Eine der ersten Impflinge war heute Hildegard Gies. Dr. Ellen Wedekind vom mobilen Impfteam nahm die Impfung vor.
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Eine der ersten Impflinge war heute Hildegard Gies. Dr. Ellen Wedekind vom mobilen Impfteam nahm die Impfung vor.

2.000 Impfdosen

Corona-Impfungen in der Wetterau: Erste Personen geimpft - Starttermin, Reihenfolge und Ablauf im Überblick

  • vonKim Luisa Engel
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Die ersten Menschen im Wetteraukreis haben eine Corona-Impfung erhalten. Wie geht es nun weiter? Der Überblick.

  • Bald kann es auch im Wetteraukreis mit den Corona-Schutzimpfungen losgehen.
  • Trotzdem wird das Impfzentrum in Büdingen nicht ab dem 27.12. beginnen, zuerst sind mobile Teams im Einsatz.
  • Oberste Priorität haben derzeit Alten- und Pflegeheime, die besonders hart von der Corona-Krise betroffen sind.

Update, 28.12.2020, 10.28 Uhr: Nun ist es soweit. Die ersten Personen im Wetteraukreis haben eine Corona-Impfung erhalten. Am Sonntag (27.12.2020) wurde im Alten- und Pflegeheim „Haus Ziegler“ in Wölfersheim Hildegard Gies (100) als eine der ersten Wetterauerinnen gegen das Coronavirus geimpft. Angst vor Corona hatte sie nicht, wie der Wetteraukreis mitteilt, aber sie sei auch ganz froh, mit der Impfung geschützt zu sein.

Am Sonntagmorgen waren drei mobile Impfteams gestartet, um die 210 gelieferten Corona-Impfdosen für die Wetterau zu verimpfen. Am Montag sollen weitere 885 Impfdosen geliefert werden, vermutlich erst am Nachmittag, so dass die nächsten Corona-Impfungen dann am Dienstag erfolgen können. Für Mittwoch ist dann die letzte Lieferung für dieses Jahr in der Wetterau angekündigt. 

In den kommenden Wochen werden zunächst alle Bewohner der anderen Alten- und Pflegeheime in der Wetterau und deren Beschäftigte gegen Corona geimpft. Dafür ist es laut Kreis notwendig dass die Einrichtung frei vom Coronavirus ist, erkrankte Bewohner können zunächst nicht geimpft werden.

Nachdem Bewohner von Alten- und Pflegeheim sowie deren Mitarbeiter und die Patienten sowie die Beschäftigten in den Krankenhäusern in der Wetterau geimpft sind, werden auch pflegebedürftige Personen zu Hause aufgesucht und geimpft.

Weitere Infos zur Corona-Impfung im Wetteraukreis finden Sie unten.

Corona-Impfungen in der Wetterau: Erste Personen geimpft - Starttermin, Reihenfolge und Ablauf im Überblick

Hintergrund, 23.12.2020, 14.37 Uhr: Auch im Wetteraukreis kann endlich mit den Corona-Schutzimpfungen losgehen. Da zurzeit aber nur geringe Mengen des Impfstoffes zur Verfügung stehen, werden die ersten Spritzen von mobilen Impfteams verabreicht. Nach den Vorgaben von Bund und Land erfolgen die Impfungen zuerst in Alten- und Pflegeheimen.

Wetterau: Start der Impfungen nicht wie geplant am 27. Dezember

In den vergangenen Wochen hat der Wetteraukreis mit Nachdruck am Aufbau eines Impfzentrums gearbeitet. Das Impfzentrum in Büdingen ist seit gut zwei Wochen fertig, jüngst lieferte das Land die benötigte EDV-Ausstattung. Eine Generalprobe der Abläufe gab es am Dienstag (22.12.2020), das medizinische Personal wurde bereits geschult.

Landrat Jan Weckler erklärt jedoch, dass der Betrieb des Impfzentrums dennoch nicht wie geplant am Sonntag, 27. Dezember, gestartet werde. Dazu reiche der gelieferte Impfstoff nicht aus. Mobile Impfteams sollen stattdessen damit beginnen, die Bewohner und Mitarbeiter der Alten- und Pflegeheime des Wetteraukreises zu impfen. Diese würden nach der Impfverordnung des Bundes (ImpfVO) priorisiert werden. Derzeit sind die Pflegeeinrichtungen des Kreises besonders von der Corona-Pandemie gebeutelt.

Wetteraukreis: 2.000 Impfdosen bis Jahresende

In Einrichtungen der Altenpflege, in denen bereits mehrere Bewohner erkrankt sind, wird zunächst nicht geimpft. „Das kann zu unerwünschten Nebenwirkungen führen. Dieses Risiko können wir den Patientinnen und Patienten nicht zumuten“, erläutert Amtsarzt Dr. Reinhold Merbs. Für alle übrigen Personen gilt: „Nach den Erfahrungen der letzten Monate sind Impfreaktionen kaum zu erwarten, außer leichten Schmerzen an der Einstichstelle.“ Merbs und Landrat Weckler empfehlen daher eindringlich, sich impfen zu lassen, sobald genügend Impfstoff vorhanden sei. Bis Ende des Jahres erhalte der Wetteraukreis 2.000 Impfdosen, so Weckler. Die verfügbare Menge an Impfstoff sei in den kommenden Tagen, beziehungsweise Wochen der entscheidende Faktor für das weitere Vorgehen des Kreises.

Das Land Hessen hat laut einer Kreismitteilung angekündigt, in einer zweiten Phase neben den mobilen Impfteams hessenweit noch sechs weitere Impfzentren hochzufahren. Die sogenannten Regional-Impfzentren in Kassel, Gießen, Fulda, Frankfurt, Wiesbaden und Darmstadt werden nach aktuellem Stand im Februar ihre Arbeit aufnehmen. Nach den mobil geimpften Personengruppen haben höchste Priorität auch Rettungskräfte, sowie Mitarbeiter ambulanter Pflegedienste sowie alle Personen ab dem 80. Lebensjahr.

Wetterau: Impfung im Regional-Zentrum Gießen zunächst möglich

Alle weiteren Impfzentren sollen je nach Verfügbarkeit des Serums erst in der dritten Phase, per Einsatzbefehls des Landes, an den Start gehen. Dann würde die Impfung voraussichtlich auch auf weitere Prioritätsgruppen ausgeweitet. Die Regional-Impfzentren sollen zwischenzeitlich auch Impfungen für die umliegenden Kreise durchführen, für Wetterauer Bürger, die zu den Risikogruppen gehörten, sei eine Impfung im Regional-Zentrum Gießen möglich.

Ab der Öffnung dieser Regional-Impfzentren haben die genannten Personengruppen die Möglichkeit, ihren persönlichen Impftermin über eine bundesweite Hotline oder das Anmeldeportal im Internet zu buchen. Diese werden vom Bund einheitlich für ganz Deutschland zur Verfügung gestellt. Noch sind diese jedoch nicht aktiviert.

Öffnungstermin für Wetterauer Impfzetrum in Büdingen noch unklar

Auch wenn man derzeit noch nicht genau wüsste, wann genügend Impfstoff zur Verfügung stände, und wann das Büdinger Impfzentrum öffnen könne, zeigt sich Landrat Weckler „froh, dass nun auch im Wetteraukreis mit den Impfungen begonnen wird“. Weckler appelliert an die Bürger sich zu gedulden, da anfangs sicher nicht alles glattgehen werde. Es gelte weiterhin die bestehenden Regeln einzuhalten, dennoch sei Impfen der beste Ausweg aus der Corona-Pandemie.

Die bundesweite Einteilung der Priorisierungsgruppen laut Impfverordnung:

  • A. Schutzimpfungen mit höchster Priorität (§ 2 ImpfVO)
  • Personen ab dem 80. Lebensjahr
  • Personen in Alten- und Altenpflegeeinrichtungen (Mitarbeiter und Bewohner)
  • Mitarbeiter ambulanter Pflegedienste
  • Mitarbeiter in medizinischen Einrichtungen mit sehr hohem Covid-19-Expositionsrisiko (insb. Intensivstationen, Notaufnahmen, Rettungsdienste)
  • Mitarbeiter in medizinischen Einrichtungen, in denen Personen behandelt werden, bei denen eine Covid-19-Infektion schwere bzw. tödliche Verläufe erwarten lässt (insb. Hämato-Onkologie, Transplantationsmedizin)
  • B. Schutzimpfungen mit hoher Priorität (§ 3 ImpfVO)
  • Personen ab dem 70. Lebensjahr
  • Personen mit besonderem Risiko eines schweren oder tödlichen Infektionsverlaufs (Personen mit Trisomie 21, Demenz oder geistiger Behinderung und Organtransplantierte)
  • Personen in Obdachlosen- und Asylbewerberunterkünften
  • Personen, die im öffentlichen Gesundheitsdienst oder in besonders relevanter Position zur Aufrechterhaltung der Krankenhausinfrastruktur tätig sind
  • C. Schutzimpfungen mit erhöhter Priorität (§ 4 ImpfVO)
  • Personen ab dem 60. Lebensjahr
  • Personen, bei denen aufgrund einer bestimmten chronischen Vorerkrankung ein erhöhtes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht
  • Personen, die in Bereichen medizinischer Einrichtungen mit niedrigem Expositionsrisiko in Bezug auf das Coronavirus SARS-CoV-2 tätig sind, insbesondere in Laboren und Personal, welches keine Patienten mit Verdacht auf Infektionskrankheiten betreut
  • Personen, die in besonders relevanter Position in staatlichen Einrichtungen tätig sind, insbesondere in den Regierungen und Verwaltungen, bei den Streitkräften, bei Polizei, Feuerwehr, Katastrophenschutz, in den Parlamenten und in der Justiz, Personen, die in besonders relevanter Position in weiteren Einrichtungen und Unternehmen der Kritischen Infrastruktur tätig sind, insbesondere im Apothekenwesen, in der Pharmawirtschaft, in der Wasser- und Energieversorgung, Ernährungs- und Abfallwirtschaft, im Transport- und Verkehrswesen sowie in der Informationstechnik und im Telekommunikationswesen
  • Personen, die als Erzieher oder Lehrer tätig sind
  • Personen, mit prekären Arbeits- und/oder Lebensbedingungen, insbesondere Saisonarbeiter, Beschäftigte in Verteilzentren oder der Fleischverarbeitenden Industrie
  • Personen, die im Einzelhandel tätig sind

 

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