1. Wetterauer Zeitung
  2. Wetterau
  3. Butzbach

Katharinenmarkt: Blumenzwiebeln kaufen und in die Tiefe stürzen

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Butzbach (en). Vierzig Meter hoch über der Altstadt schweben, und dann mit Tempo 110 der Erde entgegen stürzen. Das können die Gäste des Katharinenmarktes.

»Extrem« heißt das etwas ungewöhnliche Fahrgeschäft mit nur acht Plätzen, das seinen Platz an der Alten Mälzerei gefunden hat. Nachdem sich am frühen Samstagnachmittag ein paar Tester gefunden hatten, setzte auch ein kleiner Ansturm ein auf den immerhin sechs Euro teuren Kick. Aber ein freier Fall ist natürlich nicht alles, was die 690. Ausgabe des Traditions-Herbstfestes den Butzbachern und ihren Gästen zu bieten hat.

Die ganze Innenstadt war schon am späten Nachmittag des Samstags dicht bevölkert - das schöne Herbstwetter tat ein übriges, so mied mancher das Geschiebe und Gedränge am verkaufsoffenen Sonntagnachmittag und machte sich auf, denn zumindest für fast alle Kernstädter ist der alljährliche Gang über den Markt ein Muss. Vor allem auch die Familien mit kleinen Kindern freuten sich am Kinderkarussell über die sofortige Zusteigemöglichkeit. Gleiches galt für den jugendlichen Nachwuchs am Autoscooter und der rasanten Berg-und-Tal-Bahn: Keine Warteschlange, einfach rein und ab die Post.

Das Interesse an Glückspalästen, Schießhallen und Wurfbuden hielt sich dagegen zumindest am Samstag in Grenzen. Was man vom Mundartnachmittag in der Bindernagel’schen Buchhandlung nicht behaupten kann: Alle Plätze besetzt, heitere Stimmung und viel Applaus kennzeichneten die zwei prosaisch-musikalischen Stunden mit den Akteuren aus Steinfurth, Ebersgöns und anderswo.

Mit Strümpfen, Ledergürteln und Blumenzwiebeln glänzte einmal mehr der Krammarkt, die verkaufstüchtigen Textilienhändler in der Wetzlarer Straße und der Krachbaumgasse waren flugs beratend zur Stelle, wenn vorbeiflanierende Marktbesucher einen Blick auf bedruckte Shirts oder lederne Jacken warfen. Und sogar zumindest zwei "Weltneuheiten" wurden an den Ständen auch angeboten: ein Autoscheiben-Saubermach-Wischer und ein Super-Pflaster für Wehwehchen aller Art.

So groß wie das Angebot für Haus und Garten war auch das für den Magen - seit Jahren fallen die Butzbacher Märkte mit ihrer Vielfalt an internationalen Speisen auf. Vor allem die Restaurant-Teams entlang der Festmeile zeichnen für mediterrane und fernöstliche Küche verantwortlich.

Der Regen gestern Morgen konnte dem Markt nichts anhaben, zumal die Sonne schnell wieder die Oberhand gewann. Dass Bürgermeister Michael Merle am Samstagvormittag eine ganze Handvoll Schläge brauchte, bis das Freibier lief, war diesmal auch kein schlechtes Omen - die beiden Wochenend-Tage haben dem Katharinenmarkt bereits ein weiteres Erfolgserlebnis beschert. Auch für heute und morgen (zum Familientag mit ermäßigten Fahrpreisen) hofft man auf schönes Wetter, damit die wagemutigen Marktgäste weiterhin den Blick vor dem Kick aus 40 Metern auf die Stadt genießen können.

Auch interessant

Kommentare