Barbara Kaminski bringt die Torten ins Seniorenheim.
+
Barbara Kaminski bringt die Torten ins Seniorenheim.

»Tortenbär«

Kein Besuch im Seniorenheim - aber ein Stück Torte

  • Sabrina Dämon
    vonSabrina Dämon
    schließen

Wie kann ich in der aktuellen Situation meine Arbeit machen? Diese Frage stellen sich einige. Und dabei entstehen viele kreative Geschäftsideen. So wie bei Barbara Kaminski aus Butzbach.

Es ist nicht so, dass zurzeit keiner Torten essen möchte. Nur gibt es aktuell kaum Anlässe, um eine aufzutischen. Hochzeiten und Geburtstagsfeiern sind abgesagt, Konfirmationen sowie Kommunionen auch. Und damit die Haupteinsatzgebiete von Barbara Kaminski. Seit neun Jahren ist sie in Butzbach selbstständig mit ihrem Unternehmen »Tortenbär«, in dem sie Torten auf Bestellung anfertigt und zu Feiern liefert.

Doch statt die aktuelle durch Corona bedingte Zwangspause hinzunehmen, hat sie daraus eine Idee entwickelt: Sie backt Torten für die Bewohner von Seniorenheimen. »Die Senioren bekommen zwar zurzeit keinen Besuch an den Sonntagen, dafür aber ein Stück Torte.« Für diese Aktion hat Barbara Kaminski eine Spendenaktion initiiert. Das hat zwei Gründe, sagt sie: Zum einen können die Torten so ein Geschenk an die Senioren sein. Und zum anderen hat Barbara Kaminski überlegt, wie sie nun arbeiten und die Zeit finanziell überbrücken kann.

Wie die Torten zu den Senioren kamen

Die Idee war naheliegend, erzählt sie, da sie schon einmal mit dem Seniorenheim in Butzbach zusammengearbeitet hat. Damals, vor neun Jahren, als sie ihre Stelle in einer Frankfurter Bank aufgab, um ihre Leidenschaft, das Konditorenhandwerk, zum Beruf zu machen, hatte sie in den ersten Jahren noch einen Sonntagstortenverkauf. Wenn etwas von den Torten übrig blieb, brachte sie die Stücke ins AWO-Heim am Landgrafenschloss.

Dorthin führte sie nun auch ihr erster Einsatz nach der initiierten Spendenaktion. An einem Sonntag vor drei Wochen lud Barbara Kaminski sieben »Bärenkirsche aus dem Schwarzwald« in ihr Auto, fuhr zur Seniorenresidenz am Landgrafenschloss und übergab die süßen Geschenke. Die Aktion kam gut an, habe man ihr aus dem Heim berichtet. Selbst konnte sie die Torten nicht übergeben - wegen der Hygienemaßnahmen.

Ihre zweite Station war an Ostern das »Sozialzentrum Heinz-Ulm-Haus« in Langgöns. Diesmal gab es Creme-Torte mit einer Fruchtcreme aus Maracuja und Mango. Und, das zeigen die Fotos vom Kaffeetisch: Es gab eine Menge zufriedene Torten-Esser.

Bis wieder große Feste gefeiert werden und Kunden üppige und prächtig verzierte Torten bestellen, hofft Barbara Kaminski mit weiteren Aktionen diese Durststrecke zu überstehen. Jede bestellte Torte, sagt sie, hilft ihr dabei, das zu machen, was sie am liebsten tut: Torten backen, sie verzieren und servieren.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare