US-Schule und MPS werden Kita-Standorte

Butzbach (en). Das Konzept zur Kinderbetreuung stand am frühen Donnerstagabend im Mittelpunkt der Stadtverordnetensitzung. Die Bürgervertreter zeigten sich nicht besonders diskussionsfreudig, was wohl weniger am abendlichen Fußball als an der detaillierten Erörterung in den Ausschusssitzungen zuvor gelegen haben dürfte.

Einig war man sich durch die Bank bei den beiden grundlegenden Veränderungen in der Kindergartenlandschaft, die auf der Tagesordnung standen: Die frühere amerikanische Schule im Degerfeld und die Kirch-Gönser Mittelpunktschule werden Kita-Standorte.

Die US-Schule baut die Grundstücksentwicklungsgesellschaft Schiffenberger Weg, die auch das benachbarte Großprojekt "Wohnen am Limes" stemmt, zur Tagesstätte für fünf U3- und vier Ü3-Gruppen um. Bewusst gingen die Politiker hier genau den anderen Weg als an anderer Stelle: Die Campus-Lösung sei dort nur die zweitbeste, hieß es, denn ein Anbau an den Kindergarten und Hort "Pusteblume" sei zum einen nicht wirtschaftlich, zum anderen würde er (wie auch ein Neubau) erst 2014 oder gar erst 2015 fertig, während der Investor jetzt schon mit dem Umbau beginne und das Gebäude zum 1. April nächsten Jahres zur Verfügung stellen wolle. Auch die Verkehrssituation rund um die Degerfeldschule würde zusätzlich belastet, und die Erschließung würde nicht zum Nulltarif erfolgen. All dies wiege längst auf, dass man Miete zahlen müsse (die UWG sah in deren Höhe einen Wermutstropfen) und keine Fördermittel aus dem Bundesinvestitionsprogramm bekomme.

Ideal für den Campus

Das Campus-Modell kam wieder zum Zuge, als es um Kirch-Göns ging. Dort hat der bestehende Kindergarten seine Schuldigkeit getan, der zunächst angedachte Neubau hätte 2,3 Millionen Euro gekostet. Nun kommt den Planern die Rückstufung der MPS "Oberer Hüttenberg" zur Grundschule zupass: Im Erdgeschoss sollen dort drei Gruppenräume (zwei Ü3, einer U3) plus Mehrzweckraum und die weiteren benötigten Nebenräume entstehen – für nur 1,5 Millionen Euro. Zudem setzt die Stadt auf Synergieeffekte bei der Personalplanung, zum Beispiel bei Hausmeister und Reinigungspersonal. Ende 2014 soll dieser Umbau erledigt sein.

U3-, Ü3-, Grundschul- und Betreuungskinder unter einem Dach – das sei die ideale Campus-Lösung, heißt es in der Vorlage, diskutiert wurde im Parlament nicht mehr.

Das "Todesurteil" für den Kindergarten in Fauerbach versuchte die UWG noch einmal abzuwenden, doch SPD und CDU sorgten mit ihren deutlichen Mehrheit dafür, dass die Einrichtung geschlossen wird, sobald der neue Kindergarten in Hoch-Weisel gebaut ist. Die Rede ist von Ende 2013.

Schluss in Fauerbach

Im jüngst beschlossenen Butzbacher Kindergartenkonzept stehe, dass eingruppige Einrichtungen nur weitergeführt würden, wenn auf Dauer mindestens 20 Kinder angemeldet seien. Das sei in Fauerbach aufgrund der derzeitigen Belegung und der Geburtenzahlen seit 2009 nicht zu erwarten. Ortsbeirat, Eltern und Förderverein hatten ein Konzept vorgelegt, doch das Stadtparlament winkte mehrheitlich ab: Alle Kinder könnten auch in Hoch-Weisel mitbetreut werden. Dort wird nach dem Brand im Juli 2011 ein Kindergarten mit fünf Gruppen (davon zwei U3) gebaut. Insofern sei jede Investition in den Fauerbacher Kindergarten eine zusätzliche Belastung, und auch der Betrieb brächte deutlich höhere Personalkosten mit sich. Die UWG und das Gros der Grünen stimmten gegen die Schließung, der Fauerbacher CDU-Abgeordnete Fehr und die FDP enthielten sich.

Betreuung für Stadtschüler

Unumstritten war dann wieder, dass der Verein "Jugendberatung und Jugendhilfe" (JJ) schon ab dem Schuljahresbeginn im August an der Stadtschule bis zu 60 Grundschüler von 7.30 bis 17 Uhr betreut, und das sogar in den Ferien und an schulfreien Tagen. 130 Euro pro Monat zahlen die Eltern für das Komplett-Paket, also die werktägliche Betreuung bis 17 Uhr. Wer die Betreuung nur bis 15 Uhr in Anspruch nimmt, zahlt weniger. Der Zuschussbetrag von Bund, Land und Kreis läge bei 100 000 Euro im Jahr. Für die Betreuung der 75 Hortkinder im Ballhaus zahle die Stadt heute 191 000 Euro. Ähnliches wie in der Stadtschule ist offenbar auch für die Degerfeldschule angedacht, hier allerdings erst ab Sommer 2013 und nach der Lösung der Platzprobleme.

Erhöht wurden schließlich auch die Hortgebühren, und zwar von 85 auf ebenfalls 130 Euro, damit für vergleichbare Angebote vergleichbare Gebühren anfallen. Neu ist zudem, dass jetzt auch Gebühren zu zahlen sind für das dritte Kind einer Familie, das gleichzeitig einen Hort besucht, und zwar 75 Prozent vom normalen Satz.

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