dab_schule_210621_4c
+
Auch die geplante Neuordnung der Einzugsbereiche der Wetterauer regionalen Beratungs- und Förderzentren ist Thema von Armin Häuser (l.) und Gottlieb Burk.

»Niemanden zurücklassen«

  • VonRedaktion
    schließen

Butzbach (pm). Die Möglichkeiten und Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen mit speziellem Förderbedarf hat CDU-Bundestagskandidat Armin Häuser kürzlich mit Gottlieb Burk erörtert. Burk leitet seit 2013 die Gabriel-Biel-Schule, das regionale Beratungs- und Förderzentrum für den nördlichen Wetteraukreis.

Jedes Kind nach seinen individuellen Fähigkeiten bestmöglich zu fördern, das ist der Anspruch unseres Schulsystems. Darüber, wie dieses Ziel am besten zu erreichen sei, wurde in den vergangenen 50 Jahren häufig und heftig diskutiert. Immer wieder wirkte sich das Hin und Her des Meinungsstreits auf die Organisationsform der Schulen und die Inhalte des Fächerkanons aus.

Auch die Gabriel-Biel-Schule war seit ihrer Gründung 1969 als »Sonderschule für Lernbehinderte« mehrfachem Wandel unterworfen. Zuständigkeitsbezirke veränderten sich, Klassen wurden ausgelagert und Anbauten errichtet, Außenstellen kamen hinzu.

Der erste von zwei besonders prägenden Schritten erfolgte 2002 mit ihrer Ernennung zum regionalen Beratungs- und Förderzentrum, dem die Betreuung zunächst der in ihrem Einzugsbereich liegenden Grundschulen, später auch der Sekundarstufen und Beruflichen Schulen oblag. Maßgeblich getragen wurde dieser Schritt von der zunehmenden Gewichtung des Gedankens der Inklusion: Kinder - mit welchen Einschränkungen oder Förderbedarfen auch immer - sollten nicht länger durch die Absonderung in spezielle Einrichtungen stigmatisiert werden. Folgerichtig war der zweite Schritt: Nach der Erhebung des Wetteraukreises zur »Modellregion« 2014 verließen die letzten Schüler im Juni 2017 das »stationäre« Angebot der Schule, die sich damit zu einem reinen Beratungs- und Förderzentrum entwickelte.

Burk ist von den Vorzügen des inklusiven Unterrichts überzeugt. »Kinder mit besonderem Förderbedarf in Lesen, Rechnen oder Schreiben profitieren vom Unterricht in Regelklassen, denn dort finden sie Beispiele, denen sie nacheifern können.« Gefordert seien aber die Lehrkräfte. Ihnen obliege die Verantwortung, dafür zu sorgen, dass Ausgrenzungen unterblieben. Unterstützt werden sie dabei von etwa 40 Lehrerinnen und Lehrern der Gabriel-Biel-Schule, die den Schulen zugewiesen werden.

Im Gespräch mit Häuser äußerte Burk zwei Wünsche: dass die Inklusion an den Schulen mehr öffentliches Interesse finde und die Gesellschaft sich größere Mühe gebe, für lernschwächere Jugendliche angemessene Ausbildungs- und Arbeitsplätze zu schaffen. Häuser versicherte, die Anliegen weiterzuleiten: »Als moderne und humane Gesellschaft vertreten wir den Anspruch, keinen zurückzulassen, alle mitzunehmen.«

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare