in Präsenzform arbeiten, erhalten ab kommender Woche die Möglichkeit, sich einmal wöchentlich in den Kreisverwaltungen in Friedberg und Büdingen mit einem Schnelltest testen zu lassen.

Im Rahmen der Verfügbarkeit von Testkapazitäten kann der Test von den Bürgern entsprechend dem Beschluss von Bund und Ländern mindestens einmal pro Woche in Anspruch genommen werden.

Wetterau: Maskenpflicht für Lehrer und Erzieher

Die vom Kreis zum 18. November erlassene Maskenpflicht für Lehrer und andere in Schulen tätige Personen sowie Beschäftigte in Kindertagesstätten, Kinderhorten, Krippen und Kindertagespflegestellen wird an die derzeitige Verordnungslage angepasst und bis zum 31. März verlängert. (pwr)

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