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Brennende E-Autos und Hybridfahrzeuge sind sehr schwer zu löschen. Dieser Abrollbehälter erleichtert den Feuerwehren die Arbeit.

Wasserbad für brennende E-Autos

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Butzbach (pm). Groß ist das Interesse von geladenen Gästen aus den umliegenden Feuerwehren gewesen, als die Firma Kran Burgard dieser Tage ihren neuen Abrollbehälter Hochvolt AB-HV vorstellte. Andreas Burgard hieß dazu die vielen Brandschützer und auch den Vertreter des Verbandes der Bergungs- und Abschleppunternehmen willkommen, berichtet die Butzbacher Feuerwehr in einer Pressemitteilung.

Der Abrollbehälter kommt dann zum Einsatz, wenn es um die Bergung von havarierten Elektro- und Hybridfahrzeugen geht, bei denen es einen Brand gegeben hat. Von der Bundesregierung wurde prognostiziert, dass bis zum Jahr 2025 rund sechs Millionen Elektro- oder Hybridfahrzeuge über Deutschlands Straßen rollen werden.

Die Butzbacher Kernstadtfeuerwehr war in die erstmalige Erprobung eingebunden. Die ehrenamtlichen Brandschützer stellten neben den Fahrzeugen im Rahmen einer Übung auch die nötige Löschwasserversorgung her. Vor diesem Hintergrund sind Feuerwehren und Rettungsdienste bei Unfällen und Havarien, an denen Elektro- oder Hybridfahrzeuge beteiligt sind, vor schwierige technische Aufgaben gestellt. Diese Fahrzeuge haben Akkumulatoren, die bei einer Havarie in Brand geraten können. Dann setze eine Art Kettenreaktion ein, der sogenannte Thermal Runaway: Eine Zelle entzündet die nächste. Dabei nährt der Akkumulator selbstständig den Brand. Aufgrund der hohen Wärmeentwicklung infolge eines Brandes gestaltet sich die Bergung und das Ablöschen äußerst schwierig. Das Löschen unter Verwendung von Löschwasser ist dabei das Mittel der Wahl, jedoch wird eine große Menge benötigt, die nicht nur den Brand ablöscht, sondern auch darüber hinaus den Akkumulator herunterkühlen soll, bis dieser weit genug abgekühlt ist, um eine erneute Entzündung zu vermeiden. Das in Brand geratene Fahrzeug wird zunächst vorgelöscht und dann mittels einer Winde und eines speziell entwickelten Bergenetzes aus Kunststoff oder Stahlseil über die abdichtende und verschließbare Heckrampe in den Abrollbehälter »Hochvolt« gezogen. Nach dem Verschließen der Klappe kann Löschwasser eingefüllt werden.

Gefahrgutbehälter für Löschwasser

Im Aufnahmebereich des Behälters kann das havarierte Fahrzeug mitsamt aller Brandquellen, insbesondere mit seinen Akkumulatoren so lange mit Löschmittel in Verbindung gebracht werden, bis ein Selbstentzünden nicht mehr möglich ist. Das mit Schadstoffen durchsetzte Löschwasser bleibt im Aufnahmebehälter, bis es kontrolliert in einen Gefahrgutbehälter abgepumpt werden kann. Der Abrollbehälter hat ein Volumen von 14 Kubikmetern. Der Container kann nur mit einem Plateau oder Fahrzeug mit Hakenlift transportiert werden.

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