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Training für den Ernstfall

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Butzbach(pm). Mit einer Großübung ist das Sommerfest der Freiwilligen Feuerwehr Butzbach-Griedel gestartet. Bei nicht ganz so sommerlichem Wetter war der Ort der Übung, an der insgesamt 13 Einsatzabteilungen mit 68 Feuerwehrleuten teilnahmen, ein großes Möbelhaus in Griedel. An dem simulierten Einsatz waren neben den Butzbacher Stadtteilen auch Münzenberg, Gambach, Ober-Hörgern, Rockenberg und Oppershofen beteiligt. Ein angenommener Lagerbrand forderte alle Kräfte gleichermaßen, wurde aber dennoch souverän abgearbeitet.

Zunächst rückten die Brandschützer aus Griedel an, alarmiert über Pager und Sirene. Sie erwartete eine starke Rauchentwicklung aus dem Lagergebäude. Nach und nach trafen weitere Kräfte ein und das Gebäude wurde in verschiedene Abschnitte aufgeteilt. Die Butzbacher Drehleiter rettete eine Person von einem Balkon oberhalb des Lagers, während die anderen Feuerwehrleute im Inneren nach Vermissten suchten. Zeitgleich wurde der Löschangriff von mehreren Seiten aufgebaut.

Flammen, Verletzte und Schaulustige

Vom Roten Kreuz kamen "Verletzten-Darsteller", drei Feuerwehrkameraden reihten sich in die Mimengruppe ein. Auch von der Jugendfeuerwehr Griedel waren zwei Jugendliche da, um die Einsatzkräfte etwas zu "stressen". Mit Fragen wie "was ist hier los" bis hin zu eigenständigem Erkunden der Fahrzeuge beschäftigten die Jungs die Einsatzkräfte zusätzlich. Diese Situation wurde ebenfalls gemeistert.

Von drei verschiedenen Zugängen auf zwei Seiten begann die Suche im Inneren. Gemäß dem Feuerwehrplan wurden die Lagerräume in Abschnitte aufgeteilt, sodass jeder Bereich gezielt von Atemschutzgeräteträgern nach Vermissten abgesucht werden konnte. Nachdem alle Personen und Dummies gefunden wurden, gab der Einsatzleiter das Kommando "Übungsende". Der Rückbau erfolgte zügig und routiniert. Nach kurzer Zeit sah es so aus, als wäre nichts gewesen.

Weiter ging das Sommerfest am Dorftreff, wo sich die Einsatzkräfte mit kühlen Getränken und Leckerem vom Grill stärkten. Ein kurzes Resümee des Einsatzleiters zeigte, dass die Zusammenarbeit der einzelnen Kräfte aus verschiedenen Orten hervorragend funktioniert hatte und man insgesamt sehr zufrieden mit dem Übungsverlauf war.

Für die Kids gab es ein "Feuerwehrautorennen", organisiert vom Jugendfeuerwehrwart und der Minifeuerwehrwartin. In liebevoller Kleinarbeit hatten sie zwei Feuerwehrautos aus Holz gebaut und bemalt.

Ebenfalls vor Ort war ein "Rauchzelt", wo die Nachwuchsbrandschützer selbst einen Eindruck gewinnen konnten, wie man sich in einem vernebelten Raum orientieren kann. Dazu gab es einen Info-Stand zum Thema Rauchmelder und Kinderfinder. Auch das neue LF10 der Feuerwehr Griedel konnte genau unter die Lupe genommen werden, was viele Besucher auch interessiert taten.

Am Nachmittag war es dann Zeit, den Besuchern einen "echten" Löschangriff mit "echtem" Feuer zu demonstrieren. Hierfür war der Branddemonstrationscontainer des KfV Gießen ausgeliehen worden. Mit Möbeln bestückt und einem Wohnzimmer nachempfunden, natürlich inklusive Rauchmelder, zeigte sich die Ausgangssituation im Container.

Eine kleine Zündquelle und ein paar Minuten Zeit genügten und schon stand das Wohnzimmer im Vollbrand. Immer schneller fraßen sich die Flammen durch Couch, Sessel und Schränke. Schließlich kamen die Griedeler Brandschützer angerauscht und dann ging alles ziemlich schnell. Nachdem vom Fahrzeugführer die Lage erkundet war, verlegte der Angriffstrupp das erste Rohr und die Wasserversorgung zum nächsten Hydranten wurde hergestellt.

Die Couch stellte sich zunächst als harter Gegner dar, da sie immer wieder aufflackerte. Doch schließlich hatte auch die keine Chance gegen das Wasser und erlosch gänzlich. Nach einem Applaus für die gezeigte Arbeit der Feuerwehrleute genossen die Besucher noch eine Weile das Sommerfest.

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