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"Rekordprojekt in Rekordzeit"

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Butzbach(sda). Über 20 000 Leute, ein Wochenende - und alle sitzen vor ihren Rechnern. Das Motto: #WirVsVirus. Der Plan: digitale Ideen entwickeln, die in irgendeiner Form etwas Positives zur aktuellen Situation beitragen.

Die Bundesregierung sowie Akteure aus dem IT-Bereich hatten kürzlich zu einem sogenannten Hackathon aufgerufen. Die Grundidee für die Aktion war die Frage: "Wie können wir als Gesellschaft die Herausforderungen, die im Zuge der Corona-Krise entstehen, mit neuen Lösungen gemeinsam meistern?"

Neue Lösungen meint digitale Lösungen. Solche zum Beispiel, die in einem Alltag unterstützen, in dem viele nicht das Haus verlassen können. Solche, die zur Eindämmung der Virusausbreitung helfen. Oder solche, über die sich Erntehelfer finden lassen.

Nachbarschaftshilfe per App planen

In der Pressemitteilung der Bundesregierung heißt es: Der Hackathon "bot den Rahmen, in dem sich Programmierer, Designer, Kreative, Problemlöser und sozial engagierte Bürgerinnen und Bürger über zwei Tage online austauschen und funktionierende Prototypen entwickeln konnten". Was die Anforderungen anging, waren "kreative Ideen, Programme und digitale Projekte aus vielen Lebensbereichen, die im Umgang mit der Corona-Pandemie helfen könnten", gesucht.

Entstanden sind zahlreiche Projektideen. Eine App zum Beispiel, mit der sich Nachbarschaftshilfe organisieren lässt: Nutzer, die zur Risikogruppe gehören, können sich anmelden, wer in der Nähe wohnt und für diese Person einkaufen möchte, kann mit ihr in Kontakt treten. Andere Apps beschäftigen sich mit der Eindämmung der Ausbreitung. Wieder andere Apps bieten den Nutzern ein Repertoire an Beschäftigungsvorschlägen für die Zeit zu Hause.

Die Resonanz war groß, erzählt Christian Deiters. Der Butzbacher betreibt eine Plattform im Internet für soziale Start-ups. Und er war im Organisations-Team des Hackathons. Dass die Aktion tatsächlich so groß wird, hatte vorher keiner gedacht, erzählt er. "Es war ein Rekordprojekt in Rekordzeit." Doch schon kurz nach Bekanntgabe haben sich unglaublich viele Teilnehmer gemeldet. Zudem sind zahlreiche Firmen im Boot gewesen. Für die war der Butzbacher hauptsächlich zuständig. "Viele Unternehmen haben sich gemeldet und ihre Hilfe angeboten" - zum Beispiel indem sie Serverkapazität oder eine Analyseplattform zur Verfügung gestellt haben.

Bevor es mit der Arbeit an den Apps und Programmen losging, gab es eine Menge Organisationsarbeit. Insgesamt seien letztlich 1500 Projekte zustande gekommen, auf die sich die Teilnehmer aufgeteilt haben. Kommuniziert wurde digital: über einen virtuellen Arbeitsplatz, zu dem alle Teilnehmer Zugang hatten.

Die Ergebnisse des Hackathons - übrigens des größten, den es weltweit jemals gab, wie Deiters sagt - sind nun auf Youtube und diversen anderen Plattformen im Internet zu sehen. Am Montag hat die Jury die besten Projekte ausgewählt. Unter den 20 ausgewählten, die eine direkte Förderung der Bundesregierung bekommen, ist etwa die App "Sichertest": eine App zu Koordination eines Arztbesuchs.

Insgesamt sollen knapp 200 gekürte Projekte nun weiterverfolgt werden. Die Teams haben noch bis zum morgigen Abend die Möglichkeit, sich um finanzielle Unterstützung zu bewerben.

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