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Beim Rittertag: Kirchenpräsident Dr. Volker Jung (r.) mit Dr. Oskar Prinz v. Preußen, Herrenmeister des Johanniterordens, (l.) und Johannes Perlitt, Kommendator der Hessischen Genossenschaft des Johanniterordens.

Kein »Weiter-so-wie-bisher«

Butzbach (alh). Es ist jedes Jahr ein besonderer Besuch, wenn sich Mitglieder der Johanniter-Schwesternschaft aus der Region und Ritter der hessischen Genossenschaft des Johanniterordens auf dem Gelände rund um die altehrwürdige Komturkirche in Nieder-Weisel treffen. In diesem Jahr hatten sie einen besonderen Gast zu sich und damit ins Evangelische Dekanat Wetterau eingeladen:

den hessen-nassauischen Kirchenpräsidenten Dr. Volker Jung. Er gestaltete gemeinsam mit Jörg Fröhlich, Pfarrer im Geistlichen Zentrum der Johanniter, den Gottesdienst zum Abschluss des sogenannten Rittertages, der Mitgliederversammlung der Genossenschaft, bei der unter anderem auch neue Ehrenritter ernannt und Auszeichnungen vergeben werden.

Am frühen Nachmittag hatte außerdem Pfarrer Carsten Tag, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Hessen (von 2000 bis 2008 Pfarrer in Nieder-Weisel, zwölf Jahre Dekan in Rodgau) in einem Vortrag zur Verantwortung und den Aufgaben der Diakonie Hessen als Werk der Kirche informiert.

Jung stellte Johannes den Täufer als Namenspatron des Johanniterordens in den Mittelpunkt seiner Predigt, verbunden mit der Frage, wie es weitergeht, nach und mit der Corona-Pandemie. »Was wird aus uns werden? Das ist jetzt gerade eine Frage mitten in einem sehr schwierigen Jahr«, sagte Jung. Das Coronavirus verlange uns viel ab. Immer wieder einschränken, vorsichtig sein, sich gegenseitig schützen. Immer wieder Pläne ändern.

Johannes sei ein Bußprediger. »Er steht in der großen Tradition der Propheten Israels. Sie weisen auf Unrecht hin, sie mahnen, das Leben zu prüfen und Irrwege zu verlassen«, sagte Jung. Aber es gehe ihnen nicht darum, die eigenen Interessen durchzusetzen oder Menschen so anzuklagen, dass sie klein gemacht werden. Mit seiner Botschaft gebe Johannes einen kräftigen Impuls zu fragen, was wir ändern können und müssen, und Verantwortung füreinander zu übernehmen.

Der Name Johannes bedeute »Gott ist gnädig«. Aus der Gnade Gottes heraus leben und zum Leben finden - dafür stehe Johannes der Täufer. »Aktuell bedeutet das: Es kann nach der Pandemie kein einfaches ›Weiter-so-wie-bisher‹ geben. Grenzen erkennen, sorgsamer und nachhaltig leben - das ist unsere Aufgabe«, sagte Jung. Und was wird dann aus uns werden? »Wir können nicht sagen, was alles auf uns zukommen wird. Aber bleiben wird das, was wir jetzt schon sind: Kinder eines liebenden und gnädigen Gottes.«

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