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Katharinenmarkt: Glühwein trinken, beim Bäcker wärmen

Butzbach (en). Wie viele Stoßgebete mögen am Samstagmorgen aus Butzbach gen Petrus gewandert sein? Man steht vier Stunden vor der Eröffnung des größten Traditionsfestes der Stadt auf, blickt aus dem Fenster und sieht weiß – Schneedecke im Oktober, das gibt’s in der Wetterau nur alle paar Jahrzehnte.

Schwarz sehen musste man freilich dennoch nicht: Auf die Wetterfrösche war Verlass, pünktlich zum Platzkonzert der Feuerwehrleute stoppte das Schneetreiben, und gestern waren auch alle dunklen Wolke beiseite geschoben – beste Voraussetzungen, den nass-kalten Samstag am zentralen Markttag wieder auszugleichen.

Das fiel freilich schwer. Denn erstens war der Samstag so katastrophal wie schon lange kein Wochenend-Markttag mehr, und zweitens war es auch gestern trotz des Sonnenscheins empfindlich kühl.

Das Kapuzenwetter konnte am Samstag nur wenige hinter dem Ofen hervorlocken. Wenn es auch von oben trocken blieb, so verloren sich doch die Gäste zwischen den Ständen in der Weiseler und der Wetzlarer Straße. Lediglich auf dem Marktplatz beim Auto-Skooter und an den Kinderkarussells war ein wenig mehr Betrieb.

Und natürlich an den Ess-Ständen: Etwas Warmes brauchte der Mensch, und so gönnte er sich französische Crêpes, deutsche Wurst, belgische Pommes (vielleicht mit Triple-Hot-Ketchup), chinesischen Eierreis oder italienische Pizza – neben den Standbetreibern hatte auch die Butzbacher Gastronomie wieder einiges zu bieten. Mancher lugte durchs Schaufenster auch nach einem freien Tisch in einer der Bäckereifilialen – meist schaute er vergeblich. Wie gut, dass schon sich schon ein Verkäufer auf Glühwein eingerichtet hatte.

Besonders hart traf am Samstag der Kälteeinbruch den Krammarkt. Dick vermummte Verkäufer/innen blinzelten unter der Kapuze hervor, doch die erhoffte Kundschaft für Spielzeug, Western-Hüte, Blumenzwiebeln, Armbanduhren, Ledergürtel, erst recht Gardinen und Kleinkram blieb aus. Lediglich die Textilien-Flotte in der Krachbaumgasse konnte punkten – vor allem mit wärmenden Fleece-Jacken.

Auch an der Alten Mälzerei war anfangs "tote Hose", erst später am Nachmittag stürzten sich die Wagemutigen vermehrt ins "Chaos" oder schwebten hoch über Butzbach im Kettenkarussell für Fortgeschrittene.

Gestern sah alles weit besser aus. Auch die geöffneten Geschäfte trugen dazu bei, dass der Marktsonntag nicht viel verlor auf die Sonntage in den früheren Jahren. Doch das ganz große Gedränge gab es zumindest bis zum frühen Nachmittag nicht.

Heute und morgen kann die Bilanz aber noch aufgehübscht werden – von 12 bis 22 Uhr ist wieder Markttreiben angesagt, morgen mit ermäßigten Preisen bei den Fahrgeschäften. (Fotos: Burkard)

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