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Pfarrer Jörg Fröhlich (links) und Dekan Volkhard Guth freuen sich auf die vielfältigen Veranstaltungen im Programm des Geistlichen Zentrums der Johanniter Nieder-Weisel, das gemeinsam von Johannitern und Dekanat getragen wird.

Spiritualität auf Zeit

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Butzbach (alh). Rund um die eindrucksvolle Komturkirche in Nieder-Weisel liegt das Geistliche Zentrum der Johanniter Nieder-Weisel im evangelischen Dekanat Wetterau. Unterschiedlichste Veranstaltungen laden hier dazu ein, eine Pause vom Alltag zu machen und neue Kraft zu schöpfen. Auch oder gerade während der Corona-Pandemie. Deshalb ist jetzt das neue Programmheft mit über 50 Veranstaltungen erschienen.

Mitten in Nieder-Weisel steht die Komturkirche. Wer sie aufsucht und auf sich wirken lässt, der spürt einen spirituellen »Kraftort« voll Ruhe und Schlichtheit und die Ausstrahlung der 775-jährigen Geschichte.

Die romanische Kirche ist das Herzstück der Anlage und seit jeher ein Ort, an dem Glaube erfahrbar und erlebbar wird - für die ganze Wetterau und darüber hinaus: als geistliches Zentrum in Zusammenarbeit der Johanniter und des evangelischen Dekanats Wetterau.

»Wer zu uns nach Nieder-Weisel kommt, kann entschleunigen, Spiritualität auf Zeit erfahren und gestärkt in den Alltag zurückkehren«, sagt Jörg Fröhlich. Er ist Pfarrer des geistlichen Zentrums und koordiniert die vielfältigen geistlichen Angebote und Impulse, die sich im frisch gedruckten Programmheft für das Jahr 2021 finden.

»Wir laden ein, Spiritualität als Grunddimension des christlichen Lebens neu zu entdecken und den Glauben Erfahrungen machen zu lassen«, ergänzt Dekan Volkhard Guth für das evangelische Dekanat Wetterau. »Denn wir brauchen spirituelle Praxis und mit ihr Sinn, Lebensgewissheit und körperliche Erfahrung als ›Gegenlager‹ zu Beschleunigung, Leistungsdruck, materieller Wertorientierung und dem Verlust des Göttlichen in unserer Welt.«

Deshalb ist auch in diesem Jahr ein umfangreiches Programm mit über 50 Veranstaltungen entstanden, die online und wenn es die aktuelle Situation zulässt auch in Präsenz stattfinden sollen. Darunter finden sich Einkehrtage, Retraiten, Anregungen für tägliche Gebetsformen und Tagzeitengebete, verbunden mit leiblichen Erfahrungen beim Pilgern und bei Körperwahrnehmungsübungen, in Meditation, Kontemplation und geistlicher Begleitung.

»Weil zum Protestantismus die Pluralität seiner Frömmigkeitsstile und die Unterschiedlichkeit seiner spirituellen Lebensweisen gehören, findet sich Gewohntes und Überraschendes im Heft. Es bietet ein breites Spektrum von Glaubensformen an, die auf christlicher Basis möglich sind«, sagt Guth. So geht es in Einkehrwochenenden ums Beten mit Martin Luther oder den Sonnengesang des hl. Franziskus von Assisi. Ein anderer Workshop führt ins Beten mit Rosenkranz ein.

»Das Interesse an dieser protestantisch gelebten Spiritualität führt unterschiedliche Menschen mit vielfältigen Vorstellungen von evangelischer Frömmigkeit zusammen und ermöglicht Austausch und wechselseitige Bereicherung«, sagt Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Christoph Markschies, Ordensdekan des Johanniterordens. »Selbstverständlich sollen sich die Angebote auch an katholische Christen und darüber hinaus an Menschen richten, die am christlichen Glauben interessiert sind, aber selbst noch nicht oder nicht mehr zu einer Kirche gehören.« Die Veranstaltungen sind überregional und ergänzen das Angebot der Kirchengemeinden.

Mit der alten Komturkirche, einem neu eingerichteten Meditationsraum, einem Hotel und dem Tagungszentrum mit unterschiedlichen Seminarräumen steht in Nieder-Weisel ein ganzes Ensemble an Gebäuden und Räumen zur Verfügung, das den unterschiedlichen Angebotsformaten gerecht wird. »Auf dem Gebiet des Dekanats und in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau gibt es keinen zweiten vergleichbaren Ort, der eine solche Kirche mit den Baulichkeiten eines Tagungszentrums verbindet«, hebt Johannes Perlitt, Kommendator der Hessischen Genossenschaft des Johanniterordens hervor.

»Die alte Komturkirche in Nieder-Weisel wird zum Ort, der Seelen Raum geben kann und zum Begegnungsraum mit Gott. Und darum geht es: Begegnung mit Gott; dass Menschen - wieder - in Resonanz mit der Kraft des Glaubens kommen«, sagt Guth. »Denn Kraft und Zuversicht für das eigene Leben zu spüren, ist in der aktuellen Zeit vielleicht wichtiger denn je.«

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