Raritäten für Genießer

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Saftige Äpfel, süße Kirschen, fruchtige Gelees oder ein gutes Stöffche: Wem liefe da nicht das Wasser im Mund zusammen? Erst recht, wenn man weiß, woher die Früchte kommen. Auf der Pomologenwiese bei Ostheim wachsen schmackhafte und seltene alte Sorten. Beim "Frühjahrsputz" begrüßten Obstexperten aus ganz Hessen jetzt ihr 250. Mitglied im Pomologenverein: die Nieder-Mörler Straußwirtschaft und Kelterei "Rote Pumpe".

Saftige Äpfel, süße Kirschen, fruchtige Gelees oder ein gutes Stöffche: Wem liefe da nicht das Wasser im Mund zusammen? Erst recht, wenn man weiß, woher die Früchte kommen. Auf der Pomologenwiese bei Ostheim wachsen schmackhafte und seltene alte Sorten. Beim "Frühjahrsputz" begrüßten Obstexperten aus ganz Hessen jetzt ihr 250. Mitglied im Pomologenverein: die Nieder-Mörler Straußwirtschaft und Kelterei "Rote Pumpe".

Die Sonne lacht über dem Naturschutzgebiet Magertriften. Bald wird die Natur erwachen. Höchste Zeit also für den "Frühjahrsputz" auf der Pomologenwiese. Hier in der Nähe von Ostheim treffen sich alljährlich Obstexperten aus ganz Hessen, um "ihre" Wiese in Schuss zu halten. Genau genommen gehört die Wiese der Stadt Butzbach – und ganz genau genommen sind es zwei Wiesen, die die Stadt der Landesgruppe Hessen im Pomologenverein zur Verfügung stellte, damit sie hier besondere Bäume pflanzen, hegen und pflegen können.

An diesem Mittwoch im März sind Pomologen aus Ober-Mörlen und Butzbach, aber auch aus Wetzlar oder Messel gekommen, um Obstbäume zu pflanzen, zu veredeln, zu schneiden, zu schützen, beim Nachbarn Misteln auszuschneiden – und um das 250. Mitglied in ihrem Verein zu begrüßen: Die Nieder-Mörler Kelterei und Straußwirtschaft "Rote Pumpe". Als Willkommensgeschenk haben sich die Pomologen für ein besonderes Apfelbäumchen entschieden: die hessische Lokalsorte des Jahres mit Namen "Ruhm aus Kelsterbach".

Strahlend mischt sich "Pumpe"-Chef Ulli Schwabe unter die Baumpfleger und ist in seinem Element. Dass alle schon mehrfach zusammengearbeitet haben, liegt auf der Hand, ist das Ziel doch das gleiche: die Obstsortenvielfalt zu erhalten und zu pflegen. So kelterte Schwabe für die Pomologen beispielsweise den sortenreinen "Anhalter"-Apfelsaft, nachdem die Pomologen ihn zur hessischen Lokalsorte 2015 gekürt hatten. Aus der ersten "Kelsterbacher"-Ernte wolle er sortenreines Gelee machen, schmunzelt Schwabe. Bis dahin darf das Bäumchen noch zehn Jahre wachsen, auf Schwabes Wiese am Goldstein.

Bäume mit bekannten Namen

Teil 1 der Pomologenwiese wurde 2006 mit den ersten fünf Bäumen in Betrieb genommen. Materielle und finanzielle Unterstützung leisteten damals die Stadt Butzbach und die Kelterei Müller. Inzwischen wachsen hier 28 Hochstämme, die die Pomologen nach und nach mit den gewünschten seltenen Sorten umveredelten. Alle tragen die Namen bekannter Pomologen und Obstzüchter, zum Beispiel "Palandts Himbeerapfel", "Müschens Rosenapfel", "Van Marums Flaschenbirne" oder "Kirkes Pflaume".

Die Pomologenwiese Teil 2 kam 2016 mit typisch hessischen Sorten hinzu. Unter den derzeit 14 Bäumen finden sich der Friedberger Bohnapfel, der Speierling Ockstädter Riese oder bisher nicht bestimmbare alte Süßkirschensorten aus Nieder-Mörlen und Ober-Rosbach. Mit großer Sorgfalt werden die Bäume gepflegt, Expertengespräche geführt und Pläne geschmiedet. "Wir sind die größte und aktivste Landesgruppe", freuen sich Steffen Kahl und Landessprecher Werner Nussbaum.

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