Dr. Dieter Wolf, Vize-Vorsitzender des Geschichtsvereins, stellt den Band vor.	FOTO: PV
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Dr. Dieter Wolf, Vize-Vorsitzender des Geschichtsvereins, stellt den Band vor. FOTO: PV

Neues über Weidig

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Butzbach (pm). Sammelband sieben der Butzbacher Geschichtsblätter ist erschienen: Dem roten Einband entsprechen die diesmal besonders vielen bunten Bilder zu Butzbach und seinen Stadtteilen. Gleich das erste Bild zeigt die Stadtrechtsurkunde vom 10. August 1321, um darauf einzustimmen, dass Butzbach bald »700 Jahre Stadtrecht« feiert.

Die Beiträge der zwölf Historiker und Heimatforscher bringen viel Neues ans Licht. Zum Beispiel hat Prof. Theodor Voss auf einem Flohmarkt in Marburg die Erinnerungen des Weidig-Schülers Gustav Hammann gerettet. Der spätere Pfarrer beschreibt darin, welche Energie er aufwenden musste, um 1889 im Alter von fast 75 Jahren endlich die Erlaubnis zu erhalten, die Zelle (Nr. 32) im Darmstädter Arresthaus zu betreten, wo sein immer noch hoch verehrter ehemaliger Lehrer Friedrich Ludwig Weidig 1837 verblutete.

Ein anderer Artikel befasst sich mit der Suche der Darmstädter Behörden nach Weidigs angeblicher illegaler Druckerpresse in Butzbach in der Guldengasse Nr. 12. Das zugehörige Spottgedicht-Flugblatt ist erstmals im Original abgebildet und wurde früher fälschlich Georg Büchner zugeschrieben.

Dagmar Storck befasst sich mit dem ereignisreichen Leben von Weidigs Nichte Natalie Liebknecht geb. Reh. Weiterhin werden zwölf bisher unbekannte Briefe des Weidig-Schülers und Liebig-Schwiegersohns Moriz Carrière veröffentlicht. Wer wissen will, warum August Lauriolle kürzlich auf dem Butzbacher Friedhof einen Ehrengrabstein erhalten hat, wird ebenso fündig.

»Ekelsülze« führt zu Volksaufstand

Gail Schunk bringt einen reich bebilderten Beitrag über die Butzbacher Stadtmauer, was sehr gut zur 700-Jahr-Feier des Butzbacher Stadtrechts im kommenden Jahr passt. Günter Bidmon bringt einen fünfteiligen Beitrag über das Schloss Philippseck mit ganz neuen Erkenntnissen. Werner Reusch berichtet über die Ayers Kaserne Kirch-Göns, alte Hausnamen in Ebersgöns und den Flugplatz Kirch-Göns.

Bodo Heil schildert die Untaten des Hamburger Gerbereibesitzers und geborenen Butzbachers Jakob Heil, der im Hungerjahr 1919 Gerbereiabfälle zu »Ekelsülze« verarbeitete, was einen Volksaufstand verursachte, sodass in der Reichshauptstadt Berlin für Hamburg der »Staatsnotstand« ausgerufen werden musste.

Der Band kann bei der Buchhandlung Bindernagel oder im Museum zum Preis von 15 Euro bezogen werden.

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