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Schuldokumenta soll Kreise ziehen

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Butzbach (kop). Die Schuldokumenta wird Realität. Gestern trafen sich Initiator Dr. Bernhard Stier, Schirmherr Norbert Kartmann und der Erste Stadtrat Mark Kannieß mit Vertretern der teilnehmenden Schulen und Sponsoren im Schloss, um den Rahmen für die sechstägige Kunstausstellung unter dem Motto »Farbe ins Leben« vorzustellen. Die Schuldokumenta wird vom 25. bis 30. Mai an mehreren Standorten wie der Alten Turnhalle, eventuell dem alten Rathaus sowie im Schloss und anderen Plätzen (auch an eine »Kunstmeile« ist gedacht) stattfinden und soll einen Siegeszug über Butzbach und die Region hinaus antreten. Beteiligt sind alle Butzbacher Schulen mit Schüler der Sekundarstufe I.

Butzbach (kop). Die Schuldokumenta wird Realität. Gestern trafen sich Initiator Dr. Bernhard Stier, Schirmherr Norbert Kartmann und der Erste Stadtrat Mark Kannieß mit Vertretern der teilnehmenden Schulen und Sponsoren im Schloss, um den Rahmen für die sechstägige Kunstausstellung unter dem Motto »Farbe ins Leben« vorzustellen. Die Schuldokumenta wird vom 25. bis 30. Mai an mehreren Standorten wie der Alten Turnhalle, eventuell dem alten Rathaus sowie im Schloss und anderen Plätzen (auch an eine »Kunstmeile« ist gedacht) stattfinden und soll einen Siegeszug über Butzbach und die Region hinaus antreten. Beteiligt sind alle Butzbacher Schulen mit Schüler der Sekundarstufe I.

1000 Euro aus Wiesbaden

Eine gute Nachricht aus Wiesbaden hatte Landtagspräsident Kartmann zum gestrigen Treffen gleich mitgebracht: Das Kultusministerium unterstützt das Projekt mit 1000 Euro. »Hier entsteht etwas, das einen Ertrag für Schüler und Schulen, für Stadt und Raum Butzbach und für die Bürger haben wird«, war sich Kartmann sicher.

Erster Stadtrat Mark Kannieß sicherte die volle Unterstützung der Stadt zu: »Wir sind schon sehr gespannt, was genau sich dahinter verbirgt und werden es gerne begleiten.«

Energie in Bahnen lenken

Auf Detailfragen ging Dr. Stier ein, der seit einigen Jahren Beauftragter für Jugendmedizin in Hessen ist. Aus seiner Arbeit wisse er, dass Jugendliche in der Pubertät viel Kraft und Energie besäßen. Die gelte es in geeignete Bahnen zu lenken und den Jugendlichen zu helfen, sich selbst zu entdecken. Die Kunst sei dazu geeignet, wenn man den Kindern freie Bahn zur Entfaltung ihrer Kreativität lasse. Es gebe keinen Leistungsabfall in der Pubertät, eher eine Leistungsverlagerung. So erinnerte Stier an die Graffiti-Projekte zum Hessentag an der Unterführung der Kleeberger Straße und in diesem Jahr an der Bahnhofsunterführung. »Die Kinder haben nicht nur ungeheure Kreativität entwickelt, sie schätzen auch den Wert ihres Erschaffenen«, so Stier.

Unter dem Oberthema »Schule anders denken« wolle er an diesem Punkt ansetzen. Erfreulich sei, dass alle angesprochenen Schulen mit ins Boot gestiegen seien, sogar die Berufsschule. Dabei sind auch die Musikschule und der Künstlerkreis mit Holde Stubenrauch an der Spitze. Als Sponsoren eingestiegen sind nicht nur Land, Kreis und Stadt, sondern auch der Lions Club, der Verein »Butzbach aktiv« und etliche Firmen.

Sie haben dazu beigetragen, dass jede Schule mit einem Budget von 1000 Euro Projekte rund ums Thema starten konnte, teils im Kunstunterricht, teils in Wahlpflichtkursen. Dort wurden gemeinsam Ideen entwickelt, die die Vertreter der Schulen kurz vorstellten. So gibt es Vorhaben in Sachen Bodypainting, Fotografie, Holz- und Metallskulpturen, großformatige Bilder und Collagen, Triptychonen, Buchobjekte oder Verwandlung von Alltagsgegenständen.

Auch zum Rahmenprogramm laufen die ersten Vorbereitungen. »Die Schüler sind begeistert bei der Sache«, berichteten die Lehrer unisono – zumal sie nicht nach Lehrplan arbeiten müssten, sondern ihrer Kreativität wirklich freien Lauf lassen könnten.

Darauf ging auch Stier noch einmal ein: »Die in Schulen erzeugte Produktivität bleibt oft in der Schule, wir wollen einen anderen Blick auf die Ergebnisse generieren. Nicht nur die Schüler, Eltern und Großeltern können im Mai stolz auf die Ausstellung blicken, auch alle anderen Besucher werden sicherlich staunen.« Theoretisch könne das Konzept auch auf andere Fächer übertragen werden, doch zunächst gelte es, die Kreativität zu entdecken.

Vorläufer der Idee war das Projekt »Wer‘s glaubt«, das gemeinsam mit der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau zum Butzbacher Hessentag geboren wurde.

Stier lobte das Engagement der Lehrer, die über den Unterricht hinaus aktiv seien. Auch die Stadt habe sich mit Organisator Olaf Hoerschelmann und Online-Mitarbeiter Nils Kahl engagiert. Bald werde die Webseite online gehen.

Wanderausstellung angedacht

Norbert Kartmann kündigte an, sich für eine Wanderausstellung stark zu machen, die auch im Landtag Station machen könne, ebenso im Friedberger Kreishaus, wie Kannieß beipflichtete. Im Erfolgsfall soll die Dokumenta alle zwei Jahre aufgelegt werden.

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